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Schwache Juni-Orders bei Comdirect und Sino

Geschrieben

Die jüngste Börsenkorrektur hat deutliche Spuren bei den Wertpapierbrokern Comdirect und Sino hinterlassen. Gegenüber dem Vormonat sank die Zahl der ausgeführten Orders im Juni bei beiden Brokern.

 

Wie die Comdirect AG mitteilt, fiel die Zahl der Juni-Orders um 29 Prozent auf 695.357. Noch im Mai meldete der größte deutsche Online-Broker 983.577 ausgeführte Transaktionen.

 

Sowohl die Zahl der Kunden als auch die der Wertpapierdepots verbesserten sich hingegen im Vergleich zum Vormonat. Im Juni kamen 7500 Neukunden hinzu. Die Comdirect hat 743.666 Kunden mit insgesamt 588.472 Depots.

 

Allerdings entwickelte sich das betreute Kundenvermögen der Commerzbank-Tochter gegenüber dem Vormonat von 14,47 auf 14,29 Milliarden Euro zurück.

 

Sino-Orders ebenfalls rückläufig

 

Einen kräftigen Rückgang der Wertpapieraufträge verzeichnete auch die Sino AG. Der auf so genannte Heavy Trader spezialisierte Broker wickelte im Juni 122.603 Orders ab. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Minus von 30 Prozent. Dies sei auch bedingt durch die Fußball-WM, teilte die Sino AG am Freitag mit.

 

Die Sino AG, die insgesamt 536 Wertpapierdepots betreut, relativiert die schwachen Juni-Orders mit einem 64-prozentigen Anstieg der Orders gegenüber dem Vorjahresmonat. Trotz rückläufiger Juni-Orders sieht man sich bei Sino auf Wachstumskurs.

 

Gesamtmarkt besser

 

Sowohl Comdirect als auch Sino konnten im Juni mit der Entwicklung an den deutschen Börsen nicht mithalten. Während Sino den Monatsrückgang auch prozentual benannte, sparte Comdirect sich diese Information. Zwar machte sich im Juni der saisonale Effekt an den deutschen Börsen durchaus bemerkbar. Verglichen mit dem Rekordmonat Mai ging das Handelsvolumen im Juni jedoch lediglich um rund 21 Prozent zurück – weit weniger also als bei Comdirect und Sino (siehe Link "Börsen trotzen Kursflaute und WM").

 

Quelle: boerse.ard.de

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Geschrieben
  • Autor

Die Anleger gehen in die Sommerpause, die Umsätze der Onlinebroker in den Keller. Die Erklärungen dafür sind so bunt wie die Fußball-Weltmeisterschaft.

 

Die Intensität des Sonnenscheins und die Umsätze der Onlinebroker sind negativ korreliert, ließe sich im Börsenjargon sagen. Oder einfacher: Bei viel Sonnenschein brechen den Direktbanken die Handelsaufträge weg.

 

Comdirect hat im Juni gut 695.000 Wertpapiergeschäfte für ihre Kunden ausgeführt. Im Mai waren es noch über 983.577 Orders. Das gleiche Bild bei der Konkurrenz: Cortal Consors vermeldet zwar keine konkreten Zahlen, doch von Mai auf Juni brachen die Orderzahlen um 20 Prozent ein, heißt es.

 

"Die Transaktionen folgen halt den Märkten", räumt auch Jürgen Eikenbusch von der DAB ein. Genaue Zahlen indes wollte der Unternehmenssprecher ebenfalls nicht nennen. Selbst bei einer herkömmlichen Bank wie der Augsburger Aktienbank macht sich der Sommer bemerkbar. Im Schnitt werden dort 1900 Order pro Tag abgewickelt, im Juni wären es nur noch 1500 gewesen, berichtet Lothar Behrens, im Hause Vorstand für Marketing und Vertrieb.

 

Die Börsenkurse, der Sommer, der Ferienbeginn, aber auch die Fußball-Weltmeisterschaft, das sind einige Gründe für die Börsenabstinenz. "Während der Spiele geschah in unseren Callcentern gar nichts", sagt Dirk Althoff, Sprecher von Cortal Consors. Und viele Anleger folgen tatsächlich, so Behrens, der alten Börsenregel: "Sell in may and go away", verkaufen also im Mai und halten sich dann erst einmal von der Börse fern.

 

Dafür spricht auch die Statistik des Bundesverband Investment und Asset Management (BVI). Publikumsfonds verzeichneten im Mai in der Summe Nettomittelzuflüsse von 459 Millionen Euro. Nettomittelzuflüsse sind der Saldo aus den An- und Verkäufen. Doch während von den riskanteren Aktienfonds Anteile allein im Mai im Wert von fast zwei Milliarden Euro zurückgegeben wurden, verbuchten Geldmarktfonds Zuflüsse in nahezu gleicher Höhe. Offensichtlich Anleger, die den Mai noch dazu nutzen, ihre Depots zu sichern.

 

Bei Derivaten lag der Umsatz im Mai übrigens bei gut 14 Milliarden Euro. Im Vormonat waren es knapp zehn Milliarden. Im Juni indes sackten die Umsätze auf etwas über neun Milliarden Euro ab.

 

Die Börsen, Fußball oder eben der Sommer - die Institute jedenfalls glauben daran, dass es bald mit höheren Transaktionszahlen weitergeht. Sofern denn die Börsen wieder anziehen.

 

Quelle: Manager Magazin

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