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Szenario Dow 1000 Punkte

Geschrieben

Nachdem ich zufällig eine alte Mail wiederentdeckt habe aus dem Jahr 2007, wollte ich folgende Theorie, die die einen oder anderen vielleicht schon kennen, vorstellen:

 

Nach dem Prinzip der Elliott-Wellen-Theorie gehen mehrere Analysten davon aus, das die 5. langfristige Welle erreicht wurde und der Dow Jones anschließend auf das Niveau der 4. Welle abrutscht - was bei ca. 1000 Punkten liegt.

 

Ob das nun realistisch ist oder nicht, der erste Teil der Vorhersage aus 2007 des ic.arrow.right.png Börsendienstes Wave Daily ist bereits eingetroffen:

 

Was würde passieren, wenn die Welle (5) blau beendet sein würde. Der Markt würde in den Bereich 7000 zurücklaufen, wenn er dieser Regel auch dieses Mal folgt. Das wäre ein sehr starker Kursverlust und sehr schwer vorstellbar.

Wie wir wissen, kam es anschließend zu diesem Kurseinbruch.

 

Das war aber nur die kleinere 5. Welle. Die übergeordnete 5. Welle, die seit den 70er Jahren bullisch läuft, soll nach den Aussagen des Buch-Autors Robert Prechter bis 1000 Punkte zurückführen.

 

Inzwischen neige ich jedoch zu der Ansicht, daß die Aktien nach dem Jahr 2004 erst noch einmal einige Jahre nach oben marschieren werden, um erst dann zum finalen Einbruch überzugehen, dessen Endpunkt ich nun für das Jahr 2011, plus/minus ein Jahr, erwarte. Das ist natürlich nur eine Vermutung von mir.

ic.arrow.right.png Hier das Interview mit Prechter vom 23.07.2003 Klick!

 

Ich hoffe nicht, das uns das Szenario ereilt - wollte es euch aber auch nicht vorenthalten :wink2: .

 

DowJonesElliott.png

Quelle Bild: Wave Daily

Featured Replies

Geschrieben

Praktisch sind die Verfechter der Elliot-Wellen ausreichende Belege für eine auch nur einigermaßen objektivierbare Zählung der Wellen im Vornherein bisher schuldig geblieben. Von Zeit zu im Nachinein als geniale Belege für den "methodischen Gehalt" vermarktbare Einzeltreffer heben den Mangel an Objektivität nicht auf. Für ein praktisches Trading mit gehebelten Instrumenten sind die verbleibenden zwischenzeitlichen Unsicherheiten durch die dazwischenliegenden Wellen so groß, daß selbst eine objektiv nachweisbare Relevanz der Elliot-Wellen nur sehr schwer in einem profitablen Trading ausbeutbar wäre.

 

Theoretisch sind für die Analyse und Zusammensetzung fraktaler Bewegungsmuster, die realen Kursbewegungen sehr nahe kommen, viele Überlagerungs- bzw. Generatorfunktionen denkbar, also auch welche mit 8 Teilen. Leider hat man dadurch so viele Freiheitsgrade, daß nicht mal die Zerlegung im Nachinein eindeutig ist, wie bei gängigen anderen Zerlegungen, z. B. den diversen in Mathematik, Naturwissenschaft und Technik sehr weitgehend benutzten trigonometrischen, polynomialen oder Wavelet-Verfahren.

 

Bedenkt man dann noch die zahlreichen Sonderformen, die vom typischen Grundmuster abweichen, kann im Nachhinein alles irgendwie "begründet", im Vornherein jedoch kaum etwas ausreichend präzise vorhergesagt werden.

 

Dieser Mangel an Eindeutigkeit ist gleichzeitig theoretisches und praktisches Einsatz-Hemmnis für die Elliot-Wellen wie auch eine wichtige Voraussetzung für subjektivistische Marketing Wizards (keine Market Wizards!), die sich bei ihrem Wichtigtun an ein scheinbares Theorie-Gebäude anlehnen wollen, statt gleich einen puren Personenkult zu betreiben.

 

Alleine, daß immer nur einige "Gurus" zu solchen Aussagen fähig sind und selbst nach einer vorliegenden Aussage (die ja möglicherweise wirklich extrem schwierig sein könnte) noch immer ähnlich berechtigte alternative Deutungen aufzeigbar sind, zeigt völlig eindeutig, daß es sich bei den Elliot-Wellen um keine objektive (und damit seriöse) Prognose-Technik handelt.

 

Nicht objektiv nachvollziehbare Techniken sind aber für eine auch nur elementare wissenschaftliche oder wenigstens pragmatischen Ansprüchen genügende Arbeitsweise ein No-No, weil man sich damit automatisch ins Reich des Glaubens und die Abhängigkeit von Dritten begibt.

 

So gravierende Voraussagen wie Dow 1.000 Punkte sind alleine darum völliger Nonsens, weil die erheblichen Spielräume in der gesellschaftlichen Steuerung der Wirtschaft durch massive System-Änderungen (Inflationierungs-Mechanismen, Gesetze, Struktur und Rolle des Bankensystems, internationale Gewichtung usw.) kaum absehbar sind, teils nicht mal von den Akteuren selber.

 

Alleine eine ausreichende Inflationierung kann zumindest nominell fast jeden beliebig hohen Kurs zustande bringen, ebenso wie aus dem Hut gezauberte Bilanzierungs-Tricks und legale Preis-"Garantien" für eigentlich aktuell deutlich im realen Wert schwächelnde Assets. Der Kursverlauf hängt zu großen Teilen leider nicht vom isolierten Markt alleine ab, sondern von der Steuerung, wann die Inflationierung manifest wird, wie lange "Leichen im Keller" durch "Garantien" auf Eis liegen können, wie durch Fusionen, Aufkäufe usw. welche Assets unauffällig umgegliedert werden (z. B. von den nominell überschuldeten Instituten zu den vorherigen Profiteuren), der Finanz-Politik der internationalen Akteure (wie den BRIC-Regierungen und den Staatsfonds).

Bearbeitet von Technix

Geschrieben
  • Autor

das Thema Elliott-Wellen-Analyse ist tatsächlich eine mehrdeutige Waffe.

 

Man kann hinterher natürlich immer die perfekte Welle finden, die das Kursgeschehen erklärt.

 

Nichts destotrotz ist die Thematik spannend, nicht zuletzt wenn eine Vorhersage von vor 2 Jahren fast punktgenau eintrifft wie oben gezeigt.

 

Wer etwas mehr hineinschnüffeln möchte, hier ein älterer Thread dazu.

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