Für die City könnten die Konsequenzen dramatisch sein. „Seit dem Zusammenbruch von Lehman lagern Hedgefonds ihre Depots in die USA aus“, sagt der Branchen-Insider. Das Problem für den Aktienmarkt: 20 der 65 Milliarden Euro hatten viele der 1.300 betroffenen Kunden für Leerverkäufe deponiert – also für Wetten auf fallende Kurse (Short-Spekulationen).
Dieses Kapital sitzt nun bei der Lehman-Tochter zwangsweise fest. John Hempton, Gründer des Hedgefonds Bronte Capital, sieht dies als Ursache dafür, dass manche Kurse verrückt spielen und gegen den Trend stark steigen. Denn Short-Positionen bei Lehman seien plötzlich – koste es, was es wolle – geschlossen worden, indem die Bank bestimmte Papiere gekauft hat, bei denen Kunden auf fallende Kurse gewettet hatten