Update 05/10/2008
Sogar Sonntags wird man
nicht in Ruhe gelassen angerufen.
Eine Weile habe ich die Call Center Mitarbeiter in Schutz genommen, da ich davon überzeugt gewesen bin (eigentlich hatte ich es gehofft), dass diese nichts von den Machenschaften ihrer Arbeitgeber wissen und eigentlich nur ihrer Arbeit nachgehen.
Seit heute weiß ich, dass dem nicht so ist.
Warum? Ich konnte den Mitarbeiter am Telefon dazu animieren, eine Überprüfung der Personalien durchzuführen.
Selbstverständlich wissen diese Unternehmen meinen Vor- und Zunamen, Anschrift, Geburtsdatum, um so erstaunter war der Telefon-Agent, nachdem ich ihm mitteilte, dass ich unter der Adresse schon lange nicht mehr wohne (stimmt zwar nicht, ist aber egal). Ich dachte, wenn ich die Chance schon einmal bekomme, mache ich mich gleich noch ein paar Jahre jünger. Auf meine Frage hin, wieso meine erfassten Daten nicht passen, wurde ich kurz in Warteschleife gelegt und gefühlte zwei Sekunden später mit dem Argument ruhiggestellt, dass jetzt die Daten übereinstimmen. Schuld daran wäre ein kürzlicher Computerabsturz gewesen.
Lustig wurde es dann beim Abgleich der Kontodaten. Ich glaube darum geht es bei dem Anruf, diese zu verifizieren bzw. an diese heranzukommen.
Da ich immer ein paar Bankleitzahlen im Kopf habe, war es auch nicht schwer, diese in Kombination mit einer fiktiven Kontonummer zu nennen. Was für mich kein Problem darstellte, war allerdings eines für den Anrufer. Die Überprüfung der BLZ+Kontonummer ergab nicht die erforderliche Prüfziffer und somit konnte das "Geschäft" nicht abgewickelt werden.
Als nächstes wurde ich zum Vorgesetzen Peter B. durchgestellt, der mit mir gemeinsam noch einmal die Kontonummer abgleichte. Passt, sagte ich - wenn es einen Fehler gibt, dann muss es an ihrem System liegen. Kein Problem, sagte Herr B. und teilte mir noch mit, dass ich im Laufe des Tages einen "Kontrollanruf" zwecks Qualitätskontrolle (Frau H.) bekäme.
Das geschah dann vor etwa 20 Minuten.
Am Ende dieses Gespräches stand dann die
Notwendigkeit, eine von der Kontrollstelle einstudierte Ansage inklusive des Nennens der neuen Anschrift, der neuen Kontoverbindungsdaten, inkl. der 55 € Monatsgebühr für die nächsten 3 Monate zu bestätigen. Nachdem ich anstelle des "Ja ich bestätige" weitere banale Fragen zum Service stellte, war das Band abgelaufen. Mit deutlichem Frust in der Stimme sollte die Bandansage/- aufzeichnung noch einmal wiederholt werden. Ich sagte daraufhin, dass es von meiner Seite passe und ich auch weg müsse, da mein Taxi zum Flieger warte.
Nachdem ich eindeutig signalisiert habe, dass ich keine Zeit für irgendwelche weiteren Gedichte hätte (was wolln sie noch, sie haben doch alle meine Daten

), drehte die Dame aus dem Qualitätsmanagement so richtig auf.
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