US-Markt als Minenfeld für Wettanbieter - plus Statement von betandwin zur Causa
Die Lage rund um die britische betonsports ist über Nacht eskaliert, der CEO des Unternehmens, David Carruthers und weitere Personen, wurden unter Anklage gestellt, gegen den Gründer des Unternehmens, Gary Kaplan, und etliche Familienmitglieder wurde ein Haftbefehl erlassen. Zudem wurde betonsports, die 80% ihres Geschäfts in den USA machen, verboten, weiterhin Wetten in den USA anzunehmen. Mehr noch: betonsports wurde angewiesen, das von US-Kunden einbezahlte Geld zurück zu zahlen.
Die Lage ist chaotisch - der Handel in der Aktie wurde ausgesetzt, das Unternehmen konnte seinen CEO bis dato nicht erreichen -, die Vorwürfe sind mannigfaltig und reichen von Verschwörungsversuchen im Zusammenhang mit US-Glücksspieluntersuchungen über verbotene Telefonwerbung bis zum Vorwurf, Kaplan habe es verabsäumt, auf Wetten fällige Verbrauchssteuern in Höhe von 3,3 Mrd. Dollar abzuführen.
Eine Überreaktion?
Analysten und Marktteilnehmer sind ob mangelnder Details ratlos, eine weitere Eskalation wird aber nicht ausgeschlossen. "Es sieht derzeit danach aus, als ob nur die Sportwetten betroffen sind. Nichtsdestotrotz, vielleicht kommt es aber so weit, dass US-Banken kein Geld mehr auf die Konten von Offshore-Wettfirmen transferieren dürfen", meint etwa ein Londoner Fondsmanager gegenüber Bloomberg.
Für die Bookie-Aktien, die heute ihren Sturzflug fortsetzen, kommt noch von anderer Seite ein Dämpfer: Die britische Empire Online hat heute ein Statement herausgegeben, wonach aufgrund der Fussball-WM das Neukunden-Geschäft im Casino- und Poker-Segment sehr schleppend verlaufen ist.
Es gibt aber auch Stimmen, die von einer Überreaktion des Marktes sprechen: Wayne Brown, Analyst bei Altium Securities, sagte dem Branchenmagazin eGaming Review: "Das ist eher unternehmens- als industriespezifisch. Ich sehe eine Überreaktion des Marktes".
Heisse Telefone bei bwin
In der IR-Abteilung von betandwin laufen indes die Telefone heiss. Konrad Sveceny zum BE: "Wir können aber auch nichts sagen. Man muss sich erst anschauen, welche Dinge Carruthers genau vorgeworfen werden". Wie es derzeit aussehe, gehe es hier um Telefonwetten und das Sportwettengeschäft in den USA. "Telefonwetten gab es bei uns nie und Sportwetten in den USA seit Jahren nicht mehr. In den USA kannte uns ja keiner, da hätte Chance/ Risiko nicht gestimmt. Wir setzen auf andere Märkte, z.B. auf Südamerika und Mexiko".
Über Ongame (Poker) macht bwin trotzdem 35 Prozent des Rohertrags in den USA, bei Sportingbet oder PartyGaming liegt dieser Wert beim Doppelten. Sveceny: "Wir wollen weiter diversifizieren. Unsere Expansionsziele liegen definitiv nicht in Nordamerika".
Zur WM werde es, so Sveceny, eventuell eine Aussendung geben. Und zwar vor den Zahlen (Q2, HJ), die am 17. August gemeldet werden (BE-Anm.: das würde bedeuten, dass auch eventuell schon Dinge, die das Q3 betreffen, beinhaltet sind, die Finalphase der WM fand ja im Q3 statt). Puncto Roadshows sei es bei betandwin derzeit sommerlich ruhig. Erst im September geht es mit der Wiener Börse wieder nach Edinburgh und London. (bs/dra)
US-Markt als Minenfeld für Wettanbieter - plus Statement von betandwin zur Causa
Die Lage rund um die britische betonsports ist über Nacht eskaliert, der CEO des Unternehmens, David Carruthers und weitere Personen, wurden unter Anklage gestellt, gegen den Gründer des Unternehmens, Gary Kaplan, und etliche Familienmitglieder wurde ein Haftbefehl erlassen. Zudem wurde betonsports, die 80% ihres Geschäfts in den USA machen, verboten, weiterhin Wetten in den USA anzunehmen. Mehr noch: betonsports wurde angewiesen, das von US-Kunden einbezahlte Geld zurück zu zahlen.
Die Lage ist chaotisch - der Handel in der Aktie wurde ausgesetzt, das Unternehmen konnte seinen CEO bis dato nicht erreichen -, die Vorwürfe sind mannigfaltig und reichen von Verschwörungsversuchen im Zusammenhang mit US-Glücksspieluntersuchungen über verbotene Telefonwerbung bis zum Vorwurf, Kaplan habe es verabsäumt, auf Wetten fällige Verbrauchssteuern in Höhe von 3,3 Mrd. Dollar abzuführen.
Eine Überreaktion?
Analysten und Marktteilnehmer sind ob mangelnder Details ratlos, eine weitere Eskalation wird aber nicht ausgeschlossen. "Es sieht derzeit danach aus, als ob nur die Sportwetten betroffen sind. Nichtsdestotrotz, vielleicht kommt es aber so weit, dass US-Banken kein Geld mehr auf die Konten von Offshore-Wettfirmen transferieren dürfen", meint etwa ein Londoner Fondsmanager gegenüber Bloomberg.
Für die Bookie-Aktien, die heute ihren Sturzflug fortsetzen, kommt noch von anderer Seite ein Dämpfer: Die britische Empire Online hat heute ein Statement herausgegeben, wonach aufgrund der Fussball-WM das Neukunden-Geschäft im Casino- und Poker-Segment sehr schleppend verlaufen ist.
Es gibt aber auch Stimmen, die von einer Überreaktion des Marktes sprechen: Wayne Brown, Analyst bei Altium Securities, sagte dem Branchenmagazin eGaming Review: "Das ist eher unternehmens- als industriespezifisch. Ich sehe eine Überreaktion des Marktes".
Heisse Telefone bei bwin
In der IR-Abteilung von betandwin laufen indes die Telefone heiss. Konrad Sveceny zum BE: "Wir können aber auch nichts sagen. Man muss sich erst anschauen, welche Dinge Carruthers genau vorgeworfen werden". Wie es derzeit aussehe, gehe es hier um Telefonwetten und das Sportwettengeschäft in den USA. "Telefonwetten gab es bei uns nie und Sportwetten in den USA seit Jahren nicht mehr. In den USA kannte uns ja keiner, da hätte Chance/ Risiko nicht gestimmt. Wir setzen auf andere Märkte, z.B. auf Südamerika und Mexiko".
Über Ongame (Poker) macht bwin trotzdem 35 Prozent des Rohertrags in den USA, bei Sportingbet oder PartyGaming liegt dieser Wert beim Doppelten. Sveceny: "Wir wollen weiter diversifizieren. Unsere Expansionsziele liegen definitiv nicht in Nordamerika".
Zur WM werde es, so Sveceny, eventuell eine Aussendung geben. Und zwar vor den Zahlen (Q2, HJ), die am 17. August gemeldet werden (BE-Anm.: das würde bedeuten, dass auch eventuell schon Dinge, die das Q3 betreffen, beinhaltet sind, die Finalphase der WM fand ja im Q3 statt). Puncto Roadshows sei es bei betandwin derzeit sommerlich ruhig. Erst im September geht es mit der Wiener Börse wieder nach Edinburgh und London. (bs/dra)
Quelle: wirtschaftsblatt.at