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Contracts for Difference - Konkurrenz belebt das Geschäft

Geschrieben

Mit seiner These aus dem vergangenen Jahr, dass in zwei Jahren nur noch CFDs gehandelt werden, hat sich Peter Cruddas, Chef vom marktführenden CFD-Broker CMC Markets, weit aus dem Fenster gelehnt.

 

Tatsächlich erfreuen sich Contract for Differences, mit denen Anleger einfach auf fallende sowie steigende Kurse in einem Basiswert spekulieren können, großer Beliebtheit. Doch die Umsätze in Konkurrenzprodukten, wie beispielsweise den verbrieften Hebelpapieren Optionsscheine und Knock-out-Papiere sind immer noch sehr hoch. Die Emissionshäuser geben deshalb auch ihr verbrieftes Derivategeschäft nicht auf, nun tritt aber ABN Amro als erster Emittent auf die CFD-Bühne.

 

 

Bisher hatten nur spezielle Broker diese Produkte angeboten, während sich die Emissionsbanken auf Optionsscheine und Knock-outs, so genannte Turbos, Mini-Futures und Waves, konzentrierten. Das liegt daran, dass die Geschäfte unterschiedlich strukturiert sind. Verbriefte Derivate jeglicher Art konnten Anleger bei jeder Bank oder Discountbroker handeln. Man brauchte kein Konto bei der Emissionsbank, um deren Papiere zu erwerben. Bei CFDs ist das anders. Wer CFDs handeln will, muss bei dem jeweiligen Broker ein Handelskonto einrichten. Auf diesem Konto wird die Sicherheitsleistung, die so genannte Margin, hinterlegt. Auf Basis dieser Sicherheiten kann dann das Mehrfache der hinterlegten Summe im Basiswert ge- oder verkauft werden.

 

Ein CFD-Beispiel: Will ein Anleger mit 10 000 Euro am Anstieg der Deutsche Bank-Aktie bei einem Kurs von angenommenen 100 Euro partizipieren, so erwirbt er 100 Deutsche Bank-CFDs. Für diese Long-Position mit einem Hebel von vier müssen 25 Prozent des zu Grunde liegenden Anlagesumme, also 2500 Euro als Sicherheit hinterlegt werden. Steigt die Deutsche Bank nun um zehn Euro, so legt der CFD ebenfalls um zehn Euro zu. Dieser zehnprozentige Anstieg in der Aktie macht im CFD auf Grund der Hebelwirkung ein Plus von 40 Prozent aus: 100 Deutsche Bank-CFDs mal zehn Euro Kursgewinn, ergibt 1000 Euro Gesamtgewinn. Auf die eingesetzte Margin von 2500 Euro sind das 40 Prozent. Bei einem Kursrückgang in gleichem Umfang, wären in der CFD-Long-Position ein Minus von 1000 Euro beziehungsweise 40 Prozent aufgelaufen. Bei ABN Amro und anderen CFD-Brokern sind auch andere Hebelverhältnisse möglich und auch andere Basiswerte: Indizes, Devisen, Anleihen und Rohstoffe. Bei CFD-Geschäften lassen sich ebenfalls Stopp-Loss-Aufträge eingeben und später wieder verändern.

 

Im Falle der ABN-Amro CFDs tritt die Bank wie bei ihren anderen Derivaten auch als Market Maker auf. Das heißt, sie stellen die Preise für ihre CFDs, die sich an den zu Grunde liegenden Basiswerten orientieren. Dabei quotieren sie An- und Verkaufskurse für einen CFD. Die Differenz, auch Spread genannt, sind die Kosten, die der Anleger beim CFD-Handel tragen muss. Ansonsten fallen in der Regel nur bei Aktien-CFDs weitere Gebühren an, die ABN aber als einzigen Basiswert auf ihrer neuen Plattform erst einmal nicht anbietet. Dafür sind so genannte Digitaloptionen, wie sie beispielsweise die Société Générale über Clickoptions anbietet, möglich. Bei diesen wettähnlichen Optionen können Anleger zum Beispiel darauf setzen, dass ein bestimmtes Ereignis in einer bestimmten Frist eintrifft oder nicht, zum Beispiel dass der DAX innerhalb von drei Monaten die Marke von 5800 Punkten erreicht. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Trend zu CFDs auch bei anderen Emissionshäusern durchsetzt. Bisher fokussieren sie sich auf ihr Stammgeschäft bestehend aus Turbos, Optionsscheinen und Zertifikaten.

 

Quelle: boerse-online.de

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