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Hedge-Fonds siegen gegen Aufsicht

Geschrieben

Ein US-Berufungsgericht hat die umstrittene Hedge-Fonds-Regulierung der Börsenaufsicht SEC für unzulässig erklärt. Der Geltungsbereich der Regeln sei "willkürlich" gesetzt, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

 

Das ist ein schwerer Rückschlag für die Behörde bei ihren Bemühungen, die 1200 Mrd. $ schwere Branche stärker zu kontrollieren. Die SEC-Regel war erst zum Februar dieses Jahres in Kraft getreten und sah vor, dass Fondsmanager mit mehr als 15 Investoren und einem Anlagevermögen von mehr als 30 Mio. $ sich bei der Behörde melden müssen. "Nach diesem Urteil muss die SEC noch einmal ganz von vorne beginnen", sagte Barry Barbash, der als Rechtsexperte Hedge-Fonds berät.

 

Die SEC hält offenbar an ihrer Absicht fest, Hedge-Fonds stärker zu kontrollieren. "Ich habe Anweisung erteilt, die Entscheidung unverzüglich zu analysieren und Alternativen zu erarbeiten", erklärte Christopher Cox, der SEC-Vorsitzende, in einer ersten Reaktion auf das Urteil. "Die SEC hat ihre Zuständigkeit überschritten", sagte dagegen Phil Goldstein, der Hedge-Fondsmanager, der gegen die Vorschrift geklagt hatte, der FTD. Die rund 1300 Fonds, die sich auf Grund der Neuregelung gemeldet haben, können nach dem Urteil ihre Registrierung zurückziehen

 

Branche klagt über hohe Kosten

 

Die Branche hat sich vehement gegen die stärkere Aufsicht gewehrt. Sie klagt über hohe Kosten und Bürokratisierung. Doch die Fonds werden immer einflussreicher auf den Finanzmärkten, und damit wächst der politische Druck für mehr Kontrolle. Rund 30 Prozent des Handelsvolumens in den USA gehen Schätzungen zufolge auf Hedge-Fonds zurück. Immer mehr Pensionskassen und Stiftungen investieren in die Fonds, die kaum Auskünfte über ihr Tun geben. Die SEC ist nicht allein: Nach dem Skandal um die verschwundenen Investorengelder bei dem 450 Mio. $ schweren Bayou-Fonds hat Richard Blumenthal, der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats Connecticut, eine spezielle Ermittlereinheit auf Hedge-Fonds angesetzt. In Connecticut hat ein großer Teil der US-Hedge-Fonds ihren Sitz. "Der Richterspruch zeigt, dass es möglicherweise Bedarf für breitere Standards als die der SEC gibt", forderte Blumenthal in einem Interview. Der US-Kongress hat die Möglichkeit, Gesetze zu erlassen wie etwa den Sarbanes-Oxley Act, der strengere Bilanzierungsregeln eingeführt hatte.

 

Gleichzeitig hat ein ehemaliger Ermittler der SEC schwere Vorwürfe gegen die Behörde erhoben. In einem 18-seitigen Brief an US-Kongressmitglieder und interne Untersuchungsgremien, berichtet Gary Aguirre, eine SEC-Untersuchung wegen des Verdachts des Insiderhandels beim 7 Mrd. $ schweren Pequot-Capital-Fonds sei aus politischen Gründen unterdrückt und er selbst entlassen worden. Über den Brief und die Beschwerde Aguirres berichtete zunächst die "New York Times".

 

Aguirres Verdacht richtete sich gegen einen einflussreichen Investmentbanker, der den Fondsmanagern Tipps über die sich anbahnende Übernahmen gegeben habe. Gegenüber der "New York Times" erklärten Personen, die mit Aguirres Beschwerde vertraut sind, der fragliche Investmentbanker sei John Mack, seit vergangenem Juni der Vorstandschef von Morgan Stanley. Mack, einer der einflussreichsten Banker der Wall Street, hat die Wahlkampagne von Präsident George W. Bush mit großzügigen Spenden unterstützt und ist mit dem Pequot-Gründer Arthur Samberg befreundet. Vor seinem Antritt bei Morgan Stanley war Mack kurzfristig Aufsichtsratschef bei Pequot. Bei einem der von Aguirre als verdächtig eingestuften Fälle handelt es sich um die Übernahme des Finanzdienstleisters Heller durch General Electric im Jahr 2001. Kurz zuvor war Mack Vorstandschef bei der Investmentbank Credit Swiss First Boston geworden, die Heller beraten hat. "Herr Mack ist in dieser Sache nie von der SEC kontaktiert worden, und wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die SEC irgendein Interesse an Herrn Mack in dieser Angelegenheit hat", sagte eine Sprecherin von Morgan Stanley. Pequot wies die Vorwürfe ebenfalls zurück.

 

Quelle: ftd.de

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