Die New York Stock Exchange (NYSE) erwägt trotz ihrer geplanten Fusion mit der aus Paris geführten Euronext eine Expansion nach London. NYSE-Chef John Thain sagte der Financial Times, er plane die Neugründung einer Börse in London.
Das gelte für den Fall, dass es Euronext im Verbund mit der NYSE nicht gelinge, ein international attraktiver Börsenplatz zu werden. Als Alternative schloss er auch eine Übernahme der London Stock Exchange (LSE) nicht aus.
Durch die Aussagen riskiert Thain einen handfesten Konflikt mit Euronext. Der NYSE-Chef hatte wiederholt erklärt, dass Paris nach dem Zusammenschluss ein großes europäisches Finanzzentrum bleiben werde. Mit dem Eintreten für London gibt er nun Kritikern neue Nahrung. So befürworten mächtige Euronext-Aktionäre einen Zusammenschluss mit der Deutschen Börse.
Die LSE zog in den vergangenen Jahren immer mehr Firmen aus Wachstumsregionen wie Russland, Indien oder China an, die vor den scharfen US-Regeln zurückschrecken. Thain sagte, er gehe davon aus, dass NYSE und Euronext zu einem ernsten Rivalen für London werden.
Er schränkte jedoch ein: "Falls nicht, gäbe es zwei Optionen, von denen die erste wäre, unsere eigene Aktienbörse in London aufzubauen." Thain räumte ein, dass ein Kauf der LSE eine weitere Möglichkeit sei. "Ich schließe die andere Option ebenfalls nicht aus", sagte er. Eine Hürde wäre für diesen Fall aber, dass der NYSE-Rivale Nasdaq bereits mehr als 25 Prozent an der LSE besitzt.
Die LSE bezweifelte auf Anfrage, dass NYSE/Euronext von Paris aus ein scharfer Konkurrent wäre. Es gebe viele Gründe, die Unternehmen beeinflussen, wenn sie eine Börsennotierung anstreben, sagte ein Sprecher. "Die Marktkapitalisierung der Börse gehört nicht dazu."
Konflikt mit Aktionären
Die Fusion mit Euronext bringt Thain zudem in Konflikt mit seinen Aktionären. Die Alteigentümer der New Yorker Börse können einen Großteil ihrer Aktien, die sie nach der Börsennotierung im März erhalten haben, nicht verkaufen. Ihre Anteile im Wert von 6,2 Mrd. $ unterliegen einer Sperrfrist von drei Jahren. "Es ist ungerecht, dass alle anderen Aktionäre verkaufen dürfen, während wir zum Halten gezwungen werden", klagte Thomas Caldwell, der drei Prozent hält. Er ist ein Kritiker der Fusion mit Euronext.
Der Chef der Deutschen Börse, Reto Francioni, gab Euronext erneut Garantien für den Fall einer Fusion. Der Leiter des Aktienmarktes werde in Paris sitzen und Vetorecht bei allen Entscheidungen haben, die seinen Bereich betreffen, sagte er der Zeitung "La Tribune". Falls die Fusion aus wettbewerbsrechtlichen Gründen scheitere, sei die Deutsche Börse außerdem zu einer Entschädigung bereit. Dabei handele es sich um "mehrere Dutzend Millionen Euro". Laut "FAZ" erwägt die Deutsche Börse, auf ihrer Aufsichtsratssitzung am Montag die Barkomponente ihres Angebots an Euronext auf mehr als zehn Prozent auszuweiten.
Die New York Stock Exchange (NYSE) erwägt trotz ihrer geplanten Fusion mit der aus Paris geführten Euronext eine Expansion nach London. NYSE-Chef John Thain sagte der Financial Times, er plane die Neugründung einer Börse in London.
Das gelte für den Fall, dass es Euronext im Verbund mit der NYSE nicht gelinge, ein international attraktiver Börsenplatz zu werden. Als Alternative schloss er auch eine Übernahme der London Stock Exchange (LSE) nicht aus.
Durch die Aussagen riskiert Thain einen handfesten Konflikt mit Euronext. Der NYSE-Chef hatte wiederholt erklärt, dass Paris nach dem Zusammenschluss ein großes europäisches Finanzzentrum bleiben werde. Mit dem Eintreten für London gibt er nun Kritikern neue Nahrung. So befürworten mächtige Euronext-Aktionäre einen Zusammenschluss mit der Deutschen Börse.
Die LSE zog in den vergangenen Jahren immer mehr Firmen aus Wachstumsregionen wie Russland, Indien oder China an, die vor den scharfen US-Regeln zurückschrecken. Thain sagte, er gehe davon aus, dass NYSE und Euronext zu einem ernsten Rivalen für London werden.
Er schränkte jedoch ein: "Falls nicht, gäbe es zwei Optionen, von denen die erste wäre, unsere eigene Aktienbörse in London aufzubauen." Thain räumte ein, dass ein Kauf der LSE eine weitere Möglichkeit sei. "Ich schließe die andere Option ebenfalls nicht aus", sagte er. Eine Hürde wäre für diesen Fall aber, dass der NYSE-Rivale Nasdaq bereits mehr als 25 Prozent an der LSE besitzt.
Die LSE bezweifelte auf Anfrage, dass NYSE/Euronext von Paris aus ein scharfer Konkurrent wäre. Es gebe viele Gründe, die Unternehmen beeinflussen, wenn sie eine Börsennotierung anstreben, sagte ein Sprecher. "Die Marktkapitalisierung der Börse gehört nicht dazu."
Konflikt mit Aktionären
Die Fusion mit Euronext bringt Thain zudem in Konflikt mit seinen Aktionären. Die Alteigentümer der New Yorker Börse können einen Großteil ihrer Aktien, die sie nach der Börsennotierung im März erhalten haben, nicht verkaufen. Ihre Anteile im Wert von 6,2 Mrd. $ unterliegen einer Sperrfrist von drei Jahren. "Es ist ungerecht, dass alle anderen Aktionäre verkaufen dürfen, während wir zum Halten gezwungen werden", klagte Thomas Caldwell, der drei Prozent hält. Er ist ein Kritiker der Fusion mit Euronext.
Der Chef der Deutschen Börse, Reto Francioni, gab Euronext erneut Garantien für den Fall einer Fusion. Der Leiter des Aktienmarktes werde in Paris sitzen und Vetorecht bei allen Entscheidungen haben, die seinen Bereich betreffen, sagte er der Zeitung "La Tribune". Falls die Fusion aus wettbewerbsrechtlichen Gründen scheitere, sei die Deutsche Börse außerdem zu einer Entschädigung bereit. Dabei handele es sich um "mehrere Dutzend Millionen Euro". Laut "FAZ" erwägt die Deutsche Börse, auf ihrer Aufsichtsratssitzung am Montag die Barkomponente ihres Angebots an Euronext auf mehr als zehn Prozent auszuweiten.
Quelle: Financial Times Deutschland