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Anleger mögen defensive Zertifikate


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#1 CHAPTER11

CHAPTER11

    Floor Broker

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Posted 10 July 2006 - 10:32 AM

Privatanleger greifen am liebsten zu Produkten mit eher defensiverem Charakter. Derzeit haben sie insgesamt 57,8 Milliarden Euro in Zertifikate investiert. Derivate auf Rohstoffe und Währungen holen in letzter Zeit deutlich auf.

Wenn es um Zertifikate geht, greifen Privatanleger am liebsten zu Produkten mit eher defensiverem Charakter. Das sind Papiere, die den Investoren zwar durchaus attraktive Gewinne ermöglichen. Gleichzeitig bieten diese Zertifikate ihren Käufern aber mehr Sicherheit, als wenn diese direkt in eine Aktie oder einen Aktienindex investieren.

Um dies zu erreichen, sind diese Zertifikate zumindest mit einem Teilschutz des investierten Kapitals ausgestattet: Der Anleger verzichtet dabei auf Dividenden und bekommt dafür entweder die Aktie mit einem Abschlag oder er erhält neben Kapitalgarantien eine zusätzliche Renditechance. Besonders beliebt ist die Anlage in die Indizes wie den Deutschen Aktienindex (Dax). Dabei verwenden Anleger nicht nur reinrassige Indexzertifikate, die die Bewegung des Kursbarometers möglichst getreu nachvollziehen. Es gibt auch andere Sorten, etwa Garantiezertifikate, deren Basis ein Index ist. An zweiter Stelle auf der Beliebtheitsskala stehen die diversen Zertifikatesorten auf Aktienbasis, mit größerem Abstand folgen Papiere auf Rohstoffe. Dies ergibt sich aus der aktuellen Marktübersicht des Deutschen Derivate Instituts (DDI) für Juni, aus der sich die Umsatzentwicklung auf dem Zertifikatemarkt im ersten Halbjahr ablesen lässt. Das DDI wurde 2003 als Verein der Emittenten verbriefter Derivate gegründet und hat zum Ziel, den deutschen Derivatemarkt transparenter zu machen.

Derzeit haben Anleger insgesamt 57,8 Milliarden Euro in Zertifikate investiert, sind 14 Prozent mehr als am Jahresanfang. Das ergibt sich aus der Statistik des Derivate Forums, eines Branchenverbandes. Neun Emittenten liefern bis jetzt ihre Daten, demnächst sollen sich auch die DDI-Mitglieder beteiligen. Auf Grund des geschätzten Marktanteils der neun bislang an der Statistik beteiligten Emittenten von 60 Prozent rechnet das Derivate Forum das aktuelle Gesamtmarktvolumen auf 96,3 Milliarden Euro hoch.

Trotz nachgebender Aktien flossen nach Angaben des Derivate Forums im Mai frische Gelder in den Derivatemarkt. „Da zeigt sich, dass Anleger trotz oder gerade wegen fallender Märkte die Risikoprofile von Zertifikaten honorieren“, interpretiert Siegfried Piel, Vorstandsvorsitzender des Derivate Forums. Insgesamt stecken 98 Prozent der Investorengelder in so genannten Anlagezertifikaten – und hier vor allem in Zertifikaten auf Aktien (86 Prozent) – der Rest entfällt auf spekulative Hebelprodukte.

Allerdings holen Zertifikate auf Rohstoffe und Währungen in letzter Zeit deutlich auf, seit Jahresanfang verzeichnet die Statistik zum Marktvolumen ein Plus von 60 Prozent. „Der Anteil der Rohstoff-Zertifikate ist zwar enorm gewachsen, trotzdem bleiben sie mit einem Marktanteil von zwei Prozent eine Nische“, kommentiert Piel.

In der großen Gruppe der Anlagezertifikate entscheiden sich Anleger in den meisten Fällen für Garantiezertifikate. Am stärksten wachsen hingegen seit Jahresanfang Bonus- und Teilschutzzertifikate, die hinter den Garantiezertifikaten den zweitgrößten Marktanteil haben. „Diese Produkte sorgen für Sicherheit im Depot, deshalb sind sie so beliebt“, erklärt Piel.

Insbesondere Bonuszertifikate seien für die derzeitige Marktentwicklung passend: In stabilen Marktphasen böten sie durch den Bonus einen Mindestgewinn, bei fallenden Kursen greife ein gewisser Kapitalschutz, und auch bei steigenden Börsen sei der Anleger mit Bonuszertifikaten noch gut investiert.

Der Handel mit Zertifikaten ist gemäß der Umsatzzahlen vom DDI im Juni mit 9,2 Milliarden Euro verglichen sowohl mit dem Vormonat als auch mit dem Jahresbeginn rückläufig. DDI-Vorstand Dieter Lendle führt das unter anderem auf die Fußballweltmeisterschaft zurück, zu der die Anleger mehr Fernsehen guckten und weniger handelten. Immerhin seien die Juni-Umsätze etwa doppelt so hoch wie das durchschnittliche Volumen im ersten Halbjahr vergangenen Jahres, betont er.

Am meisten gehandelt wurden laut DDI Indexzertifikate mit einem Marktanteil von 30 Prozent, gefolgt von Discountzertifikaten mit 27,2 Prozent und Bonuszertifikaten mit 26,8 Prozent. Während die Marktanteile der Index- und Bonuszertifikate im Vergleich zum Jahresanfang nahezu unverändert geblieben sind, konnten Discountzertifikate ihren Anteil am Kuchen deutlich erhöhen. „Da die Volatilität, also die Schwankungsbreite der Aktienkurse, wieder zugenommen hat, sind auch Discountzertifikate attraktiver geworden. Schließlich erhöht sich bei einer höheren Volatilität der Rabatt oder Discount, der Anlegern gewährt wird“, erklärt Lendle.

Unter den Emittenten gilt die Commerzbank mit einem Marktanteil von knapp 20 Prozent nach wie vor als Marktführer vor der Deutschen Bank und ABN Amro. Dahinter folgen die Citigroup, Société Générale und die Dresdner Bank. Auf den Plätzen sieben bis zehn stehen Sal. Oppenheim, UBS, HSBC Trinkaus & Burkhardt und Goldman Sachs. Dieses Ranking diene Anlegern aber lediglich als Orientierung und dürfe nicht überbewertet werden, bemerkt Lendle. Zwar könnten Investoren davon ausgehen, bei den großen Emittenten immer neben einem guten Service auch enge Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskursen und ein gutes Market Making zu bekommen. Den Umkehrschluss könne man daraus aber nicht ziehen.

Source: handelsblatt.com
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