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Tom Next - Daytrading Community
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Grundmechanismen: das Orderbuch und Clearing


Mythos

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Weiter gehts.

Wenn man sich also festgelegt hat bzw. weiß welche Orders es gibt, ist noch die Frage wie diese gespeichert und ausgeführt werden.

Ich hab zwar schon von Fill or Kill Orders gehört, aber die machen aus einem einfachen Grund nicht global Sinn (maximal für MarketOrders): Wenn man die Order löscht sobald sie nicht sofort ausgeführt werden kann, gibt es keine gespeicherten Orders (Kauf oder Verkaufsangebote) die zur Verfügung stehen, ergo kann keine Order ausgeführt werden... blöde Börse;)

 

Also speichern wir die Order im sogenannten Orderbuch. Zur Vereinfachung werden sie gleichmal nach Limit/Triggerpreis sortiert. Die MarketOrders die nicht ausgeführt werden können (was normal nicht vorkommen sollte, wie gesagt macht aber hier ein Fill or Kill sehrwohl Sinn) hauen wir einfach in einen Topf (hier gibt es ja keinen Limit oder Triggerpreis). Zum Glück kann es nie vorkommen das Kauf- UND Verkaufsorders gleichzeitig im Topf liegen. Was passiert aber wenn es unausgeführte MarketBuys gibt (zB) und es kommt eine MarketSell? Genaugenommen hat man als Börse hier fast alle Freiheiten, denn beide sagen "Gib mir den besten (sprich irgendeinen) Preis". Bei der Exchange wird in diesem seltenen Fall der letzte gehandelte Preis als Matchingprice festgelegt. Dadurch wird verhindert das sich der Kurs unnötig bewegt und es ist halbwegs fair gegenüber der neuesten Ordern.

 

Trifft eine neue LimitSell auf unausgeführte MarketBuys, wird ebenfalls der letzte gehandelte Preis verwendet sofern dieser innerhalb des Limits liegt, andernfalls wird zum Limit gehandelt. Somit kann es bei dieser Konstellation dazu kommen das der Kurs durch eine Verkaufsorder nach oben gezogen wird. Sprich wenn der Markt so ausgedünnt ist, das eine Seite komplett weg ist und sich noch MarketOrders (zB ausgelöste Stopps) auf der anderen Seite befinden, sonst nicht.

So wie ich den Börsenheini auf dem Tonband verstanden hab gabs eine so ähnliche Situation damals wo der Dow in 10 Minuten 1000 Punkte runtergerast is, da war irgendwas von "I got no Buyers here", aber das nur nebenbei ;)

 

Limit und Stoporders werden also, sofern sie nicht sofort ausgeführt werden können, im Orderbuch gespeichert. Dabei gibt es automatisch zwei Seiten: Die Käufer und die Verkäufer deren Preisbereiche sich nie (ausser in sehr pathologischen Fällen, wem einer einfällt: Kommentar ;) überschneiden. Im oberen Bereich sind die LimitSells und im unteren die LimitBuys. Bei den Stops sind die Bereiche genauso getrennt aber vertauscht: über dem Preis sind die StopBuys darunter die StopSells.

 

StopSells können sich also nicht mit StopBuys überschneiden weil beide ausgelöst werden sobald sie auf die "andere" Seite des letzten Preises fallen oder ihn berühren. Limits können sich nicht überschneiden weil dann eine Übereinstimmung vorhanden wäre und die entsprechenden Orders bereits ausgeführt wären.

Was aber sehr wohl sein kann, ist das sich zB StopSells und LimitSells überschneiden (obwohl sie eigentlich auf unterschiedlichen Seiten liegen). Das passiert zB wenn es wenig LimitBuys gibt (vor allem keine knapp unter dem letzten Preis) aber die LimitSells immer tiefer wandern (also immer neue mit tieferen limits dazukommen). In dem Fall liegt dann auch der letzte Preis nicht mehr zwischen LimitBuys und LimitSells. Deswegen spricht man auch vom letzten Preis (bzw. letzten gehandelten Preis). Denn er ist genau das und nicht mehr. Es gibt keine Garantie das man zu diesem Preis wieder handeln kann, noch das man überhaupt in der Nähe davon wieder handeln kann, es ist nur ein Hinweis wo gerade was passiert ist.

 

Anders ist es mit dem Bid und Ask. Also dem Angebot und Nachfrage. Das bezieht sich auf den höchsten vorhanden Limitpreis bei den LimitBuys und den niedrigsten vorhandenen Limitpreis bei den LimitSells. Also die zwei Werte zu denen man aktuell kaufen bzw. verkaufen kann (wohlgemerkt nur mindestens 1 Stück).

 

Was passiert wenn ein Limit zu einem gefüllten Orderbuch kommt?

Gibt es eine Überschneidung, also LimitBuy >= LimitSell, dann werden die bereits im Orderbuch stehenden Orders solange gegen die neue ausgeführt, bis nichts mehr geht oder die Order ausgeführt ist.

Und zu welchem Preis?

Ist der letzte gehandelte Preis unter den LimitSells und über den LimitBuys ist klar das zum Limit der gespeicherten Order gehandelt wird. Einerseits um die Bewegung minimal zu halten andererseits weil der Ersteller der neuen Order ja diesen Preis bereits als Angebot gesehen hat.

Was passiert wenn der Ask unter dem zuletzt gehandelten Preis ist und eine LimitBuy über dem zuletztgehandelten Preis reinkommt?

Tjo jetzt wirds schwer: Will man die Preisbewegung minimieren oder gibt man dem Ersteller der neuen Order den besten Preis den er kriegen kann? Ehrlich gesagt bin ich mir jetzt gar nicht mehr sicher wie ich es implementiert habe bzw. in der neuen Version implementieren werde, deswegen hier gleichmal ne Publikumsfrage: was wäre euch lieber?

 

MarketOrders werden einfach zum bestmöglichen Preis ausgeführt (wandern also einfach die LimitSells von unten bzw. die LimitBuys von oben durch bis sie gefüllt sind). Hier gibt es wieder die Frage: was passiert wenn der letzte Preis innerhalb des Limit ist?

 

Zur Ausführung von Stoporders gibts eigentlich nicht viel zu sagen, die werden nämlich gar nicht "ausgeführt". Sobald der zuletzt gehandelte Preis den Trigger auslöst, wird die Order in eine MarketOrder verwandelt und "neu auf den Markt geschmissen" also ausgeführt als wäre es eine neue MarketOrder.

 

hmmm das ist schon wieder mehr geworden als geplant, egal.

 

so long und ich freu mich auf Anregungen

mythos

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