"Kommersant": Erstmals verlässt eine russische Firma die New Yorker Börse
14:20 | 27/ 06/ 2006
Druckversion
MOSKAU, 27. Juni (RIA Novosti). Die Ölgesellschaft Tatneft hat ein freiwilliges Delisting an der New Yorker Effektenbörse angekündigt. Erstmals verlässt eine russische Gesellschaft den besonders angesehenen Handelsplatz der Welt, schreibt "Kommersant" am Dienstag. In der Gesellschaft wird dieser Schritt auf gewachsene Ausgaben für die Eintragung der Wertpapiere in den USA und auf den Wunsch zurückgeführt, den Aktienhandel auf die Londoner Börse zu konzentrieren. Nach Ansicht von Marktteilnehmern war aber das Unternehmen eher den NYSE-Anforderungen nicht gewachsen.
Wie in der Moskauer Tatneft-Vertretung zu erfahren war, sind derzeit 21 Prozent der Stammaktien in der ADR-Form an der New Yorker Börse im Umlauf
"Die Ausgaben für die Registrierung der Wertpapiere der Gesellschaft bei der Wertpapierkommission SEC sind in den letzten Jahren beträchtlich gewachsen, deshalb wurde beschlossen, den internationalen Handel mit den Tatneft-Aktien auf London zu konzentrieren", heißt es in einer Mitteilung des Pressedienstes der Gesellschaft.
Die endgültige Delisting-Entscheidung soll vom Tatneft-Direktorenrat in einer Sitzung am 30. Juni behandelt werden.
Nach Ansicht der Marktteilnehmer gibt es aber in Wirklichkeit andere Motive für diesen Schritt. "Ganz bestimmt liegt die Ursache der Umstellung in der Weigerung, die in den Tatneft-Berichten angeführten Daten zu erklären", sagt Konstantin Batunin, Experte der Alfa-Bank. "In London sind die Anforderungen an die Emittenten weniger streng als in New York, dort müssen auch weniger Informationen offen gelegt werden."
Diese Meinung teilt auch Wladislaw Metnew aus der Investmentgesellschaft Troika Dialog: "Teilweise ist es mit der Verzögerung der Rechnungslegung verbunden, die Tatsache allein bestätigt aber, dass Tatneft kein NYSE-Listing braucht. Offensichtlich wird die Datentransparenz der Gesellschaft nach dem Delisting nachlassen."
Tatneft hat bereits seit mehreren Jahren Probleme mit der rechtzeitigen Rechnungslegung bei NYSE. Wäre es zu weiteren Verzögerungen gekommen, hätte die Gesellschaft das NYSE-Listing nicht mehr auf eigene Initiative einbüßen können, stellen Experten fest.
Wirtschaft
"Kommersant": Erstmals verlässt eine russische Firma die New Yorker Börse
14:20 | 27/ 06/ 2006
Druckversion
MOSKAU, 27. Juni (RIA Novosti). Die Ölgesellschaft Tatneft hat ein freiwilliges Delisting an der New Yorker Effektenbörse angekündigt. Erstmals verlässt eine russische Gesellschaft den besonders angesehenen Handelsplatz der Welt, schreibt "Kommersant" am Dienstag. In der Gesellschaft wird dieser Schritt auf gewachsene Ausgaben für die Eintragung der Wertpapiere in den USA und auf den Wunsch zurückgeführt, den Aktienhandel auf die Londoner Börse zu konzentrieren. Nach Ansicht von Marktteilnehmern war aber das Unternehmen eher den NYSE-Anforderungen nicht gewachsen.
Wie in der Moskauer Tatneft-Vertretung zu erfahren war, sind derzeit 21 Prozent der Stammaktien in der ADR-Form an der New Yorker Börse im Umlauf
"Die Ausgaben für die Registrierung der Wertpapiere der Gesellschaft bei der Wertpapierkommission SEC sind in den letzten Jahren beträchtlich gewachsen, deshalb wurde beschlossen, den internationalen Handel mit den Tatneft-Aktien auf London zu konzentrieren", heißt es in einer Mitteilung des Pressedienstes der Gesellschaft.
Die endgültige Delisting-Entscheidung soll vom Tatneft-Direktorenrat in einer Sitzung am 30. Juni behandelt werden.
Nach Ansicht der Marktteilnehmer gibt es aber in Wirklichkeit andere Motive für diesen Schritt. "Ganz bestimmt liegt die Ursache der Umstellung in der Weigerung, die in den Tatneft-Berichten angeführten Daten zu erklären", sagt Konstantin Batunin, Experte der Alfa-Bank. "In London sind die Anforderungen an die Emittenten weniger streng als in New York, dort müssen auch weniger Informationen offen gelegt werden."
Diese Meinung teilt auch Wladislaw Metnew aus der Investmentgesellschaft Troika Dialog: "Teilweise ist es mit der Verzögerung der Rechnungslegung verbunden, die Tatsache allein bestätigt aber, dass Tatneft kein NYSE-Listing braucht. Offensichtlich wird die Datentransparenz der Gesellschaft nach dem Delisting nachlassen."
Tatneft hat bereits seit mehreren Jahren Probleme mit der rechtzeitigen Rechnungslegung bei NYSE. Wäre es zu weiteren Verzögerungen gekommen, hätte die Gesellschaft das NYSE-Listing nicht mehr auf eigene Initiative einbüßen können, stellen Experten fest.
Quelle: http://de.rian.ru