Eine kräftige Unterstützung für den Aktienmarkt sind die enormen Mittelüberschüsse der Firmen. Weitere Themen in diesem Kapital: DP World und Tomtom.
Für die nichtfinanziellen Firmen in Europa wird der so genannte Free Cashflow, also die operativen Mittelzuflüsse abzüglich der Investitionen, auf rund 6,5 Prozent der Marktkapitalisierung geschätzt. Das untermauert zum einen die Ansicht, dass Aktien günstig bewertet sind. Zum anderen gibt der hohe Free Cashflow den Firmen die Mittel für die vielen Übernahmen in die Hand, die den Aktienmarkt derzeit eindeutig stützen. Woher kommen die Mittelüberschüsse? Im Prinzip sind sie das Resultat von Kostensenkungen (Personalabbau) und Investitionszurückhaltung. Und da im Vergleich zu früheren Phasen hoher Mittelüberschüsse derzeit - zumindest in Europa - kaum neue Kapazitäten geschaffen werden, ist vordergründig auch eine anhaltend hohe Rentabilität zu erwarten. Doch wie jede hat auch diese Medaille zwei Seiten. Einmal davon abgesehen, dass die Sparpolitik der Firmen die aggregierte gesamtwirtschaftliche Nachfrage dämpft, stellt sich mittelfristig folgende Frage: Was passiert wohl mit den Marktanteilen, wenn andere derweil stark investieren und Mitarbeiter einstellen?
Genau das ist ja der Fall. Während in den USA der Anteil der Ausrüstungsinvestitionen seit Q2 2003 wieder kontinuierlich steigt und nun um einen ganzen Prozentpunkt über dem langjährigen Mittel von sieben Prozent liegt, krebst die Ausrüstungsinvestitionsquote im Euro-Raum weiter um ihren Tiefpunkt herum. In China fließt derweil fast die Hälfte des BIP in Investitionen. Natürlich mischen Europas Firmen in den Schwellenländern mit und investieren dort. Aber gerade die Mittelüberschüsse von sechs Prozent des Umsatzes sprechen ja auch dafür, dass die Investitionsneigung der Europäer insgesamt recht niedrig ist. Mittelfristige Erwägungen spielen an den Börsen dieser Tage eben kaum eine Rolle. Das sieht man schon daran, dass Firmen reihenweise auf der Spitze des Zyklus Rivalen übernehmen und dafür Preise bezahlen, die den Anschaffungswert der erworbenen Aktiva bei weitem übertreffen. Würden richtige Unternehmer nicht gerade umgekehrt vorgehen: Jetzt die Mittel scheffeln - und im nächsten Abschwung auf Schnäppchenjagd gehen?
Eine kräftige Unterstützung für den Aktienmarkt sind die enormen Mittelüberschüsse der Firmen. Weitere Themen in diesem Kapital: DP World und Tomtom.
Für die nichtfinanziellen Firmen in Europa wird der so genannte Free Cashflow, also die operativen Mittelzuflüsse abzüglich der Investitionen, auf rund 6,5 Prozent der Marktkapitalisierung geschätzt. Das untermauert zum einen die Ansicht, dass Aktien günstig bewertet sind. Zum anderen gibt der hohe Free Cashflow den Firmen die Mittel für die vielen Übernahmen in die Hand, die den Aktienmarkt derzeit eindeutig stützen. Woher kommen die Mittelüberschüsse? Im Prinzip sind sie das Resultat von Kostensenkungen (Personalabbau) und Investitionszurückhaltung. Und da im Vergleich zu früheren Phasen hoher Mittelüberschüsse derzeit - zumindest in Europa - kaum neue Kapazitäten geschaffen werden, ist vordergründig auch eine anhaltend hohe Rentabilität zu erwarten. Doch wie jede hat auch diese Medaille zwei Seiten. Einmal davon abgesehen, dass die Sparpolitik der Firmen die aggregierte gesamtwirtschaftliche Nachfrage dämpft, stellt sich mittelfristig folgende Frage: Was passiert wohl mit den Marktanteilen, wenn andere derweil stark investieren und Mitarbeiter einstellen?
Genau das ist ja der Fall. Während in den USA der Anteil der Ausrüstungsinvestitionen seit Q2 2003 wieder kontinuierlich steigt und nun um einen ganzen Prozentpunkt über dem langjährigen Mittel von sieben Prozent liegt, krebst die Ausrüstungsinvestitionsquote im Euro-Raum weiter um ihren Tiefpunkt herum. In China fließt derweil fast die Hälfte des BIP in Investitionen. Natürlich mischen Europas Firmen in den Schwellenländern mit und investieren dort. Aber gerade die Mittelüberschüsse von sechs Prozent des Umsatzes sprechen ja auch dafür, dass die Investitionsneigung der Europäer insgesamt recht niedrig ist. Mittelfristige Erwägungen spielen an den Börsen dieser Tage eben kaum eine Rolle. Das sieht man schon daran, dass Firmen reihenweise auf der Spitze des Zyklus Rivalen übernehmen und dafür Preise bezahlen, die den Anschaffungswert der erworbenen Aktiva bei weitem übertreffen. Würden richtige Unternehmer nicht gerade umgekehrt vorgehen: Jetzt die Mittel scheffeln - und im nächsten Abschwung auf Schnäppchenjagd gehen?
Source: boerse-online.de