Internationale Hedge-Fonds kaufen sich bei mittelgroßen deutschen Unternehmen ein. Unter anderem bei dem Bauelementehersteller Epcos, der Baumarktkette Praktiker und dem Solarunternehmen Conergy haben Hedge-Fonds in den vergangenen Wochen ihre Anteile aufgestockt.
Jüngstes Beispiel für die Attraktivität deutscher Unternehmen ist der Einstieg von Och-Ziff bei Borussia Dortmund: Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Finanzanzeige hervorgeht, hält der Londoner Investmentarm des US-Hedge-Fonds 7,56 Prozent an dem einzigen börsennotierten Fußballklub Deutschlands.
In Branchenkreisen heißt es, vor allem das Vorgehen des britischen Hedge-Fonds TCI bei der Deutschen Börse im vergangenen Jahr habe das Augenmerk der Konkurrenz auf Deutschland gelenkt. TCI hatte die Pläne der Deutschen Börse durchkreuzt, die London Stock Exchange zu übernehmen. Investmentbanker hatten damals geschätzt, dass Hedge-Fonds im Schnitt bis zu 20 Prozent an den 30 Unternehmen im Dax besitzen.
Zum Teil sind Hedge-Fonds bereits früher bei deutschen Unternehmen eingestiegen. Neben TCI erwarben die US-Fonds Atticus und Lone Pine in erheblichem Umfang Deutsche-Börse-Aktien. Landsdowne und Toscafund kauften Anteile an der Commerzbank. Auch beim Anlagenbauer IWKA und beim Grafitspezialisten SGL Carbon tauchten Hedge-Fonds als wesentliche Aktionäre auf.
Ausgereizte Chancen
Hedge-Fonds seien seit zwei bis drei Jahren verstärkt in Deutschland aktiv und hätten sich erst die großen Unternehmen angeschaut, sagte Oliver Linde, Geschäftsführer bei Georgeson Shareholder Communication in London. Bei den meisten Dax-Mitgliedern seien die Chancen aber ausgereizt. "Bei kleineren Unternehmen haben die Fonds auch mit weniger Geld eine größere Hebelwirkung", begründete Linde das Interesse an Firmen aus der zweiten Reihe.
Mit dem New Yorker Fonds Och-Ziff, der rund 14 Mrd. $ verwaltet, ist bei Borussia Dortmund ein Branchenschwergewicht eingestiegen - nicht der erste Hedge-Fonds beim Fußballbundesligisten. Absolute Capital Management, der Hedge-Fonds des umstrittenen Managers Florian Homm, ist seit längerem Aktionär. Er hält nach jüngsten Reuters-Daten beinahe 18 Prozent.
Absolute Capital Management verwaltet gut 1 Mrd. Euro, davon rund 150 Mio. Euro in dem auf Deutschland spezialisierten Absolute Germany Fund. Der Fonds hat seit Jahresbeginn trotz des Kursrutschs an Europas Börsen rund 15 Prozent an Wert gewonnen. Homm könnte Sogwirkung auf andere Hedge-Fonds haben, sagte Linde.
Vor allem seit April haben mehrere große Spieler der Branche ihre Engagements in Unternehmen aus dem Nebenwertebereich ausgebaut: An Praktiker hält der US-Fonds Eton Park seit April 6,6 Prozent. Bei Epcos hatte die Hedge-Fonds-Sparte von Odey Asset Management im Mai den Anteil auf über fünf Prozent aufgestockt. Beim Immobilienunternehmen Vivacon sprang der Londoner Fonds Landsdowne, der mehr als 10 Mrd. $ verwaltet, zeitweise über diese Anteilsschwelle.
Mit Cycladic und Audley European Opportunities stockten in den vergangenen Wochen zwei kleinere Branchenvertreter ihren Anteil an dem Mobilfunkausrüster Balda auf mehr als fünf Prozent auf. Beim Solarunternehmen Conergy übersprang kürzlich Gradient Capital Partner diese Schwelle. Die Motivation der Hedge-Fonds ist sehr unterschiedlich - und meist schwer zu ermitteln, weil die Branche in der Regel im Verborgenen agiert. Einige Fonds erwarten langfristige Wertsteigerungen, andere treten dem Management gegenüber aggressiv auf. Häufig können aktive Fonds bei Nebenwerten ihre Interessen besser durchsetzen. "Bei kleinen Unternehmen können Hedge-Fonds mit vergleichsweise geringen Anteilen noch mehr ausrichten als bei größeren Unternehmen. Denn häufig sind da die Hauptversammlungspräsenzen noch geringer", sagte der Anwalt einer internationalen Rechtsanwaltskanzlei.
Internationale Hedge-Fonds kaufen sich bei mittelgroßen deutschen Unternehmen ein. Unter anderem bei dem Bauelementehersteller Epcos, der Baumarktkette Praktiker und dem Solarunternehmen Conergy haben Hedge-Fonds in den vergangenen Wochen ihre Anteile aufgestockt.
Jüngstes Beispiel für die Attraktivität deutscher Unternehmen ist der Einstieg von Och-Ziff bei Borussia Dortmund: Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Finanzanzeige hervorgeht, hält der Londoner Investmentarm des US-Hedge-Fonds 7,56 Prozent an dem einzigen börsennotierten Fußballklub Deutschlands.
In Branchenkreisen heißt es, vor allem das Vorgehen des britischen Hedge-Fonds TCI bei der Deutschen Börse im vergangenen Jahr habe das Augenmerk der Konkurrenz auf Deutschland gelenkt. TCI hatte die Pläne der Deutschen Börse durchkreuzt, die London Stock Exchange zu übernehmen. Investmentbanker hatten damals geschätzt, dass Hedge-Fonds im Schnitt bis zu 20 Prozent an den 30 Unternehmen im Dax besitzen.
Zum Teil sind Hedge-Fonds bereits früher bei deutschen Unternehmen eingestiegen. Neben TCI erwarben die US-Fonds Atticus und Lone Pine in erheblichem Umfang Deutsche-Börse-Aktien. Landsdowne und Toscafund kauften Anteile an der Commerzbank. Auch beim Anlagenbauer IWKA und beim Grafitspezialisten SGL Carbon tauchten Hedge-Fonds als wesentliche Aktionäre auf.
Ausgereizte Chancen
Hedge-Fonds seien seit zwei bis drei Jahren verstärkt in Deutschland aktiv und hätten sich erst die großen Unternehmen angeschaut, sagte Oliver Linde, Geschäftsführer bei Georgeson Shareholder Communication in London. Bei den meisten Dax-Mitgliedern seien die Chancen aber ausgereizt. "Bei kleineren Unternehmen haben die Fonds auch mit weniger Geld eine größere Hebelwirkung", begründete Linde das Interesse an Firmen aus der zweiten Reihe.
Mit dem New Yorker Fonds Och-Ziff, der rund 14 Mrd. $ verwaltet, ist bei Borussia Dortmund ein Branchenschwergewicht eingestiegen - nicht der erste Hedge-Fonds beim Fußballbundesligisten. Absolute Capital Management, der Hedge-Fonds des umstrittenen Managers Florian Homm, ist seit längerem Aktionär. Er hält nach jüngsten Reuters-Daten beinahe 18 Prozent.
Absolute Capital Management verwaltet gut 1 Mrd. Euro, davon rund 150 Mio. Euro in dem auf Deutschland spezialisierten Absolute Germany Fund. Der Fonds hat seit Jahresbeginn trotz des Kursrutschs an Europas Börsen rund 15 Prozent an Wert gewonnen. Homm könnte Sogwirkung auf andere Hedge-Fonds haben, sagte Linde.
Vor allem seit April haben mehrere große Spieler der Branche ihre Engagements in Unternehmen aus dem Nebenwertebereich ausgebaut: An Praktiker hält der US-Fonds Eton Park seit April 6,6 Prozent. Bei Epcos hatte die Hedge-Fonds-Sparte von Odey Asset Management im Mai den Anteil auf über fünf Prozent aufgestockt. Beim Immobilienunternehmen Vivacon sprang der Londoner Fonds Landsdowne, der mehr als 10 Mrd. $ verwaltet, zeitweise über diese Anteilsschwelle.
Mit Cycladic und Audley European Opportunities stockten in den vergangenen Wochen zwei kleinere Branchenvertreter ihren Anteil an dem Mobilfunkausrüster Balda auf mehr als fünf Prozent auf. Beim Solarunternehmen Conergy übersprang kürzlich Gradient Capital Partner diese Schwelle. Die Motivation der Hedge-Fonds ist sehr unterschiedlich - und meist schwer zu ermitteln, weil die Branche in der Regel im Verborgenen agiert. Einige Fonds erwarten langfristige Wertsteigerungen, andere treten dem Management gegenüber aggressiv auf. Häufig können aktive Fonds bei Nebenwerten ihre Interessen besser durchsetzen. "Bei kleinen Unternehmen können Hedge-Fonds mit vergleichsweise geringen Anteilen noch mehr ausrichten als bei größeren Unternehmen. Denn häufig sind da die Hauptversammlungspräsenzen noch geringer", sagte der Anwalt einer internationalen Rechtsanwaltskanzlei.
Quelle: FTD