In der "Letzten Kneipe vor New York" in Bremerhaven stehen Gesamthafenbetriebsrat Peter Frohn (Mitte) und die Arbeiter Markus Krieger (links) und André Alpers: In den bremischen Häfen ist das Containergeschäft um ein Viertel eingebrochen, mehr als 1000 Jobs stehen auf der Kippe. "Aber Du kannst die Wut nirgendwo lassen, Du weißt ja nicht, wem du in die Fresse hauen sollst", sagt Frohn. Es ist einfach keine Arbeit da.
Magdeburg
Wirtschaftsdezernent Volkmar Linke am Sorgentelefon in Magdeburg: Bei der Finanzkrisen-Hotline der Stadt rufen Fliesenleger, Frisöre und Konditoren an, die an der Krise verzweifeln. Keine Aufträge, kein Geld, "mieser als Hartz IV", sagt eine Frau. Linke tröstet, erklärt, verschickt Formulare für Kurzarbeit. Die Industrie- und Handelskammer mailte die Notruf-Nummer an 12.165 Betriebe. "Seitdem brennt hier die Luft", sagt Linke.
Stuttgart
Stefan Funk, Richter am Arbeitsgericht Stuttgart: Auf seinem Schreibtisch türmen sich die Aktenordner der 70 Fälle, die er mittlerweile pro Monat bearbeiten muss. Weil die Wirtschaft schwächelt, häufen sich die Kündigungen – und den Gerichten droht eine Flut an arbeitsrechtlichen Streitigkeiten. Allein im März gingen 2026 Klagen in Stuttgart ein, 58 Prozent mehr als vor einem Jahr. In 15 Minuten werden Kündigungsfälle abgehandelt – Akte weg, nächster Fall.
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Wie die Deutschen die Krise spüren