... beruht meistens auf der Strukturierung von derivativen Produkten. Diese Derivate haben unter anderem folgende Funktionen: Erstens dienen sie der Absicherung gegen Risiken (Hedging), zweitens der Förderung der Informationseffizienz der Märkte durch Spekulation sowie durch den Einsatz von Arbitrage-Strategien, drittens schliesslich sollen sie die Interessen des Managements in Einklang mit den Interessen der Aktionäre bringen (im Fall von Aktienoptionen). Diese Funktionen werden in der Finanztheorie oft als Rechtfertigung für die derivativen Produkte angeführt.
Marc Chesney ist seit 2003 ordentlicher Professor für Finance am Institut für Banking und Finance der Universität Zürich und seit 2008 zudem Vizedirektor des Instituts. Chesney sucht in seinen Arbeiten die Beziehung zwischen modernem Finanzwesen und Ethik zu beleuchten – vor allem auch seit der Finanzkrise, die seiner Ansicht nach mit bedenklichen Anwendungen innovativer Finanzinstrumente zusammenhing. Im obenstehenden Text legt er denn auch seine persönliche Sicht auf Instrumente und Systemrisiken dar. Er ist zudem Mitautor des im März von Wissenschaftern lancierten Aufrufs, Forschung und Lehre in Wirtschaftswissenschaften, Finance und Management zu erneuern und besser auf das Allgemeinwohl auszurichten. Er ist zudem Research Fellow an dem von Schweizer Universitäten getragenen Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) und des Collegium Helveticum Basel.
Chesney (Jahrgang 1959) hat in Paris Mathematik und Ökonometrie, anschliessend an der Universität Genf Ökonomie studiert und daselbst 1989 den Ph. D. in Finance erlangt. Von 1993 bis zu seinem Wechsel nach Zürich war er Professor an der HEC in Paris.
Die «neue» Spekulation - interessanter Beitrag
von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und mit ein paar Zahlen hinterlegt.
© 2011 [ Neue Züricher Zeitung ]
Marc Chesney
Chesney (Jahrgang 1959) hat in Paris Mathematik und Ökonometrie, anschliessend an der Universität Genf Ökonomie studiert und daselbst 1989 den Ph. D. in Finance erlangt. Von 1993 bis zu seinem Wechsel nach Zürich war er Professor an der HEC in Paris.