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Versicherer suchen neue Formen der Geldanlage

Geschrieben

Die Versicherer sind trotz der jüngsten Zinserholung auf der Suche nach alternativen Kapitalanlageformen, um die Vermögen stärker zu diversifizieren und so letztlich krisenfester zu machen. Das zeigte sich auf einer Handelsblatt-Tagung in München zur Kapitalanlage der Versicherer.

 

Der Versicherungsbranche kommt heute entgegen, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vieles erlaubt, was noch vor ein paar Jahren nicht möglich war, wie beispielsweise Investitionen in Hedge-Fonds. BaFin-Chef Jochen Sanio gibt den Versicherern die Spielregeln für die Anlage der Kundengelder vor und wacht seit der Kapitalmarktkrise vor gut drei Jahren genau über deren Einhaltung. Damals sind einige Lebensversicherer in Schwierigkeiten geraten, weil sie an den Märkten nicht mehr die Renditen verdienen konnten, die sie den Kunden garantieren. Aktuell liegt das Zinsniveau aber wieder rund ein Prozentpunkt über der durchschnittlichen Garantieverzinsung. Dreißigjährige Anleihen waren gestern mit 4,6 Prozent Verzinsung zu haben. Das durchschnittliche Garantieniveau der Versicherer liegt bei 3,4 Prozent.

 

Trotzdem sucht die Branche nach neuen Wegen, um die Renditen zu steigern. Denn nur mit Werten deutlich oberhalb des garantierten Niveaus kann sie im Wettbewerb bestehen. Bisher steckt das Gros der Gelder von Lebensversicherungen in Festverzinslichen. Nur etwa zehn Prozent sind direkt und über Fonds in Aktien investiert.

 

„Mit der traditionellen Asset Allocation der Lebensversicherer sind sechs Prozent Rendite einfach nicht darstellbar“, sagte aber Rainer Buth von der Beratungsfirma Faros. Alternative Anlageformen, wie Hedge-Fonds oder Private Equity, gewinnen daher an Bedeutung. Das bestätigen auch die Zahlen der BaFin, wonach im ersten Quartal dieses Jahres 0,2 Prozent der Kapitalanlagen der Versicherer in der noch recht jungen Assetklasse Private Equity investiert waren und 5,5 Prozent in strukturierten Produkten – Tendenz steigend.

 

„Die Kapitalanlage wird zur strategischen Wettbewerbskomponente“, sagte Jörg Boche von der R+V Versicherung. Die Versicherer müssten sich auf völlig neue Produkte einstellen, seit sich die steuerlichen Rahmenbedingungen für die Kapital-Policen verschlechtert hätten und mit der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes weitere Änderungen am traditionellen Geschäftsmodell anstünden. „Mit Sicherheit werden nicht mehr alle das gleiche verkaufen“, sagte Boche. Das stelle andere Anforderungen an die Kapitalanleger: „Die Anlage wird stärker ins Produkt designt.“ Anders gesagt: Die Zeit der Einheitsprodukte geht zu Ende.

 

Bei der Erschließung neuer Anlageformen besteht für die Versicherer allerdings „die Gefahr, zu spät auf den Zug aufzuspringen“, sagte der Händler einer großen Investmentbank dem Handelsblatt. Er beobachtet, dass die Versicherer zwar bereit sind, sich alles anzugucken. Aber: „Alles ist teuer geworden.“ Das Problem sei, dass viele alternative Märkte schon gut gelaufen seien. Es komme daher entscheidend auf die Auswahl der richtig guten Anlagemanager an.

 

Quelle:handelsblatt.com

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