Ein gängiges Vorurteil gegen Börsenhändler ist ein rein auf Gewinn ausgerichtetes Denken. Nun bestätigt ein Händler genau das: "Mich interessiert nicht, wie die Wirtschaftskrise überwunden wird." Für ihn zähle nur der Profit. "Nicht die Regierungen beherrschen die Welt. Goldman Sachs regiert die Welt." Die Empörung ist groß
Ein Interview der britischen BBC sorgt derzeit für Aufregung und Empörung. Der Sender hatte am Montag den Börsenhändler Alessio Rastani zur Wirtschaftskrise in Europa befragt (siehe Video unten). Und Rastani redet ziemlich deutlich Klartext: Die Märkte seien derzeit von Angst getrieben, niemand glaube mehr an die Rettungspläne der Regierungen und die Händler würden ihr Geld in Sicherheit bringen.
Auf die Frage, wie das Vertrauen der Märkte zurückgewonnen werden könnte, erwidert er: "Ich bin ein Händler. Mich interessiert nicht, wie die Wirtschaftskrise überwunden wird." Wenn es eine Möglichkeit gebe, Gewinn zu machen, nutze er sie. Wie die meisten Händler würde es ihn überhaupt nicht interessieren, wie die Wirtschaft gerettet und die Krise bewältigt werden könnte. "Unser Job ist es, damit Geld zu verdienen."
Das verstehen die "normalen Leute" immer noch nicht. Für sie ist es nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln, wie man denn überhaupt mit fallenden Kursen Geld verdienen kann, es sei denn, es geht mit dem Teufel zu. Und das, nachdem es seit mittlerweile fast 30 Jahren einen Optionshandel in Deutschland (und USA ja noch viel länger) gibt und seit über 20 Jahren Futures-Handel und inzwischen so viele Instrumente, die alle Profit mit fallenden Kursen ermöglichen, daß man sie kaum noch überblicken kann.
Was im Fußball selbstverständlich ist - daß man nicht nur auf Sieg einer Mannschaft, sondern auch auf ihre Niederlage wetten kann - ist an der Börse ein großes Mysterium. Und während der Toto-Tipp, der nichts anderes ist als die Wette auf die Niederlage einer Mannschaft, jede Woche millionenfach abgegeben wird, ist die Wette auf fallende Aktien-, Währungs- und sonstige Kurse ganz was Unmoralisches. Höchste Zeit für Aufklärung.
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Das verstehen die "normalen Leute" immer noch nicht. Für sie ist es nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln, wie man denn überhaupt mit fallenden Kursen Geld verdienen kann, es sei denn, es geht mit dem Teufel zu. Und das, nachdem es seit mittlerweile fast 30 Jahren einen Optionshandel in Deutschland (und USA ja noch viel länger) gibt und seit über 20 Jahren Futures-Handel und inzwischen so viele Instrumente, die alle Profit mit fallenden Kursen ermöglichen, daß man sie kaum noch überblicken kann.
Was im Fußball selbstverständlich ist - daß man nicht nur auf Sieg einer Mannschaft, sondern auch auf ihre Niederlage wetten kann - ist an der Börse ein großes Mysterium. Und während der Toto-Tipp, der nichts anderes ist als die Wette auf die Niederlage einer Mannschaft, jede Woche millionenfach abgegeben wird, ist die Wette auf fallende Aktien-, Währungs- und sonstige Kurse ganz was Unmoralisches. Höchste Zeit für Aufklärung.