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Angst beherrscht die Finanzmärkte

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Aktien, Gold, Rohstoffe: Die Kurse fast aller Anlageklassen haben drastisch nachgegeben. Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zu den Turbulenzen

 

Angst beherrscht die Finanzmärkte

Aktien, Gold, Rohstoffe: Die Kurse fast aller Anlageklassen haben drastisch nachgegeben. Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zu den Turbulenzen

 

von Frank Stocker

 

Das dramatische Auf und Ab an den Börsen ging auch vergangene Woche weiter. Der Dax fiel bis auf 5250 Punkte - vor fünf Wochen hatte er noch ein Hoch bei 6140 Punkten markiert. Der Dow Jones ist im gleichen Zeitraum um knapp 1000 Punkte auf 10 700 Zähler gefallen. Auch die Preise für Rohstoffe und Edelmetalle kamen stark unter Druck, sogar der Ölpreis.

 

"Es kam wie ein Erdbeben der Stärke 8 bis 9 über uns", sagt Klaus Kaldemorgen, Geschäftsführer der DWS, der Fondstochter der Deutschen Bank, und bringt damit das Gefühl vieler Investoren auf den Punkt. Zum Ende der Woche wurde ein Teil der Verluste zwar wieder ausgeglichen. Doch viele Anleger sind weiter ratlos. Die "Welt am Sonntag" beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Ereignisse auf den Finanzmärkten.

 

Nach dem Platzen der Börsenblase im Jahr 2000 läuteten die Notenbanken eine lang anhaltende Phase des billigen Geldes ein. Dadurch konnten beispielsweise Autobauer ihre Fahrzeuge mit dem Angebot einer Null-Prozent-Finanzierung an den Mann bringen. Insgesamt wurde dadurch die Nachfrage und somit die Wirtschaft stimuliert.

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Gleichzeitig war aber auch mit festverzinslichen Papieren nicht mehr viel zu verdienen. Daher suchten die Investoren weltweit nach renditeträchtigeren Anlageformen. Sie setzten auf Rohstoffe, Schwellenländer, Edelmetalle, Private Equity oder Hedge-Fonds. Gleichzeitig finanzierten sie wegen des niedrigen Zinsniveaus immer größere Investitionen auf Kredit.

 

Über alle Anlageklassen hinweg stiegen die Kurse. Stephen Roach, Chefvolkswirt von Morgan Stanley, spricht daher von einer "Vermögenspreisblase", die sich über mehrere Jahre aufgebaut hat und nun abgebaut werden muß.

 

Haben sich die fundamentalen Daten verändert? Die Wirtschaft in den USA läuft nach wie vor sehr gut, und auch die Wachstumsraten in Deutschland und Europa sind so hoch wie lange nicht. Allerdings ist mit Ben Bernanke seit März ein neuer Mann an der Spitze der US-Notenbank. Er hat in dieser kurzen Zeit für eine veränderte Wahrnehmung gesorgt. Gingen zuvor stets alle Marktteilnehmer davon aus, daß die US-Notenbank im Frühjahr 2006 den Zyklus der Zinserhöhungen beendet, so hat Bernanke nun klargemacht, daß er gar nicht daran denkt. Er fürchtet einen deutlichen Anstieg der Preissteigerungsraten und will Geld daher noch teurer machen. Dies wird vor allem für jene Investoren zum Problem, die Anlagen auf Kredit finanziert haben. Daher verkaufen sie nun ihre Papiere und bringen dadurch die Märkte unter Druck.

 

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Quelle: Welt am Sonntag

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