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Hintergrundwissen


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#1 Mythos

Mythos

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Posted 15 February 2011 - 09:34 PM

Die Orderarten
(die es bei der Exchange derzeit gibt)


Lt. meines Wissen gibts im wesentlichen 3 Orderarten, die jedoch teils dann noch kombiniert werden. Derzeit sind genau die 3 "Grundarten" eingebaut die da wären:

MarketOrder
Vermutlich die Order die die meisten "kleinen" Trader verwenden. Jedesmal wenn man einfach nur auf KAUFEN oder VERKAUFEN drückt sendet man eine Marketorder. Der Name an sich ist hier auch Programm, man geht auf den "Markt" und sagt (zB) "Ich will 3 Stück kaufen, für den besten Preis den ich bekomme!". Man merkt hier schon das "besten Preis" nicht sehr spezifisch ist. Es kann ja passieren das gerade sehr wenige Leute etwas anbieten (wenn überhaupt). Dadurch kann es bei dieser Orderart auch zu sehr hoher Slipage führen. Wenn zB der letzte Preis bei 1000 stand, man will 3 kaufen, aber es werden nur 1 für 1050 und 2 erst bei 1100 angeboten. Dann kriegt man mit der MarketBuy genau diese "besten" 3 Stück, obwohl man die Order bei 1000 abgesetzt hat. Ich hab schon öfter erlebt das sich die Leute bei Kiwee geärgert haben das sie nicht verkaufen konnten bevor der Kurs gefallen ist, ohne zu merken das ihre Marketorder selbst den Kurs nach unten gerissen hat.

LimitOrder
Vermutlich die meistverwendete von den Pros, zumindest wie ich das verstanden hab.
Hier geht man auf den Markt und sagt "Ich will 3 Stück kaufen für maximal 1000 Euro" bzw. im Verkaufsfall eben "mindestens x Euro". Also ein sehr natürliches Verhalten, man hat einen Bedarf und ein Limit wieviel man zahlen will.
Wenn man jetzt eine solche Order in den Markt stellt, kann es passieren das es passende Angebote gibt die den eigenen Wünschen entsprechen (also im Fall einer LimitBuy entsprechende Verkaufsangebote unter meinem Limit) oder auch nicht.
Wenn es bereits Angebote gibt, kann es sein das man einen besseren Preis bekommt als sein Limit war. Kann die Order aber nicht sofort ausgeführt werden, so wird sie ins Orderbuch gehängt und wird Teil der Level2 Info. Ab dem Zeitpunkt wird man sicher nur zum Limitpreis ausgeführt, denn jede neue Verkaufsorder, bekommt den eigenen Limitpreis als bestmöglichen Preis.

StopOrder
beim Stop geht es darum zu sagen "Wenn der Preis über 1000 Euro steigt, will ich kaufen". Das geht natürlich weder mit einer Limit (die würde sofort ausgeführt solange der Preis unter dem Limit ist) noch mit der Market, weil die wird sofort ausgeführt.
Bei der Exchange sind Stoporders eigentlich Market-if-touched Orders. Sprich wenn der Stoppreis (trigger) erreicht wird (also bei Stopbuy Preis >= trigger, bei Stopsell Preis <= trigger), wird die Order in eine Marketorder umgewandelt und man kriegt den besten Preis der zu dem Zeitpunkt zur Verfügung ist. Stoporders werden nicht im Level2 angezeigt.
  • 1

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#2 Mythos

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Posted 15 February 2011 - 09:54 PM

Das Orderbuch und Level2



Wird eine neue Order bei der Exchange hinzugefügt/gesendet, so wird zuerst versucht diese sofort auszuführen. Ist dies nicht möglich so wird die Order im Orderbuch gespeichert.

Zur Vereinfachung werden sie gleichmal nach Limit/Triggerpreis sortiert. Die MarketOrders die nicht ausgeführt werden können (was normal nicht vorkommen sollte, kann aber passieren) kommen in einen Topf (hier gibt es ja keinen Limit oder Triggerpreis). Zum Glück kann es nie vorkommen das Kauf- UND Verkaufsorders gleichzeitig im Topf liegen.

Für die Limitorders gilt: Das höchste Limit bei den unausgeführten LimitBuys ist immer kleiner als das kleinste Limit bei den unausgeführten LimitSells. Denn würden sie sich überlappen könnten diese Orders ausgeführt werden. Dadurch kann man das Orderbuch immer in den Käuferbereich und den Verkäuferbereich trennen.

Bei den Stops sind die Bereiche genauso getrennt aber vertauscht: über dem Preis sind die StopBuys darunter die StopSells.

Was aber sehr wohl sein kann, ist das sich zB StopSells und LimitSells überschneiden (obwohl sie eigentlich auf unterschiedlichen Seiten liegen). Das passiert zB wenn es wenig LimitBuys gibt (vor allem keine knapp unter dem letzten Preis) aber die LimitSells immer tiefer wandern (also immer neue mit tieferen Limits dazukommen). In dem Fall liegt dann auch der letzte Preis nicht mehr zwischen LimitBuys und LimitSells. Deswegen spricht man auch vom letzten Preis (bzw. letzten gehandelten Preis). Denn er ist genau das und nicht mehr. Es gibt keine Garantie das man zu diesem Preis wieder handeln kann, noch das man überhaupt in der Nähe davon wieder handeln kann, es ist nur ein Hinweis wo gerade was passiert ist.

Level2 Information
Diese Information aus dem Orderbuch will der Trader jetzt natürlich sehen und das kann er in eingeschränktem Maße in der Level2 Information, teils auch als DOM bezeichnet.
Aus Datenschutzrechtlichen Gründen zeigt man natürlich nicht wer genau was kaufen will, dafür fasst die Level2 Info alle Limits bei einem Preis zusammen. Zu jedem Preis gibt es also die Anzahl (genauer gesagt die Summer der Positionsgrößen) der noch offenen Limitorders bei diesem Preis.
Achtung: In der Level2 werden nur die Limits angezeigt, nicht die Stops und auch keine Markets (die es normal eh nicht unausgeführt gibt).
Man muss natürlich unterscheiden können ob die angezeigte Zahl zu LimitBuys oder LimitSells gehört (beides kann es ja nicht sein). Das passiert meist (auch bei der Exchange) durch eine Farbmarkierung. Grün bedeutet LimitBuy, Rot LimitSell.

Level2 Info gibt damit einen sehr guten Überblick über die aktuelle Marktlage bzw. die Verteilung von Angebot und Nachfrage. Vor allem sieht man sehr schön gewisse Widerstände wo sich der Kurs erst durch einen größeren Block an Orders "durchfressen" müsste um weiter zu steigen oder zu sinken. Aber nicht vergessen: Orders können auch wieder gelöscht werden und es kann sein, das ein Großer nur den Anschein erwecken will das hier ein Widerstand herrscht, aber sobald der Kurs in die Nähe kommt seine große Order einfach rauslöscht.

In der Exchange gibt es noch 2 zusätzliche Spalten in denen die eigenen Limits und Stops als zusätzliche Hilfe mitangezeigt werden. Dadurch sieht man schnell wo man noch welche Orders im Markt hat.
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#3 Mythos

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Posted 16 February 2011 - 12:21 PM

Die Orderausführung
(aka Clearing)


Das Kernstück einer jeden Börsensoftware ist natürlich die Orderausführung. Hier nun eine Beschreibung welcher Ausführungsalgo bei der Exchange implementiert ist:

Grundsätzlich wird nach Preis-Zeit priorisiert
. Als erstes werden also immer die Orders zum besten Preis ausgeführt und wenn es davon mehrere gibt, zuerst jene die schon am längsten im Orderbuch stehen.

Neue Orders werden nach Ordertyp unterschieden:

Neue Market(BUY/SELL)Order
  • Gibt es unausgeführte Market(SELL/BUY)Orders werden diese sofort gegeneinander ausgeführt. Preis ist das Minimum/Maximum zwischen zuletzt gehandeltem Preis und kleinstem/größtem Limit(SELL/BUY) (falls vorhanden).
  • Nach den unausgeführten Markets werden die Limit(SELL/BUY)Orders nach Preis-Zeit sortiert abgearbeitet. Preis ist immer das Limit der LimitOrder da dies den besten Preis für die neue Order darstellt.

Neue Limit(BUY/SELL)Order mit Limit X
  • Gibt es unausgeführte Market(SELL/BUY)Orders werden diese sofort gegeneinander ausgeführt. Preis ist das Minimum/Maximum zwischen zuletzt gehandeltem Preis und X (Limit der Order), wiederum der bestmögliche Preis für die neue Order.
  • Nach den unausgeführten Markets werden die Limit(SELL/BUY)Orders nach Preis-Zeit sortiert abgearbeitet.
    Wenn X größer/kleiner ist als das Limit der anderen Order so ist eine Ausführung möglich. Preis ist immer das Limit der Order aus dem Orderbuch da dies den besten Preis für die neue Order darstellt.
  • Gibt es keine Überschneidung der Preisbereiche, so ist keine weitere Ausführung möglich (aufgrund der Sortierung nach dem Preis) und die Order wird ins Orderbuch eingehängt.

Neue Stop(BUY/SELL)Order mit Stop Y
Ist Y kleiner/größer als der zuletzt gehandelte Preis, so wird die Order sofort getriggert und als Market(BUY/SELL)Order ausgeführt. Ansonsten wird sie direkt ins Orderbuch gehängt.
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Posted 20 February 2011 - 09:21 PM

Pipsize und Pointvalue


Pipsize
Beim Handel von Assets muss man sich immer auf eine gewisse "Auflösung" des Preises einigen. Also die kleinste Einheit um die sich der Preis bewegen kann. Oft ist das offensichtlich 1 Cent. Diese kleinste Einheit ist die sogenannte Pipsize. Der Preis ist dann immer ein Vielfaches dieser minimalen Bewegung.
Die Pipsize ist nicht immer 1 Cent. An der FOREX ist es zB oft 0,0001 .
An der Exchange gibt es unterschiedliche Pipsizes. In der Ordermaske wird der eingegebene Kurs immer auf volle Pips gerundet.

Pointvalue
Im Aktienhandel hat die Bewegung von einem 1 Euro normalerweise eine Wertänderung von 1 Euro pro Kontrakt/Aktie zur Folge. Im Futuresmarkt (und auf der Exchange) ist das natürlich nicht immer so. Hier handelt man ja auch nicht Aktien sondern eben Kontrakte.

Kurzer Exkurs
Wenn man Futures handelt, schließt man formal einen Vertrag mit der Gegenseite, zum Liefertermin die angegebene Anzahl des zugrundeliegenden Assets zum angegebenen Preis zu kaufen (long) bzw. zu verkaufen (short). Jetzt kann natürlich ein Kontrakt beinhalten das man 1 Tonne Kartoffeln liefert etc.
Ende Exkurs

Wenn jetzt der Kontrakt beinhaltet das man zB 25 Kartoffeln liefert, aber der Wert des Kartoffel-Futures in Preis pro Kartoffel angegeben wird, dann hat eine Bewegung von 1 Punkt des Futures eine Wertbewegung von 25 pro Kontrakt zur Folge.
Diese Wertbewegung pro Kontrakt und Punkt wird als Pointvalue bezeichnet.

Margin und MarginCall


Da an der Exchange Endlosfutures gehandelt werden, muss man beim Kauf und Verkauf natürlich auch nicht den vollen Positionswert bezahlen. Dafür muss man um eine Position zu eröffnen einen gewissen Teil der Positionsgröße als freie (also noch nicht für andere Positionen verwendete) Sicherheitsleistung (sogenannte Margin) am Konto haben.
Hat man im Moment der möglichen Ausführung nicht genug freie Margin zur Verfügung, so wird die Order storniert.

Die freie Margin kann sich jetzt natürlich im Laufe der Zeit verändern. Hat man nun mit aufgelaufenem Gewinn/Verlust nicht mehr genug Kapital am Konto um die Sicherheitsleistung (Margin) für alle offenen Positionen zu stellen, so kommt vom Broker der sogenannte MarginCall.

Man bekommt die Aufforderung Kapital nachzuschießen da ansonsten die offenen Positionen zwangsgeschlossen werden. Bei der Exchange gibt es keinen Call in diesem Sinn. Die freie Margin wird regelmäßig überprüft und hat man nicht genug so werden beinhart alle offenen Positionen per MarketOrder geschlossen.
Dies gilt es immer zu Bedenken wenn man seine freie Margin voll ausreizt.

Berechnung der Margin
An der Exchange wird die notwendige Margin nach folgender Formel berechnet:
benötigte Margin= (aktueller Preis*Punktwert*Positionswert)/Hebel
Standardmäßig hat jeder Trader an der Exchange einen Hebel von 10.
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