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Admiral Sportwetten werden komplett von der Börse verschwind

Geschrieben

In den letzten Monaten ist ein Zauberwort im Umlauf. Das Zauberwort heißt Glücksspiel

und vor allem Sportwetten. Wieso oft bei Zauberwörtern wächst die Fantasie oftmals über

die Realität hinaus und erreicht ungeahnte Höhen. So scheinbar auch bei diesem Boom. Man

kommt sich vor als würde man wieder mitten zwischen Internetaktien stecken, die in

astronomische Höhen schießen könnten. Dieses Szenario kommt Ihnen bekannt vor? Dann

denken Sie daran wie dieser Boom endete, denn so traumhaft sind die Voraussetzungen auch

in diesem Fall nicht.

 

Schaut man sich den Markt genauer an wird man erkennen, dass der Kauf dieser Aktien sehr

leicht selbst zum Glücksspiel geraten kann. So sind vor allem rechtliche Probleme ein

Faktor, bei denen zwar gewisse Tendenzen in Richtung von weltweiter Liberalisierung

zeigen, aber keinesfalls als gewiss angesehen werden dürfen. So sind die Urteile, die in

Deutschland gefällt wurden durchwachsen, aber beim genauen Betrachten vor allem für

den „big player“ Betandwin von Nachteil, da die meisten Urteile gegen die DDR-Lizenz von

Betandwin entschiedene haben. Ebenfalls oftmals unterschätzt sind die Marketingkosten

speziell von Betandwin, da der Werbewahn des an der Wiener Börse notierten Unternehmens

kaum zu bremsen ist, so dass inzwischen kaum eine Sportveranstaltung ohne eine Werbung

von Betandwin stattfindet. Grundsätzlich wird so eine aggressive Werbung als eher

positiv eingestuft, doch genau da steckt der Teufel im Detail.

So könnte genau der größte Trumpf von Betandwin zum größten Nachteil werden, denn mit

der weltweiten Verbreitung des Internets steigt zwar die potenzielle Kundenzahl der

reinen Internetfirmen, damit aber auch die Informationsmöglichkeit und

selbstverständlich (wie damals beim Internetboom) auch die Konkurrenz. Hier zeigt sich

der zweite große Nachteil der Betandwin-Strategie: Die sehr hohen Werbekosten müssen

auch wieder reingeholt werden und dies geht bei einem Sportwettenanbieter vor allem

durch geringere Auszahlungen und indem man die „Profis“ möglichst ausschließt.

 

Doch dieser Schuss kann nach hinten losgehen, da zu beobachten ist, dass Sportwetten-

Neulinge oftmals bei einem der „Bekannten“ anfangen und mit der Zeit anfangen Quoten zu

vergleichen und Berichte in Foren zu lesen, bei denen Betandwin (berechtigt oder nicht

soll hier nicht beurteilt werden) bei einem der wichtigsten Punkte für den klassischen

Nutzer aus Deutschland schlecht abschneidet und das ist der Support. Ebenfalls sollte

nicht vergessen werden, dass fast jeder Börsenboom einer Branche erst dann zu einem Boom

wird kurz bevor die „Großen“ ihre Gewinnmitnahmen tätigen und somit auch kurz bevor der

Kurs durch Verkäufe nach unten getrieben wird. Ebenfalls bleibt eine richtige

Liberalisierung abzuwarten, denn die Konkurrenz schläft nicht, sie lauert lediglich, so

ist die Hilton Group mit ihrem Unternehmen Ladbrokes bis jetzt noch nicht im deutschen

Markt, es wäre jedoch äußerst blauäugig zu denken, dass sich dies nicht innerhalb von

Monaten ändern wird, so bald eine Liberalisierung besiegelt wurde, vor allem nun wo sich

die Hilton Group von ihrer Hotelkette losgesagt hat und zu einem reinen

Sportwettenanbieter mutiert ist. Der zweite große Konkurrenz William Hill ist ebenfalls

noch nicht auf dem deutschen Markt und wartet auf Rechtssicherheit. Und genau da könnte

es sich lohnen einen Blick auf die Konkurrenz, die man kaum kennt, zu werfen. Bei einer

Liberalisierung wäre William Hill ein sehr empfehlenswerter Wert, da hier noch Potenzial

nach oben besteht und es kaum zu glauben ist, dass der in England mit einigen Tausend

(!!!) Filialen vertretene Anbieter, nicht in Deutschland Fuß fassen könnte.

 

Schaut man sich die Beteiligungen von Betandwin an, so wird man auch da nicht wirklich

von der richtigen Strategie überzeugt. Hier fällt vor allem Betbull auf, die eine reine

Wettbörse betreiben und genau das ist ihr Nachteil, da sie hier Betfair als Konkurrenten

haben, die schon fast eine Monopolstellung bei den Wettbörsen haben und hier ihre

Position eher Ausbauen als Marktanteile zu verlieren. Ebenfalls zu Betbull gehört

Primebet, die beispielsweise in Deutschland trotz einiger Filialen nicht richtig Fuß

fassen konnten.

 

Neben dem wohl in Deutschland bekanntesten börsennotierten Unternehmen BAW sind da noch

einige Kleinere Unternehmen, die den Gang an die Börse gewagt haben. Bekannt dürfte hier

vor allem das in Frankfurt notierte Unternehmen „bet-at-home“ sein. Schaut man sich

jedoch den Kurs an, stellt man schnell fest, dass bereits von dem Boom profitiert hat

und nahezu explodiert ist in den letzten Monaten. So sind hier eher Korrekturen nach

unten zu erwarten, der zwar bereits seit zwei Monaten im vollen Gange ist, jedoch beim

genauen Betrachten der wahren Größe des Unternehmens noch lange nicht vollzogen wurde.

 

Ein großer Name des österreichischen Marktes ist seit einigen Tagen nun sogar von der

Börse zurückgetreten. Admiral Sportwetten Aktien sind vom Handel ausgesetzt worden und

werden komplett von der Börse verschwinden.

Ein weiteres Unternehmen an der Börse ist die Sportwetten AG, die ebenfalls in

Deutschland gehandelt werden. Auch hier ist zu beobachten, dass noch lange keine

schwarzen zahlen auf dem hart umkämpften Wettmarkt in der Bilanz stehen.

 

Was bleibt abschließend zu sagen?

Falls man jetzt in den Markt einsteigen möchte gibt es zwei Möglichkeiten. Spekulieren

auf kurzfristige Anstiege, die jedoch kaum zu erwarten sind, vor allem falls sich bei

dem Großereignis WM die Favoriten durchsetzen sollten und es somit eine teure WM für die

Buchmacher wird oder man spekuliert eher in der Rechtssprechung und setzt auf

Unternehmen, die eine klare Liberalisierung des gesamteuropäischen Marktes erwarten und

genau diese Werte jetzt kaufen. Vergessen Sie dabei niemals das wichtigste Gesetz der

Börse: die Börse handelt nie in der Gegenwart, sondern in der Zukunft, somit muss ein

Unternehmen längerfristig erfolgreich um einen Kauf zu rechtfertigen. Konservativer,

jedoch sicherer könnte der Anstieg in einen reinen Glücksspiel-Fond sein, der sich aus

Techniklieferanten, Glücksspielanbietern und Dienstleistern der Branche zusammensetzt

und somit eine breitere „Fläche“ abdeckt und damit auch das Risiko geringer hält.

 

Quelle:sportwetten-magazin.de/

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