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Das FDAX DAXI Phänomen vom 28.10.2008

Geschrieben
Die DAX Kasse und der DAX Furure sind in der Tat 150 (!!!) Punkte auseinander gewesen. Man beachte: Der DAX war 150 Punkte ÜBER dem Future. Theoretisch sollte er ca. 20 Punkte UNTER dem Future handeln.

Auch hier ist die Begründung: VOLKSWAGEN

Da es keine Leihe mehr gibt, gibt es auch keine Index Arbitrage. 400 Punkte haben die VOW ausgemacht, war also nur ein "kleiner" Abschlag.

 

Wenn jetzt also Anbieter A direkt auf die Kasse preist und Anbieter B auf die "theoretische" Kasse (Future - Fair Value) kommt so ein riesiger Preisunterschied (für theoretisch das gleiche Produkt) zustande.

 

Kommt aber nur alle 500 Jahre vor, theoretisch :blackjack:

 

 

 

{zum Topic }

 

Sehr geehrter X,

 

vielen Dank für den Screenshot, der hat mir die entscheidene Info gegeben.

 

Und zwar handelt es sich um den Dax-Future, im Verhältnis zur Dax-Kasse/Dax-CFD.

 

Normalerweise handelt der Dax-Future ca. 20 Punkte über der Dax-Kasse, je nachdem wie alt der Future ist.

Doch seit der VW-Mania haben wir eine Ausnahmesituation, da der aktuelle Future erst im Dezember ausläuft, sind gestern einige Marktteilnehmer den Future short gegangen, rein der Spekulation nach, dass VW bis December entweder nicht mehr im Dax gelistet ist, oder die Gewichtung stark reduziert wird.

 

Das hatte also zur Folge, dass der Future zeitweise um ca. 150 Punkte unter der Dax-Kasse handelte, momentan sin des noch ca. 20 Punkte.

 

Da VW momentan noch ca. 27% vom Dax ausmacht, war dieses Szenario so deutlich.

 

Ich hoffe Ihnen damit weitergeholfen zu haben.

Featured Replies

Geschrieben

Findet ihr es nicht seltsam, dass die Medien, die sonst jede Nebensächlichkeit kommentieren, auf dieses einmalige Ereignis überhaupt nicht eingehen?

Als aktueller Vergleich wäre der Punch im Öl nach Ablauf der Terminkontrakte zu erwähnen.

 

http://www.tom-next.com/community/index.ph...ost&p=39489

Geschrieben
Findet ihr es nicht seltsam, dass die Medien, die sonst jede Nebensächlichkeit kommentieren, auf dieses einmalige Ereignis überhaupt nicht eingehen?

Kann ich jetzt nicht so betätigen. Die Internetseiten und Zeitungen sind doch voll damit. Jeder Fondmanager, jeder Börsenbrief/Newsletter hat das Thema aufgegriffen. Bloomberg TV heute morgen und bereits gestern mit Diskussionsrunden ...etc.

Geschrieben
  • Autor

Als Nachtrag

 

Intraday sei es allerdings zu Abweichungen zwischen Index und Future von über 100 Punkten zugunsten des DAX-Index gekommen, und dies, obwohl der Preis des DAX-Futures noch die Zinsbelastung bis zum Fälligkeitstag enthalte, er also theoretisch deutlich höher notieren müsste als der Index.

 

Quelle: Derivatecheck

 

Eine tiefere Sichtweise offenbart, dass wegen VW auch die Arbitrage zwischen Dax-Kassawerten und den Dax-Futures nicht mehr funktionierte. Der Dax-Future notierte heute Vormittag zeitweise bis zu 150 Punkte unterhalb der Kasse. Dadurch wurden natürlich fatale Prozesse in Gang gesetzt, Marktschwergewichte wie Allianz, Eon et cetera mussten verkauft werden, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Viele, die sich am Index orientieren müssen, wollten und konnten keine VW-Aktien auf diesem Niveau kaufen. Doch mittels Verkäufen der anderen Dax-Werte haben sie die relative Höhergewichtung indirekt nachvollzogen.

 

Quelle: ARD Boerse

 

 

Viel schwerer wiegt allerdings, dass in den Chaos-Tagen des Dax viele Profis das Vertrauen in wichtige Instrumente wie den Terminmarkt auf Dax-Aktien an der Eurex oder dem liquide gehandelten Dax-Future verloren haben. Letzterer war ein unberechenbarer Flattermarkt. Egal ob ein Fondsmanager Kurse über den Terminmarkt absichern oder ein Hedge-Fonds mit dem Dax-Future spekulieren wollte - sie alle gerieten zwischen die Fronten der VW-Spekulanten.

 

Quelle: FTD.de

Geschrieben
Jetzt hast du dich als verkappter Börsenbriefleser enttarnt :laugh:

 

RE: Börsenbrief,

was liest du da? CFD-circle.de, CFD-brief.de oder eher konservative Blätter wie den Markus-Frick Report :pope:

 

:blackjack: Mit Börsenbrief meine ich natürlich NICHT die von dir erwähnte Lektüre.

Ich denke da eher an den Newsletter von BNP (empfehlendswert) oder ähnliche Tagesbriefe, ohne jetzt hier eine Werbelawiene lostreten zu wollen. Ich kann mich allerdings nicht mit Börsenbriefen anfreunden, die Empfehlungen für einzelne Aktien aussprechen. Da mache ich mir lieber selber meine Gedanken.

Allgemein gehaltene Newsletter geben mir da eher schon mal Denkanstösse, bzw klären über bestimmte Zusammenhänge auf.

  • 2 Wochen später...
Geschrieben
  • Autor

Kleiner Nachtrag für diejenigen, die interessiert, wie "verzahnt" der Börsenhandel ist :wink:

 

Die heftigen Schwankungen der Papiere Ende Oktober haben nicht nur den Dax verfälscht. Auch bei Geldanlageprodukten kam es zu Unregelmäßigkeiten. Einige Zertifikate und Indexfonds (ETFs) auf den Dax spiegelten nicht exakt den Index wider.[...]

 

"Grundlage für die Preissetzung der Derivate und ETFs während der Handelszeiten ist nicht der Dax, sondern der Dax-Future, denn die Market-Maker können sich nur über Terminkontrakte absichern", sagte DB-X-Trackers-Chef Thorsten Michalik. Am 28. Oktober notierte der Future nur bei 4686 Punkten, obwohl der Index bei 4823 Zählern stand - den Kapriolen der VW-Aktie sei Dank. Daher wich der Dax-ETF vom Dax ab.

 

"Beim ShortDax galt das Phänomen entsprechend umgekehrt", sagte Michalik. "Der ShortDax-ETF war am 28. Oktober zu werthaltig, weil der Dax-Future schon ein kräftiges Dax-Minus eingepreist hatte. Daher spiegelte dieser ETF die Entwicklung des Dax am Morgen des 29. Oktober nicht richtig wider." Allerdings sei ein solcher Unterschied ein Einzelfall. "Beim Vergleich der Schlusskurse vom 24. und 29. Oktober zeigt sich, dass die Abweichungen zwischen Dax und ETF minimal waren."

 

Quelle: FTD.de

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