"Da niemand mit mir kämpfen will, bleibt mir nur das Opfer.
Ich bin nicht „rekrutiert“, sondern berufen worden.
Die wichtigste Voraussetzung für meine Berufung aber ist mit dem neuen System in meinen Augen nicht mehr gegeben.
Deshalb habe ich die Entlassung aus dem Dienst beantragt."
Marius Reiser ist seit 1991 Professor für Neues Testament am Fachbereich Katholische Theologie der Universität Mainz. Zum Ende des laufenden Wintersemesters legt er diese Professur aus Widerstand gegen die unter dem Titel „Bologna-Prozess“ betriebene und ihm als unerträglich erscheinende Hochschulreform nieder.
Wir drucken seine Begründung für diesen ungewöhnlichen Schritt. Hilfreich dabei zu wissen: Reiser ist Jahrgang 1954, steht also keineswegs kurz vor seiner Emeritierung.
Hier nimmt also ein Universitätslehrer die Kosten seiner inneren Überzeugung ganz auf sich. Von seiner Universität und dem rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministerium hat Reiser auf sein Demissionsschreiben bislang keine Antwort erhalten.
"Da niemand mit mir kämpfen will, bleibt mir nur das Opfer.
Ich bin nicht „rekrutiert“, sondern berufen worden.
Die wichtigste Voraussetzung für meine Berufung aber ist mit dem neuen System in meinen Augen nicht mehr gegeben.
Deshalb habe ich die Entlassung aus dem Dienst beantragt."