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Zinsanpassungen bei CFDs

Geschrieben

An die Experten in der Runde geht die Frage, ob ich einen Denkfehler bei der Berechnung der Finanzierungskosten habe oder ob IG Markets ein kleiner Fehler bei der Beispielrechnung unterlaufen ist.

 

In der Rubrik Ausführliches CFD Beispiel wird folgende Berechnung angestellt

 

Zinsanpassungen

 

Die Zinsgutschrift Ihrer Position wird täglich durch Anwendung des zutreffenden Zinssatzes auf den Tagesschlusswert der Position berechnet.

 

In diesem Beispiel könnte der anwendbare Zinssatz 1,1% (Short-Positionen errechnen sich aus 3,6-2,5=1,1%, Long-Positionen aus 3,6+2,5=6,1% anhand des Zinssatzes von EONIA) und der Schlusskurs der Aktien an einem bestimmten Tag 40,10 sein. Der Schlusswert wäre dann €200.500 (d.h. 5.000 Aktien x 40,10).

 

Somit beliefe sich die Zinsgutschrift der Position für jenen Tag auf €6,12 (d.h. €200.500 x 1,1% / 360).

 

Die Kalkulation der Finanzierungskosten LONG ist eindeutig.

Stutzig dagegen macht mich folgende Rechnung: 3,6-2,5=1,1%

3,6 % bezieht sich auf die EONIA

2,5 % ist die von IG erhobene Prämie.

 

Erhalte ich tatsächlich eine Zinsgutschrift auf das Transaktionsvolumen? Ich frage aus dem Grund, da bei CMC Markets dieser Betrag immer negativ ist.

Bearbeitet von sniper

Featured Replies

Geschrieben
Erhalte ich tatsächlich eine Zinsgutschrift auf das Transaktionsvolumen? Ich frage aus dem Grund, da bei CMC Markets dieser Betrag immer negativ ist.

 

Bei IG: ja

Bei CMC: nein

 

Es ist kein Rechenfehler.

Egal ob LIBOR oder EONIA, das ist der Zinsatz für geliehenes Tagesgeld.

Bei einer Long Position "leiht" dir der Broker Geld und dafür zahlst du Zinsen.

Bist du Short, führst du theoretisch dem Geldmarkt frisches Geld zu, deswegen die Gutschrift.

 

Da der von CMC erhobene Aufschlag über dem Refi-Satz liegt, ist die Rechnung immer negativ.

Geschrieben
  • Autor

Alles klar, hab ich verstanden.

 

Wie ist das aber nun mit der tatsächlichen Berechnung der Finanzierungskosten.

Angenommen ich bewege mit einer Investitionssumme von 10000 Euro das 10fache dieses Betrages, dann beläuft sich das kreditfinanzierte Geschäft doch auf 90000 Euro. So gesehen dürfte ich nur für die Differenz zwischen der, durch die Margin blockierten Liquidität und dem tatsächlichen Transaktionsvolumen Zinsen zahlen.

 

Aus dem Beispiel Finanzierungskosten bei IGMarkets geht das nicht eindeutig hervor.

  • Sie verkaufen 5.000 Aktien-CFDs zum Geldkurs von 41,62.
  • Als Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegen Sie 5% des Gesamtwertes, bzw. €10.405
  • Der Schlusswert wäre dann €200.500 (d.h. 5.000 Aktien x 40,10)
  • Somit beliefe sich die Zinsgutschrift der Position für jenen Tag auf €6,12 (d.h. €200.500 x 1,1% / 360).

Diesem Beispiel folgend werden anfallende Zinsen auf den Gesamtbetrag der Investition angewendet. Das würde bedeuten, die Investition ist zu 100% fremdfinanziert.

Bearbeitet von sniper

Geschrieben
dann beläuft sich das kreditfinanzierte Geschäft doch auf 90000 Euro. So gesehen dürfte ich nur für die Differenz zwischen der, durch die Margin blockierten Liquidität und dem tatsächlichen Transaktionsvolumen Zinsen zahlen.

 

Yep, guter Vorschlag. Leider sieht die Rechnung der CFD Broker etwas anders aus. Bei der Erklärung gibt man sich gelassen. Margin wird als Sicherheit hinterlegt und ist demzufolge nicht als investierter Betrag zu betrachten.

 

In anderen Worten:

Du brauchst 100K zum spekulieren, -k bekommst du. Damit ich dir die borge, möchte ich 10 % des Betrages als Sicherheit haben.

 

So beschreibt CMC Markets die Finanzierungskosten

 

Falls Sie eine CFD-Position in Aktien, Indizes oder Sektorindizes über Nacht* halten, zieht dies Finanzierungskosten nach sich. Die Finanzierung wird auf Schlusskursbasis von 100 % des Wertes der äquivalenten, effektiven Position kalkuliert

 

 

Gruss

4x

Geschrieben
So beschreibt CMC Markets die Finanzierungskosten

 

 

Und so Stefan Riße im Buch CFDs simplified

 

Abschnitt Margin S.23

 

Beim Marginhandel geschieht nichts weiter, als dass der Trader nur einen Bruchteil der gesamten Position hinterlegen muss. Das restliche Kapital für die Position wird auf Kredit bezogen.

 

:gun:

Geschrieben
Lohnt sich der Kauf?

 

 

Wenn es das irgendwo als addon geben sollte, würde ich empfehlen, es sich dort zu besorgen. Das Buch ist aufgrund der Verbindung zwischen Riße und CMC sehr stark CMC-lastig.

Beim Überfliegen des Inhalts erkennt man, dass manche Informationen nur bedingt richtig recherchiert und wiedergegeben wurden. Viel Liebe zur Detailtreue konnte ich beim Lesen nicht entdecken.

 

Auch bei Carsten Pferdekämpers 1x1 der CFDs sind manche Informationen nicht mehr up-to-date. Themen wie z.B. zur Uptick Rule sind inzwischen veraltet und haben für den Leser keine Relevanz mehr. Anstelle von CMC wird E*Trade als Broker favorisiert. Wenn du beide Bücher erwirbst, bekommst du zum einen eine Beschreibung von Markets Pro und zum anderen eine etwas ausfürchlichere Beschreibung des Saxotraders Globaltraders.

Geschrieben
Diesem Beispiel folgend werden anfallende Zinsen auf den Gesamtbetrag der Investition angewendet. Das würde bedeuten, die Investition ist zu 100% fremdfinanziert.

 

Ich möchte nochmals das Thema aufgreifen.

Im Zusammenhang mit der Berechnung wurden CMC und IG genannt und das bei diesen Unternehmen 100%, also die tatsächliche Investitionssumme als Grundlage für die Berechnung der Finanzierungskosten genommen werden.

 

Im Presse Review der Synthesisbank ist in einem Artikel (Autor Stefan Waldvogel) folgender Absatz zu lesen:

 

Zitat:

..jeweils lediglich ein Teil des Kaufpreises hinterlegt wird, gilt der REST des Einsatzes als Kredit, und dieser muss verzinst werden.

 

Diese Aussage würde der Aussage von CMC Markets widersprechen. Jetzt könnte es sein, dass es sich dabei um einen Fehler in der Darstellung eines komplexen Sachverhaltes handelt.

Wenn dagegen die -wie ich meine korrekte- Darstellung von Herrn Waldvogel zutrifft und CMC trotzdem 100% Zinsen verlangt, dann dürfte CMC noch vor dem IPO einige Abschreibungen zu verdauen haben.

Geschrieben
Da der von CMC erhobene Aufschlag über dem Refi-Satz liegt, ist die Rechnung immer negativ.

 

 

Bei dieser Aussage muss ich mich selbst korrigieren. Grund: Die nachstehende Information hatte ich wegen des Sternchens übersehen (*)

 

***Sofern sich ein negativer Zinssatz ergibt, beträgt der Habenzins immer 0 %.

 

Gun

Geschrieben
  • Autor
Ich möchte nochmals das Thema aufgreifen.

Im Zusammenhang mit der Berechnung wurden CMC und IG genannt und das bei diesen Unternehmen 100%, also die tatsächliche Investitionssumme als Grundlage für die Berechnung der Finanzierungskosten genommen werden.

 

Im Presse Review der Synthesisbank ist in einem Artikel (Autor Stefan Waldvogel) folgender Absatz zu lesen:

 

Zitat:

Diese Aussage würde der Aussage von CMC Markets widersprechen. Jetzt könnte es sein, dass es sich dabei um einen Fehler in der Darstellung eines komplexen Sachverhaltes handelt.

Wenn dagegen die -wie ich meine korrekte- Darstellung von Herrn Waldvogel zutrifft und CMC trotzdem 100% Zinsen verlangt, dann dürfte CMC noch vor dem IPO einige Abschreibungen zu verdauen haben.

 

 

Jetzt bin ich verwirrt. Haben wir hier etwa eine Lawine losgetreten? An wen könnte man sich mit der Klärung dieser Frage wenden ?

Bearbeitet von sniper

Geschrieben
Da gibt es derzeit nur eine Adresse ...

 

 

jawoll, der muss es wissen *g*

 

Ansonsten hätten wir doch einen Top Derivatespezialisten an Board. Wo ist eigentlich das Redmonitor Team wenn man es braucht ;)

Geschrieben
Ich halte grundsätzlich keine Kontrakte über Nacht und eine funktionierende Demo mit der ich das überprüfen könnte, befindet sich nicht in meinem Besitz.
Geschrieben

Berechnungsgrundlage bei der Saxobank sind 100% CFD overnight credit/debit rates

 

As CFDs are a margined product, you finance the traded value through an overnight credit/debit charge. When you hold a CFD over night (i.e. have an open CFD position at close of market 17.00 New York time) your CFD position will consequently be subject to the following credit or debit:

 

When you hold a long CFD-position, you are subject to a debit calculated on the basis of the relevant Inter-Bank Offer Rate for the currency in which the underlying share is traded (e.g. LIBOR) plus a mark-up (times Actual Days/360 or Actual Days/365).

When you hold a short CFD-position, you receive a credit calculated on the basis of the relevant Inter-Bank Bid Rate for the currency in which the underlying share is traded (e.g. LIBID) minus a mark-down (times Actual Days/360 or Actual Days/365).

 

The credit/debit is calculated on the total nominal value of the underlying stock(s) at the time the CFD contract is established (whether long or short).

 

Nachdem CMC; IG und Saxo als die Top Adressen der Branche gelten würde ich salopp behaupten, dass wir uns hier in einer Patt Situation Broker vs. Analyst befinden.

Geschrieben
Die Wahrscheinlichkeit, das sich die Broker irren, stufe ich als relativ gering ein.
Geschrieben
Anstelle von CMC wird E*Trade als Broker favorisiert.

 

Für sein nächstes Buch muss er sich einen anderen Finanzdienstleister als Sponsor suchen

 

Intrade => Financials => Bankruptcies => E*Trade Bankruptcy

 

http://img86.imageshack.us/img86/1691/tradebt9.jpg

Geschrieben

Ein Bekannter von mir hat mir vor kurzem CFDsimplified geliehen.

Auf Seite 28 heisst es da

 

[...] Beim Handel mit CFDs auf Aktien müssen jedoch nur 5% diser Summe bezahlt werden. Das bedeutet, dass Sie statt € 7.170 exakt € 358,50 benötigen, um die gleiche Anzahl an Aktien im Markt zu bewegen. Die restlichen € 6.811,5 werden von Ihrem CFD Broker, solange Sie die Position offenhalten, finanziert [...]

 

Ein paar Seiten weiter (S. 55) wird beschrieben, wie die Finanzierung bei CMC gehandhabt wird

 

 

[...] Wenn Sie 1% für Ihre Position hinterlegen, so übernimmt Ihr CFD-Broker die restlichen 99% der Gesamtposition... Dieser Kredit will natürlich auch finanziert werden....Die Finanzierungskosten werden auf die gesamten 100% der Positionsgröße berechnet...[...]

 

 

Was will uns Stefan Riße hiermit sagen? Ganz offensichtlich, dass 5 % der Einlage vom Kunden kommen und 95 % fremdfinanziert vom Broker.

Das würde für eigentlich bedeuten, dass CMC 95 % der Investitionssumme finanziert. Berechnet werden jedoch 100%.

 

Wieso eigentlich?

 

Drehen wir den Spieß um und betrachten von diesem Gesichtspunkt aus einen Leerverkauf.

In der Konstellation stellt der Kunde 5 % und der Broker 95% des Kapitals zur Verfügung. Angeblich wird hier dem Kapitalmarkt Geld zugeführt. Da der CFD-Kunde nun als Kreditgeber

fungiert, erhält er die regulären Kapitalmarktszinsen als Gutschrift. Bei CMC natürlich nicht ;-)

 

Zurück zu unserem Short.

Da der Halter der Position mit gerade einmal 5% seines Kapitals engagiert ist, dürften er in der Theorie auch nur auf diese 5% Zinsen erhalten. Der Rest würde an den Broker gehen, da die Differenz bekannterweise von ihm gestellt wird. Für die restlichen 95% müsste wiederum der Kunden Bereitstellungszinsen an den Broker zahlen.

 

 

 

 

PS: Nettes Board habt ihr da aufgesetzt!

Geschrieben

Je mehr Informationen ich aus Google ziehe, je stärker wird das Gefühl, dass niemand eine Begründung für die 100%ige Berechnung der Zinsen parat hätte.

Es hat den Anschein, als hätte einer damit angefangen und alle anderen haben es einfach nur kopiert. Nicht unbedingt untypisch für ein Geschäftsmodell das kompliziert genug ist, um zu funktionieren.

Bearbeitet von Gun

Geschrieben

Ich habe unterdessen auch ein wenig recherchiert, rein aus Interesse. Wer zahlt schon gern mehr als notwendig. Im Wertpapier-Forum bin ich auf einen Beitrag aus dem Jahr 2006 gestoßen, in dem sich die User ähnliche Gedanken gemacht haben.

Interessant finde ich den Vergleich zu den Hebelzertifikaten. Angeblich soll da die Berechnungsmethode anders sein.

Geschrieben

So richtig auflösen konnten das die Jungs da drüben allerdings auch nicht. Ich behaupte jetzt mal, dass CMC und Co. keine Erklärung für die 100% haben.

4x hat eine mögliche Begründung gegeben, nur wie lässt sich damit der Short erklären. Wenn in die eine Richtung 100% finanziert werden, werden sie es in die andere Richtung doch genauso - oder irre ich mich dabei? Demnach dürfte der Kunde niemals Zinsen erhalten, sondern hätte für das angeblich geliehene Kapital immer zu zahlen.

 

Ich geb's auf, das ist zu hoch für mich :wacko:

  • 2 Wochen später...
Geschrieben
  • Autor
Hat inzwischen einer von euch eine plausible(re) Erklärung finden können?
Geschrieben

Na, noch immer kein Fachmann, der den Chefstrategen das Butter vom Brot nimmt.

Theoretisch könnte ich auflösen :angry: aber ich warte erstmal, bis sich andere blamiert haben.

 

 

Was passieren kann, wenn einer vom anderen abkupfert, kann man hiersehen. Schlimm ist das nicht, schließlich klingt der Text perfekt - warum soll er sich dann nicht als Standard durchsetzen.

 

Bedenklich ist allerdings, wenn Halbwissen dafür verwendet wird, um Bücher oder Zeitungsartikel damit zu füllen.

Geschrieben
aber ich warte erstmal, bis sich andere blamiert haben.

 

Ich befürchte, dann wird sich keiner mehr an das Thema heranwagen

Geschrieben
  • Autor
Vielleicht sollten wir die Herren Finanzgurus unabhängig voneinander anschreiben und am Ende deren Aussagen abgleichen.
Geschrieben
  • Autor

Noch etwas Interessantes zum Thema Finanzierungskosten:

 

 

Zuerst die österreichische Version:

 

Finanzierungskosten verbunden. Diese werden auf Basis des 100%-igen Werts der äquivalenten effektiven Anteilsposition berechnet. Die Kalkulation erfolgt täglich zum Marktpreis. Wenn Sie Long sind, müssen Sie an CMC Markets UK Plc Zinsen zahlen. Wenn Sie Short sind, so können Sie evtl. von CMC Markets UK Plc Zinsen erhalten.

 

Bei CFDs von Rohstoffen, Treasuries und Währungen fallen keine Finanzierungskosten an, da die Finanzierung dieser Instrumente in den zukünftigen Preis integriert ist.

 

Finanzierungskosten fallen für jede Aktien- und Indexposition an, die über Nacht gehalten wird (Positionen offen um 22.00 Uhr Londoner Zeit).

 

Danach ein weiterer Ausschnitt von der deutschen Seite.

Titel: Wie wird die Finanzierung kalkuliert?

 

Es folgt das Beispiel und der Vergleich zum Aktienhandel beim Broker.

Und jetzt lasst euch diesen Satz bitte genau durch den Kopf gehen!

Der typische Broker würde für Ihre Finanzierung keine Gebühren berechnen. Dafür müssten Sie jedoch 100 % des Gesamtwertes der Transaktion (13.200 €) einbringen. Dies sind 12.540 € mehr, als das Halten der CFD-Position mit CMC Markets.

 

Damit bestätigt CMC Indirekt, dass die Position NICHT zu 100% finanziert ist. ERGO: Auf keinen Fall dürften zu 100% Finanzierungskosten berechnet werden .

Bearbeitet von sniper

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