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Ein Internet ohne Zukunft

Geschrieben
Die Internet-Wirtschaft wird von vielen als segensreich gepriesen, aber die Medienökonomin Gisela Schmalz hält dem ein nüchternes und streckenweise gar düsteres Bild entgegen. Für sie ist die «New Economy» eine «No Economy». Die Web-Ökonomie sei vor allem von Gratisangeboten geprägt; das möge für die Nutzer kurzfristig zwar attraktiv sein, aber längerfristig würden die Internet-Angebote an den Konsumentenbedürfnissen vorbeizielen.

 

Denn es bestehe die Gefahr, dass nur einige grosse, monopolähnliche Web-Firmen wie Google oder Youtube kommerziell überleben könnten und so die vielgepriesene Vielfalt im Netz arg unter die Räder komme. Die Autorin schält die ökonomischen Mechanismen hinter diesen Entwicklungen zwar nicht immer scharf heraus, aber es wird deutlich, dass das Internet ein «winner takes all» begünstigt: Nur die erfolgreichsten können genügend Nutzer und damit Aufmerksamkeit auf sich ziehen, um ihre Gratisangebote über Werbung querzufinanzieren.

 

Schmalz stellt diesem Bild einer verödenden Web-Ökonomie die Vision einer «Yes Economy» entgegen. Sie basierte darauf, dass die Nutzer damit begännen, durch gezielte Bezahlung von Angeboten Qualität und Vielfalt zu honorieren. Als Ökonomin ist Schmalz wohl bewusst, dass dies eine fragile Forderung ist: Warum sollte der Einzelne freiwillig bezahlen (und damit einen Beitrag zu einem öffentlichen Gut leisten), wenn vieles auch gratis erhältlich ist?

 

Doch dass neuartige Zahlungsmodelle für die Zukunft der Web-Ökonomie essenziell sind, zeigen etwa auch die derzeitigen Anstrengungen von US-Medienhäusern, Online-Nutzer vermehrt zum Zahlen zu bewegen.

 

Quelle: NZZ

 

Gute Frage :siscop:

Featured Replies

Geschrieben

Ja, aber da sollte man den Leserkommentar entgegenstellen. Der trifft es m.E. schon ganz gut:

Eine falsche Sichtweise

Das Internet bietet erstmals jungen, kreativen Menschen die Möglichkeit, ihre Ideen und Fähigkeiten einem breiten Publikum zuzuführen, sei es auf künstlerischer oder technischer Ebene. Darin liegt der eigentliche Nutzen (und der übergeordnete Sinn) des Internets und führt zu dieser breiten Akzeptanz.

Natürlich versucht die Wirtschaft, sich auch dieses Medium "unter den Nagel" zu reissen und sich dienlich zu machen. Die Autorin bedauert in ihrem Buch wohl, dass dies nicht oder nur wenigen Firmen gelingt. Doch so lange Millionen von Individuen ihr Können gratis einbringen, kann die Wirtschaft nicht vollends reüssieren. Und das ist gut so.

 

Quelle: NZZ

 

Für die Softwareentwicklung ist das Internet allerdings nicht nur ein Segen. Mittlerweile sind viele User doch sehr auf "Umsonst"/Opensource ausgerichtet und oft nicht mehr bereit, für Software Geld zu bezahlen. Was in meiner Studentenzeit ein Segen war (man hat viel Support im Netz gefunden und konnte die eigene Ausbildung vorantreiben), wird langsam zum Fluch, wo man mit den erworbenen Skills Geld verdienen könnte - wenn es denn so einfach wäre ^^. Nicht auch deswegen hab ich mich entschieden, nicht länger als Programmierknecht meine Haut zu Markte zu tragen, sondern es mit Trading for living zu versuchen.

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