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Tom Next - Daytrading Community
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5. Mai


proudroses

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Auch gestern wieder spuerte man die Unsicherheit der Anleger in der Eurozone mit Nachdruck. Erstmals seit April 2009 fiel der Kurs des Euros unter die Markte von 1,31 US - Dollar. Im weiteren Verlauf sank der Euro dann bis zur 1.2980.

 

Diesen Effekt bekamen auch die europaeischen Aktienmaerkte zu spueren. So geriet beispielsweise der DAX dermassen unter Druck, dass er knapp 3 % verlor und zum Handelsstopp nur dezent ueber 6000 Punkten schloss.

 

Trotz des am Wochenende geschlossenen Rettungspaketes fuer Griechenland setzt sich die Unsicherheit am Devisenmarkt weiter fort.

Oder haben wir es hier doch mit einem Komplott gegen den Euro zu tun? Nennen wir es sueffisante Ignoranz der Konjunkturdaten, oder doch lieber die Macht der Medien?

 

Persoenlich denke ich, war allen klar, dass der Euro aufgrund des Griechenlanddesasters nachgeben wird. Aber ist es nicht langsam an der Zeit sich wieder einzubekommen? Ich weiss nicht wie es euch geht, aber mich stimmt dieses Thema extrem nachdenklich. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst im sonnigen Sueden lebe, und mir vorstelle, was hier passiert, wenn man mehr in die Tiefe geht.

Noch klammern alles aus, dass Portugal und Spanien nicht mit Griechenland zu vergleichen sind. Ist dem wirklich so? Vielleicht hat man nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, um abzuwarten wie die EU den Griechen helfen wird..., und in den naechsten Tagen, Wochen kommt man auch Stueck fuer Stueck der Wahrheit naeher.

 

Haben die Griechen ihre Situation anfangs nicht auch runtergespielt?

 

EU-Zone hin oder her. Ich ertappe mich dabei zu denken, dass Mitglieder, die gegen die Clubregeln verstossen haben, rausgeschmissen werden sollten. Interessanterweise habe ich gestern einen Artikel entdeckt, in dem es um den Vertrag der Mitgliedsstaaten der Eurozone geht. U.a. heisst es darin, dass kein Mitgliedsstaat fuer die Schulden eines anderen Mitgliedstaates verantwortlich gemacht werden darf.

 

Aber passiert nicht gerade das? Ist es nicht wieder ein EU starkes Land, was die kleinen ''Versager'' rausboxt? Ist man wirklich auf diese , fuer mich durchaus schon hinterhaeltigen, Clubbetrueger angewiesen?

 

Schon in jungen Jahren habe ich einst gelernt, dass man seine fuetternde Hand nicht beissen sollte. Wenn ich mir so ansehe, was die Griechen so ueber die Deutschen denken, und wie sie sich momentan verhalten, dann... lasse ich diesen Satz mal zur geistigen Vollendung stehen.

 

So, war jetzt vielleicht alles ein bisschen viel, aber irgendwie musste ich mir das mal von der Seele schreiben. Wuerde mich freuen, wenn ich eure Sichtweisen hier unter den Kommentaren wiederfinden wuerde.

 

Ansonsten back to basic: Momentan stehen wir bei 1.2947. Logischerweise greife ich jetzt nicht ins fallende Messer. Auch wenn es gegen den Trend ist, habe ich mein naechstes Buystop bei 1.2983 gesetzt, was ich ggf. aber noch weiter an den Markt runterziehen werde.

4 Comments


Recommended Comments

Hach, Rosi, deine morgendlichen Blogs zu lesen gehört bei mir schon dazu wie Kaffee und Stulle mit Kirschmarmelade :-)

 

Es ist momentan tatsächlich eine bizarre Situation.

Der Euro ist eine Gemeinschaftswährung. Die Länder dürfen sich aber nicht gegenseitig helfen. Alle Länder helfen, die Griechen sind bockig deswegen und wütend, vor allem auf die Deutschen. Der IWF lockert seine eisernen Regeln.

 

Ich verstehe nicht, warum die Griechen überhaupt streiken etc. - ich will keine Undankbarkeit vorwerfen, aber komisch ist das schon. Es geht um Kappung des 14. und 13. Gehaltes. Die Frage die sich stellt: verdient der normale griechische Beamte mit 12 Gehältern immer noch angemessen oder sind die 12 Gehälter so klein dass man ohne 13. und 14. Gehalt nicht weiter kommt?

Auch soll die MwSt erhöht worden auf 21 %, es soll noch mehr kommen. Vor allem soll die Schattenwirtschaft bekämpft werden.

 

Naja wie auch immer, ich frage mich WARUM die Griechen streiken. Oder wogegen? Was bleiben für Alternativen? Es ist doch vollkommen klar dass gespart werden muss wenn andere Länder zur Hilfe eilen müssen. Die Alternative für die Griechen wäre doch nur die Einführung ihrer alten Währung. Aber ist das besser?

 

Ich kann mir kein Urteil bilden welche Varianten besser sind:Euro halten, Griechen raus, Deutsche raus, alle rein, alle raus, ...? Da fehlt mir die Fachkenntnis.

Das Problem bei dem Euro ist ja, dass völlig unterschiedliche Kulturen, Mentalitäten und Wirtschaftskräfte unter einem Hut gebracht werden müssen.

 

Ich staune aber trotzdem, dass so ein kleines Land wie Griechenland so einen heftigen Einfluss auf den Euro hat. Das BIP von Griechenland war doch nur unwesentlich höher als das vom Bundesland Hessen. Wenn Hessen als Land pleite gehen würde (was nicht geht, aber theoretisch um die Ecke gedacht), hätte das auch solche Auswirkungen auf den Euro? Eher nicht.

 

Die Märkte übertreiben würde ich sagen, wenn ich nicht wüsste, dass die Märkte immer Recht haben.

 

 

So, ich mach jetzt ein Gyroskonto auf.

 

 

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Das steht heute in der Sueddeutschen.de unten bei der "Auslese":

 

Achtung, Verwechslungsgefahr! Die Wiener Zeitung "Österreich" hat ihre Leser vor einem Griechenland-Urlaub gewarnt, weil die Gastgeber sie für deutsche Touristen halten könnten. "Österreicher müssen mit Beschimpfungen rechnen, wenn sie mit Deutschen verwechselt werden", schrieb das Blatt. Letztere würden von den Griechen für den harten Sparkurs des Landes verantwortlich gemacht.

 

 

(dpa vom 04.05.2010

 

^^

 

Ich mag Griechenland, ich hoffe ich kann da auch in Zukunft Urlaub machen. Wenn nicht gebe ich mich als Franzmann aus, Sarkozy ist ja der beliebteste ausl. Politker der Griechen (Merkel steht ganz unten). Aber ich bin weder klein noch sehr schmächtig, also fällt die Tarnung als Franzose wohl flach ^^

Im Sommer wollte ich wieder nach Athen...ich hoffe die haben sich bis dahin eingekriegt.

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Hach, Rosi, deine morgendlichen Blogs zu lesen gehört bei mir schon dazu wie Kaffee und Stulle mit Kirschmarmelade :-)

 

Dem kann ich mich nur anschliessen. Ich hab bevor ich frühs los muss genau 15 Minuten Zeit. Reicht perfekt aus um Mails zu checken, Rosis Morgenreport zu lesen und einen Blick auf den Chart zu werfen.

 

 

Also ich weis ja nicht ob Griechenland tatsächlig so wichtig ist wie es momentan publiziert wird. Aber was gäbe es denn sonst momentan so wichtiges? Irgendwas muss ja in den Medien breitgelatscht werden.

 

 

Mal so am Rande gesagt: Wir sehen hier das es warscheinlich gar nicht möglich sein wird einen "Globi" in der Weltwirtschaft zu etablieren. Denn wie schnell so ein globales Währungsystem ins Wanken gerät sehen wir hier, und dabei ist das gerade mal europaweit. Hier entstehen also Interessenskonflikte die wir ja hier in Europa kaum handlen können.

 

Übrigens, wo du Sarkozy ansprichst: Frankreichs Banken und die der Schweiz haben viel höhere Forderungen an die Griechen als wir.

 

 

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