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Probability & TSA für Trader
Ja, langsam dämmerts wieder. ARIMA ist ja grad die Erweiterung von ARMA um die differentiellen ( & stationären) Anteile, indem man einen integrierenden Teil dazunimmt. Also ist ARIMA(q,0,p) = ARMA(q,p) und Du hast eigentlich mit einem ARMA Modell getestet ;-) Ach, Du studierst auch Mathe? Wo denn? Ich hab ja (nach >15 im Job) letztes Jahr auch nochmal ein Mathestudium angefangen. Irgendwann wollt ich halt auch mal die Hintergründe der "marvelous formulas" verstehen. Und bis jetzt macht es zwar einen Haufen Arbeit aber dafür noch mehr Spass Ich weiss nicht, ob diese beiden Annahmen so haltbar sind. Grade bei der Zweiten bekomm ich da Bauchweh. Im FX Markt hat man zB oft die Situation, dass der Markt seitwärts läuft, dann springt, dann seitwärts läuft, springt, usw., während Aktien ja oft relativ kontinuierlich einen starken Trendanteil haben. Und wie passt der starke Trend da rein ? Das könnte man ja mal simpel einhacken und Backtesten. Na, dafür sind Diskusionsforen doch da, oder? MfG jfc
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Probability & TSA für Trader
Danke fürs welcome. Keine Sorge wegen meinem #1 post. Ich mags halt nur nicht, wenn Leute, die meinen sie haben den "vollen Durchblick", in einem Forum hinstellen wie die Oberlehrer und dann mal mit dem "Bullshit" der Community aufräumen zu müssen. Da hat ja dann niemand mehr Lust zu schreiben, was Diskussionen dann auch nicht grad einfacher macht. MfG jfc
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Probability & TSA für Trader
Huhu Sry wegen der späten Antwort. Bin zZ leiider etwas down-under. Ich dachte immer ARIMA Modelle sind immer non-stationary. Das ist doch grad der Unterschied zum ARMA Modell (Ok, nun sind wir wirklich total vom Pyramidisieren weg. Sorry @ comunity) Sehr gute Idee. Ich muss allerdings gestehen, das ich definitiv kein Statistik Fachmann bin. Das ist allerdings auf meiner Todo Liste ziemlich weit oben (Das hervorragende Buch über Zeitreihenanalyse von Hamilton will ja auch noch durchgekaut werden) Ist halt immer etwas einsam. Die Leute kriegen immer das rennen, wenn ich mit solchen Themen anfange :/ Aber langsam wirds Zeit, sich da mal fundamental einzuarbeiten, weil die fortgeschritteneren Setups fast alle einen Haufen Statistik brauchen und man sonst nicht mal mehr die Idee versteht. Vielleicht können wir ja noch paar Leute dafür begeistern und einen Thread "Probability & TSA für Trader" aufmachen, wo man dann mal in dieser Richtung diskutieren und experimentieren kann. MfG jcf
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Probability & TSA für Trader
Naja, wenn man das so beantworten könnte, dann würden wir alle in Hawai am Strand sitzen und Coktails schlürfen. Aber der Reihe nach. Das Problem ist, was Du da für einen stochastischen Prozess hast. Ist er stationär, dann wäre E(Q_t) für alle t konstant. Und Dein E(X)=E(0) = 0. Nicht was Du hören wolltest, oder? ;-) Um hier nicht metertief in die Zeitreihenanalyse einzusteigen, lass uns das mal etwas vereinfacht und auf einem einfachen Beispiel betrachten, dem oben schon angesprochenen Trendkanal. Sei außerdem die Standardabweichung (wahlweise die Vola) konstant. Dann kannst Du in erster Näherung ja folgende Überlegungen machen: Der nächste Tick sei y_t=Q_t + k*t + y_0. Dabei wollen wir Q_t als (gaußschen) Zufallsprozess mit Mittelwert u=0 und (nach Voraussetzung) konstanter Standardabweichung betrachten. k sei eine beliebige Konstante, die ja die Steilheit des Trendkanals darstellt. y_0 ist dann noch der "mittlere" Wert des Trendkanals zum Zeit punkt 0 der Betrachtung (den kann man zB real nicht bestimmen). In diesem einfachen Modell ist dann E(X) = E(Q_t + k*t + y_0= k*t + y_0, denn Q_t hat ja den Erwartungswert 0 und der Rest ist ja deterministisch. Was war also der Witz bei der Übung? Der Witz ist, dass wir Q_t als normalverteilt angenommen haben. Steigst Du also am Rand des Kanals ein, dann landest Du (falls der Kanal intakt bleibt) irgendwann wieder bei E(X), den das ist am wahrscheinlichsten, und hast ein paar Punkte mitgenommen. Der Haken ist, dass wir Q_t als normalverteilt angenommen haben (kommt Dir bekannt vor?). Ist denn Q_t normalverteilt? Und ist der Mittelwert 0? Und ist die Standardabweichung konstant? Das waren ja Annahmen, die den Markt eher wenig interessieren ;-) Das Modell ist also schon mehr als "legal" vereinfacht und eher zur Verdeutlichung der Idee gedacht. However, das Hauptproblem ist, den passenden Prozess finden. Wie sieht den Q_t aus? Da gibts ja wilde Ideen, jede allerdings mit passenden Gegenbeispielen. Das muss einen nicht wirklich stören, solange der Prozess kurzfristig den Markt hinreichend genau abbildet (nicht die Ticks natürlich, sondern Mittelwert und Standardabweichung). In der klassischen Zeitreihenanalyse hat man ja auch mehrere Anläufe zur Prognose von Börsenkursen gemacht (warum wohl? ...). Hat allerdings nicht wirklich geklappt, weil es eben kein Prozess ist, den man simpel beschreiben kann. Und wenn jemand da was finden würde, dann würde er das wohl eher nicht veröffentlichen, sondern selber handeln - da will man ja grade nicht, dass die Vola gegen fast Null geht, weil alle das Gleiche zur gleichen Zeit machen. Ja. Der einzelne Trade kann Dir ja auch keine Aussage über Trends oder Zyklen oder sonstwas geben :-) MfG jfc
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Probability & TSA für Trader
Danke. Hab ja schon öfters mal reingeschaut und fand Euch immer sehr interessant zu lesen. Genau. Wenn die Wahrscheinlichkeit, dass Dein nächster Trade Gewinn macht, 50% ist, dann ist Dein Risk ja auch 50%. Und dann ist der Gewinn durch das Pyramidisieren genau so groß wie der Verlust. Es bringt also nichts. Das ist natürlich nur dann richtig, wenn man es sehr blauäugig betrachtet. Hast Du CRV>1, dann kann der Martingale natürlich auch mehr Gewinn bringen. Das setzt aber eben genau voraus, dass Du kein Nullsummenspiel hast. Und da kranken ja die meisten Systeme dran. In der behavioral finance wird sogar als Grundannahme vorausgesetzt, das Du so etwas nicht haben kannst. Die berühmte No-Arbitrage Situation. Witzigerweise gibt es aber sogar (wenige) Gegenbeispiele, so das die BF ja von vielen Praktikern eher belächelt wird. Ihr Hauptvorteil: Selbst MIT dieser Grundannahme kann man einige nette Verdienstmöglichkeiten entwickeln, die praktisch kaum noch ein Risk haben, indem man auftretende Arbitragesituationen handelt. Z.B. die typische Volaaufweitung bei nervösen Märkten kann man (thoretisch) prima handeln, indem man Optionsspreads schreibt, die man bei dann nachlassender Vola covered (also schließt). Dauerhaft ansteigende Vola kannst Du ja nicht haben - wie sähe dazu die (längerfristige) Kursentwicklung aus?. Allerdings stürzen sich da natürlich alle drauf, was den Preis so verschiebt, das man praktisch keinen Gewinn mehr macht. Angebot und Nachfrage :-) Der Erwartungswert, in dem Sinne den ich meinte, ist eine statistische Größe. Der ändert sich ja nicht wirklich, wenn Du alle x-Minuten eine neue Probe ziehst. Was Du da machst ist, eine neue Erwartung/Hoffnung (nicht böse gemeint), die aber nichts mit der Grundannahme der Verteilung von Win/Loss zu tun hat, oder? Da schmeißen wir grad Äpfel und Birnen durcheinander fürchte ich. WENN Du davon ausgehst, dass der Kurs steigt, dann würdest Du aber mehr verdienen, wenn Du die gesamte Position gleich zum niedrigen Kurs kaufen würdest. Dann würde der Deal im Gewinnfall das Meiste abwerfen. Allerdings wäre der Verlust dann auch ggf. am größten. Also hast Du unterm Strich nichts dabei gewonnen. Das Tückische ist die Versuchung, nur einen einzelnen Trade zu betrachten. Wichtig wäre aber doch eher, sich anzusehen, was über viele Trades (mit Gewinnern und Verlierern) passiert, oder? Beispiel Channeltrading: Du handelst die Umkehrpunkte in einem Trendkanal. Solange der Kanal intakt bleibt (und das ist das risk) kannst Du prima bei der Umkehr am unteren Rand einsteigen und am oberen Rand aussteigen oder die Posi drehen. Dein Channel ist aber eine Annahme aus der Beobachtung vieler (vorhergehender) Werte. Also eigentliche eine "gemalte Statistik". Pyramidisieren bringt nur dann etwas, wenn Du eine (quasi) Arbitragesituation hast. Das kann z.B. ein tolles Handelssystem sein oder eben eine echte Arbitrage (z.B. der legendäre Quantum vs. GBP, 1992 Deal - da wusste man ja, das das Pfund gestützt wird und man musste nur genug "Kleingeld" zum shorten (und durchhalten) mitbringen. Ok, es hätte auch trotzdem schiefgehen können. Aber irgend ein Risk ist ja immer ;-) Oh, da hab ich mich wohl ungeschickt ausgedrückt, sorry. Aus der Spieltheorie kenn den Begriff in der Form gar nicht. Da heisst aber das Gleiche eben Martingale, bzw. Anti-Martingale. Also Aufstocken des Grundeinsatzes bei Gewinn, bzw. bei Verlust. Das Pyramidisieren kenn ich nur aus dem Traden und da ist aber das selbe gemeint. Wir sind doch ganz handzahm. Übel wirds doch erst, wenn wir anfangen LaTeX für Formeln zu benutzen oder einen Mathematica Player als Foren-Addon haben wollen ;-) MfG JFC
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Probability & TSA für Trader
[KRÜMEL]:Originaltopic: http://www.tom-next.com/community/Pyramiding-t36565.html. Danke, dass Du das Niveau, mit dem hier die Miglieder diskutieren, auf den Level einer Eckkneipe reduzierst. Ich dachte immer, Foren sind dazu da, seine (uU falschen) Meinungen auszutauschen und dadurch voneinander zu lernen. Dabei Aussagen anderer Mitglieder als "Bullshit" zu bezeichnen bringt mMn da nicht wirklich viel. Aber zur Sache: Da sind mir gleich zwei Sachen unklar, bei denen Du mich ja gerne mal "Erleuchten" darfst : Pyramidisieren kommt (als Konzept) ja aus der Spieltheorie und damit letztendlich aus der Statistik. Dort heissen die Ideen Martingale, bzw. Anti-Martingale Strategien und gehen in beide (!) Richtungen. Entscheidene Erkenntniss aus der Spieltheorie: Deine Overall Gewinnerwartung ändert sich dadurch nicht, wie man ja auch leicht nachrechnen kann [1]. Wieso, meinst Du, ist das beim Traden anders? Das wäre eine Arbitragesituation. Und sei so lieb (ich weiss, ich bin Pedant) und rechne mir mal anhand der PLs einer (beliebigen) bekannten Wahrscheinlichkeitsverteilung mal vor, wann Du da einen Vorteil hast - natürlich ohne Arbitragesituation. Das wär ja etwas zu trivial. Der zweite Punkt, der mir unklar ist, ist die Aussage über Trader mit größeren Depots. Wo haben die da einen Vorteil? Oder meinst Du vielleicht, das normale Rangeakkumulieren einer Position, um dem Problem aus dem Weg zu gehen, dass bei Ordergrößen über dem normalen Marktvolumen der Preis überdurchschnittlich steigt. Das hatten wir ja vor kurzem sehr anschaulich im DAX bei VW. Hedgefonds sind da natürlich ausgenommen. Hedgefonds versuchen ja grad Arbitragesituationen zu handeln. Was dabei rauskommt, sieht man ja oft genug. Ob das allerdings eine Nachmachempfehlung für ambitionierte Privatanleger ist? Was meinst Du? Greets jfc [1] Da man mit zunehmendem Alter ja immer die Details vergisst: Steven E. Shreeve, "Stochastic Calculus for Finance I - The Binominal Asset Pricing Model", Springer, 2004