Können Menschen aus der Geschichte lernen? Die Finanzkrise legt, zum Beginn ihres dritten Jahres, auf diese Frage eine Reihe von Antworten nahe. Einige sind sehr ermutigend, andere eher ernüchternd.
Das Negative zuerst: Viele wichtige Leute in den Banken scheinen wirklich noch nicht begriffen haben, um was es geht. Sie tun so, als sei diese Krise eine Panne, nach der man weitermachen könne wie vorher. Das Problem dabei ist nicht, dass Goldman Sachs oder die Deutsche Bank Gewinne machen; das sollten sie durchaus. Das Ärgernis liegt darin, dass sich die Branche so verbissen gegen wirksame Reformen wehrt.
Die Banker müssten wissen, dass sie nur mit Hilfe der Steuerzahler einen der größten Einbrüche der Geschichte überlebt haben, vergleichbar nur mit der Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1933, der langen Depression nach dem großen Börsenkrach von 1873 und der Serie von Krisen, die Europa im Zuge der Napoleonischen Kriege heimgesucht hat.
Nun, da die Regierungen den Finanzsektor gerettet haben und das Schlimmste vorbei ist, breitet sich eine gefährliche Illusion von Normalität aus.
Paul Volcker, einst Chef der US-Notenbank, sagte jüngst, die einzige sinnvolle Finanzinnovation der vergangenen Jahre, die ihm einfalle, sei der Geldautomat.
Aus der Sueddeutschen von heute
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