Die deutschen Regionalbörsen unternehmen offenbar auf Druck der Banken einen neuen Vorstoß, den Feiertagshandel abzuschaffen. Die Deutsche Börse will aber nicht mitziehen.
„Der Börsenrat der Stuttgarter Börse hat beschlossen, den Handel an Christi Himmelfahrt, am Pfingstmontag und am Tag der deutschen Einheit abzuschaffen“, sagte der Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse, Oliver Hans, am Mittwoch.
Sollten die anderen Börsen zustimmen, werde es von 2007 an den drei bundesweiten Feiertagen keinen Handel mehr geben. Offen bleiben sollen die Börsen aber an Fronleichnam, da dieser Tag nur in katholischen Bundesländern Feiertag ist.
Deutsche Börse stellt sich quer
Die“Börsen-Zeitung“ berichtete am Mittwoch, auch die Börsen in München und Berlin würden sich den Stuttgartern anschließen. Quer stellt sich allerdings der dominierende Börsenbetreiber in Frankfurt, von deren Zustimmung die Zukunft des Feiertagshandels abhängt. „Es gibt keine Pläne, den Börsenhandel an Feiertagen aufzugeben“, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse.
„Wenn die Deutsche Börse nicht mitzieht, ist das Ganze auch für alle Regionalbörsen obsolet“, sagte der Stuttgarter Geschäftsführer Hans. Der „Börsen-Zeitung“ zufolge stehen die Börsen unter dem Druck der Banken. Auch die Deutsche Börse führe Gespräche mit Kreditinstituten. Der Frankfurter Börsenbetreiber wollte dies nicht kommentieren.
„Keiner weint dem Feiertagshandel eine Träne nach“
Für die Banken lohnt sich der Börsenhandel an den Feiertagen oft nicht. Bei einer Frankfurter Großbank hieß es: „Wir drängen nicht darauf, daß der Feiertagshandel eingestellt wird. Klar ist aber auch: Keine Bank würde dem Feiertagshandel bei einer Abschaffung eine Träne nachweinen.“ Es seien vor allem die kleinen Banken, für die der Feiertagshandel eine Kostenbelastung sei und die deshalb auf sein Ende drängten.
„Die Banken waren von Beginn an nicht besonders glücklich über den Feiertagshandel, denn die Umsätze an diesen Tagen sind gering“, sagte ein anderer Banker. Trotzdem müßten die Banken Personal bereitstellen. Im Börsenboom Ende der neunziger Jahre hatten sie in der Hoffnung auf gute Geschäfte darauf gedrängt, den Handel an bis zu zwölf Feiertagen zuzulassen.
Der Streit um den Feiertagshandel ist nichts Neues, sondern entbrennt mit Regelmäßigkeit. Die Deutsche Börse verweist dabei immer wieder auf geöffnete Börsen im Ausland sowie darauf, daß bestimmte Feiertage nicht bundesweit begangen werden. Indes stören sich viele ausländische Börsen nicht daran, daß anderenorts an nationalen Feiertagen gehandelt wird. Wall Street schließt sowohl am „Labor Day“ und am „Veteran's Day“, Tokio während der „Goldenen Woche“.
Viele Fondsgesellschaften haben sich schon lange ganz aus dem Feiertagshandel verabschiedet: „Der Handel an den Feiertagen findet ohne uns statt“, hieß es schon 2004 bei der DWS, der größten deutschen Fondsgesellschaft.
14. Juni 2006
Die deutschen Regionalbörsen unternehmen offenbar auf Druck der Banken einen neuen Vorstoß, den Feiertagshandel abzuschaffen. Die Deutsche Börse will aber nicht mitziehen.
„Der Börsenrat der Stuttgarter Börse hat beschlossen, den Handel an Christi Himmelfahrt, am Pfingstmontag und am Tag der deutschen Einheit abzuschaffen“, sagte der Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse, Oliver Hans, am Mittwoch.
Sollten die anderen Börsen zustimmen, werde es von 2007 an den drei bundesweiten Feiertagen keinen Handel mehr geben. Offen bleiben sollen die Börsen aber an Fronleichnam, da dieser Tag nur in katholischen Bundesländern Feiertag ist.
Deutsche Börse stellt sich quer
Die“Börsen-Zeitung“ berichtete am Mittwoch, auch die Börsen in München und Berlin würden sich den Stuttgartern anschließen. Quer stellt sich allerdings der dominierende Börsenbetreiber in Frankfurt, von deren Zustimmung die Zukunft des Feiertagshandels abhängt. „Es gibt keine Pläne, den Börsenhandel an Feiertagen aufzugeben“, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse.
„Wenn die Deutsche Börse nicht mitzieht, ist das Ganze auch für alle Regionalbörsen obsolet“, sagte der Stuttgarter Geschäftsführer Hans. Der „Börsen-Zeitung“ zufolge stehen die Börsen unter dem Druck der Banken. Auch die Deutsche Börse führe Gespräche mit Kreditinstituten. Der Frankfurter Börsenbetreiber wollte dies nicht kommentieren.
„Keiner weint dem Feiertagshandel eine Träne nach“
Für die Banken lohnt sich der Börsenhandel an den Feiertagen oft nicht. Bei einer Frankfurter Großbank hieß es: „Wir drängen nicht darauf, daß der Feiertagshandel eingestellt wird. Klar ist aber auch: Keine Bank würde dem Feiertagshandel bei einer Abschaffung eine Träne nachweinen.“ Es seien vor allem die kleinen Banken, für die der Feiertagshandel eine Kostenbelastung sei und die deshalb auf sein Ende drängten.
„Die Banken waren von Beginn an nicht besonders glücklich über den Feiertagshandel, denn die Umsätze an diesen Tagen sind gering“, sagte ein anderer Banker. Trotzdem müßten die Banken Personal bereitstellen. Im Börsenboom Ende der neunziger Jahre hatten sie in der Hoffnung auf gute Geschäfte darauf gedrängt, den Handel an bis zu zwölf Feiertagen zuzulassen.
Der Streit um den Feiertagshandel ist nichts Neues, sondern entbrennt mit Regelmäßigkeit. Die Deutsche Börse verweist dabei immer wieder auf geöffnete Börsen im Ausland sowie darauf, daß bestimmte Feiertage nicht bundesweit begangen werden. Indes stören sich viele ausländische Börsen nicht daran, daß anderenorts an nationalen Feiertagen gehandelt wird. Wall Street schließt sowohl am „Labor Day“ und am „Veteran's Day“, Tokio während der „Goldenen Woche“.
Viele Fondsgesellschaften haben sich schon lange ganz aus dem Feiertagshandel verabschiedet: „Der Handel an den Feiertagen findet ohne uns statt“, hieß es schon 2004 bei der DWS, der größten deutschen Fondsgesellschaft.
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