Bei den zähen Verhandlungen nahm erstmals auch die Bankenaufsicht BaFin am Tisch Platz. Sie wäre am Zug, falls sich die Eigner nicht über die Aufteilung der Milliardenlasten eines Umbaus der drittgrößten Landesbank einigen und sie abgewickelt werden muss.
Das weiter erfolglose Ringen um die WestLB löste auch an den Finanzmärkten Sorge aus. Der Euro-Kurs rutsche zum Dollar auf ein Drei-Wochen-Tief, nachdem Reuters zuvor berichtet hatte, die Verhandlungen seien vom Scheitern bedroht. Ein Kollaps des Instituts mit einer Bilanzsumme von rund 220 Milliarden Euro könnte weitreichende Folgen für das Finanzsystem haben.
Garantien in zweistelliger Milliardenhöhe kämen parallel dazu auf den Bund und auf Nordrhein-Westfalen für die Auslagerung von Papieren und Konzernteilen in die Bad Bank zu. Das Land muss zudem für Pensionsverpflichtungen aus Altverträgen in Milliardenhöhe einstehen. Die knapp 5 000 Mitarbeiter müssen mit einem deutlichen Arbeitsplatzabbau rechnen. Im Gespräch ist eine Auffanggesellschaft für einen Großteil der betroffenen Beschäftigten. Ein Mitglied des Lenkungsausschusses meinte am Wochenende, möglicherweise seien mittelfristig in der Verbundbank nur noch rund 1 000 Arbeitsplätze notwendig.
Montag, 14. Februar 2011, 20:12 Uhr
Handelsblatt