Umfrage: Bessere Konditionen. Bereits vor dreieinhalb Wochen waren die Leitzinsen gestiegen. Geldhäuser ziehen nun nach. Kunden sollten auf Details achten.
Hamburg -
Dreieinhalb Wochen nach der letzten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB), haben nun viele Finanzinstitute ihre Zinsen für Spareinlagen angehoben. So verbesserten gestern eine Reihe von Direktbanken ihre Konditionen. "Ab sofort gelten höhere Zinsen für unsere Produkte Zinswachstum, Sparbrief, Vorsorgesparen und Auszahlplan", sagte Ulrich Ott, Sprecher der ING-DiBa. Gleichzeitig reagiert auch die CC-Bank mit besseren Konditionen für ihre Sparprodukte und die DaimlerChryslerBank zieht zum 10. Juli nach. "Für unsere Festzinsanlagen verbessert sich die Verzinsung je nach Laufzeit um 0,1 bis 0,25 Prozentpunkten", sagt Sprecherin Brigitte Bertram.
Auch die Filialbanken können die steigende Zinsentwicklung nicht mehr ignorieren. "Die Haspa-Festzinsanlagen steigen um bis zu 0,4 Prozentpunkten", sagt Christoph Döbbelin. Auch die Konditionen für das täglich verfügbare Cash-Konto wurden um 0,15 Punkte heraufgesetzt. Im Gegenzug gibt es keine Zinserhöhungen bei Dispositions- und Ratenkrediten. Anders dagegen bei der Commerzbank Hamburg. Der Ratenkredit bleibt unverändert, die Zinsen für den Dispo steigen aber von 13 auf 13,25 Prozent. Am kümmerlichen Spareckzins von 0,5 Prozent wird nichts verändert, "da diese Sparform kaum noch Bedeutung hat", so Sprecherin Marina Kowitz.
Die EZB hatte bereits am 8. Juni die Leitzinsen um einen Viertelpunkt auf 2,75 Prozent erhöht. Danach hatten die Verbraucherzentralen die Banken aufgefordert, die Leitzinserhöhung rasch an ihre Kunden weiterzugeben. "Doch am Markt ist bisher fast gar nichts passiert, weder auf der Anlageseite noch auf der Kreditseite", sagt Max Herbst von der Finanzberatung FMH, die laufend Konditionen analysiert.
So zeigt der FMH-Index, in den die Konditionen von rund 35 Banken einfließen, seit dem 8. Juni bei Raten- und Dispokrediten keine Veränderung. "Das liegt sicher daran, daß die Banken hier schon auf einem gutem Niveau angelangt sind und eine Verteuerung der Geldbeschaffung nicht unbedingt weitergeben müssen", sagt Herbst. Auch der FMH-Index für Tagesgeld blieb konstant. Der Durchschnittswert für diese Anlageform liegt bei 1,91 Prozent. "Angesichts einer Summe von fast einer Billion Euro, die für kurzfristige Anlagen zur Verfügung steht und zum Teil schon Konditionen, die dem Leitzinsniveau entsprechen, sehen die meisten Banken offenbar keinen Handlungsbedarf", sagt Herbst. So boten zum Beispiel 1822 direkt oder auch die Citibank schon vor der Zinsentscheidung der EZB für Tagesgeld 2,75 Prozent. Und die Konditionen für Spareinlagen werden nicht allein vom Leitzinsniveau bestimmt. "Die Marktentwicklung und auch Marketingaspekte spielen eine ebenso große Rolle", sagt Ralf Palm von der Postbank.
Profitieren von besseren Konditionen können beim Tagesgeld lediglich Neukunden. Sie werden von einer Reihe von Banken mit Zinsen von bis zu 3,3 Prozent gelockt. Diesen Satz verspricht Cortal Consors für ein Jahr. Allerdings beschränkt auf eine Einlage von bis zu 10 000 Euro. Im ungünstigsten Fall muß der Kunde noch eine monatliche Kontopauschale von 1,95 Euro bezahlen. Bedingungsfrei für Neukunden ist dagegen das Cash-Extra-Konto von 1822 direkt mit drei Prozent. "Da wir auch für die Bestandskunden mit 2,75 Prozent Konditionen über dem Durchschnitt bieten, sehen wir in dieser Form der Kundenwerbung keine Probleme", sagt Frank Stefes von 1822 direkt. Auch Dresdner Bank und Finansbank locken Neukunden mit drei Prozent auf dem Tagesgeldkonto. "Die Banken sind in solchen Entscheidungen frei, Neukunden zu bevorzugen", sagt Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Allerdings dürfen sie die Altkunden nicht ewig auf einem niedrigeren Level schmoren lassen."
Ein- bis zweijährige Sparbriefe können eine Alternative zum Tagesgeld sein. So bringt ein zweijähriger Sparbrief bei der CC-Bank 3,5 Prozent, bei der ING-DiBa 3,4 Prozent und bei der DaimlerChryslerBank 3,3 Prozent. Länger als zwei Jahre sollte man sich aber in einer Phase steigender Zinsen nicht binden.
Daß die Banken vor allem bei diesen Konditionen nachgebessert haben, liegt daran, daß die Anlagen in einer Phase wieder steigender Zinsen unattraktiver wurden. Für Ende August rechnen die Experten mit einer weiteren EZB-Zinsanhebung. Dann könnten auch wieder die Konditionen beim Tagesgeld in Bewegung kommen - für alle Kunden.
Umfrage: Bessere Konditionen. Bereits vor dreieinhalb Wochen waren die Leitzinsen gestiegen. Geldhäuser ziehen nun nach. Kunden sollten auf Details achten.
Hamburg -
Dreieinhalb Wochen nach der letzten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB), haben nun viele Finanzinstitute ihre Zinsen für Spareinlagen angehoben. So verbesserten gestern eine Reihe von Direktbanken ihre Konditionen. "Ab sofort gelten höhere Zinsen für unsere Produkte Zinswachstum, Sparbrief, Vorsorgesparen und Auszahlplan", sagte Ulrich Ott, Sprecher der ING-DiBa. Gleichzeitig reagiert auch die CC-Bank mit besseren Konditionen für ihre Sparprodukte und die DaimlerChryslerBank zieht zum 10. Juli nach. "Für unsere Festzinsanlagen verbessert sich die Verzinsung je nach Laufzeit um 0,1 bis 0,25 Prozentpunkten", sagt Sprecherin Brigitte Bertram.
Auch die Filialbanken können die steigende Zinsentwicklung nicht mehr ignorieren. "Die Haspa-Festzinsanlagen steigen um bis zu 0,4 Prozentpunkten", sagt Christoph Döbbelin. Auch die Konditionen für das täglich verfügbare Cash-Konto wurden um 0,15 Punkte heraufgesetzt. Im Gegenzug gibt es keine Zinserhöhungen bei Dispositions- und Ratenkrediten. Anders dagegen bei der Commerzbank Hamburg. Der Ratenkredit bleibt unverändert, die Zinsen für den Dispo steigen aber von 13 auf 13,25 Prozent. Am kümmerlichen Spareckzins von 0,5 Prozent wird nichts verändert, "da diese Sparform kaum noch Bedeutung hat", so Sprecherin Marina Kowitz.
Die EZB hatte bereits am 8. Juni die Leitzinsen um einen Viertelpunkt auf 2,75 Prozent erhöht. Danach hatten die Verbraucherzentralen die Banken aufgefordert, die Leitzinserhöhung rasch an ihre Kunden weiterzugeben. "Doch am Markt ist bisher fast gar nichts passiert, weder auf der Anlageseite noch auf der Kreditseite", sagt Max Herbst von der Finanzberatung FMH, die laufend Konditionen analysiert.
So zeigt der FMH-Index, in den die Konditionen von rund 35 Banken einfließen, seit dem 8. Juni bei Raten- und Dispokrediten keine Veränderung. "Das liegt sicher daran, daß die Banken hier schon auf einem gutem Niveau angelangt sind und eine Verteuerung der Geldbeschaffung nicht unbedingt weitergeben müssen", sagt Herbst. Auch der FMH-Index für Tagesgeld blieb konstant. Der Durchschnittswert für diese Anlageform liegt bei 1,91 Prozent. "Angesichts einer Summe von fast einer Billion Euro, die für kurzfristige Anlagen zur Verfügung steht und zum Teil schon Konditionen, die dem Leitzinsniveau entsprechen, sehen die meisten Banken offenbar keinen Handlungsbedarf", sagt Herbst. So boten zum Beispiel 1822 direkt oder auch die Citibank schon vor der Zinsentscheidung der EZB für Tagesgeld 2,75 Prozent. Und die Konditionen für Spareinlagen werden nicht allein vom Leitzinsniveau bestimmt. "Die Marktentwicklung und auch Marketingaspekte spielen eine ebenso große Rolle", sagt Ralf Palm von der Postbank.
Profitieren von besseren Konditionen können beim Tagesgeld lediglich Neukunden. Sie werden von einer Reihe von Banken mit Zinsen von bis zu 3,3 Prozent gelockt. Diesen Satz verspricht Cortal Consors für ein Jahr. Allerdings beschränkt auf eine Einlage von bis zu 10 000 Euro. Im ungünstigsten Fall muß der Kunde noch eine monatliche Kontopauschale von 1,95 Euro bezahlen. Bedingungsfrei für Neukunden ist dagegen das Cash-Extra-Konto von 1822 direkt mit drei Prozent. "Da wir auch für die Bestandskunden mit 2,75 Prozent Konditionen über dem Durchschnitt bieten, sehen wir in dieser Form der Kundenwerbung keine Probleme", sagt Frank Stefes von 1822 direkt. Auch Dresdner Bank und Finansbank locken Neukunden mit drei Prozent auf dem Tagesgeldkonto. "Die Banken sind in solchen Entscheidungen frei, Neukunden zu bevorzugen", sagt Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Allerdings dürfen sie die Altkunden nicht ewig auf einem niedrigeren Level schmoren lassen."
Ein- bis zweijährige Sparbriefe können eine Alternative zum Tagesgeld sein. So bringt ein zweijähriger Sparbrief bei der CC-Bank 3,5 Prozent, bei der ING-DiBa 3,4 Prozent und bei der DaimlerChryslerBank 3,3 Prozent. Länger als zwei Jahre sollte man sich aber in einer Phase steigender Zinsen nicht binden.
Daß die Banken vor allem bei diesen Konditionen nachgebessert haben, liegt daran, daß die Anlagen in einer Phase wieder steigender Zinsen unattraktiver wurden. Für Ende August rechnen die Experten mit einer weiteren EZB-Zinsanhebung. Dann könnten auch wieder die Konditionen beim Tagesgeld in Bewegung kommen - für alle Kunden.
Quelle:abendblatt.de