whipsaw Posted October 13, 2008 Report Posted October 13, 2008 Im Rahmen seines Anlegerschutzprogramms veröffentlicht der Deutsche Derivate Verband (DDV) auf seiner Internetseite www.derivateverband.de ab sofort aktuelle Daten zum Thema Handelsqualität beim Kauf und Verkauf von Zertifikaten undOptionsscheinen. Unter dem Menüpunkt „Transparenz“ finden Anleger Informationen zur Orderausführung, die monatlich aktualisiert werden. Beim Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen sind neben dem Preis und dem Chance-Risikoprofil eines Produktes noch weitere Kriterien von Bedeutung. Hierzu zählt auch die schnelle Orderausführung, die grundsätzlich möglich ist, wenn der Emittent fortlaufend Anund Verkaufskurse bereitstellt. Diese Information bietet für den Anleger auch während der Haltedauer seiner Wertpapiere eine wichtige Orientierung.„Gerade in dieser Finanzkrise erleben Anleger, um wie viel besser sie mit Zertifikaten fahren als mit vielen anderen Finanzprodukten“, so Lars Brandau, Geschäftsführer des DDV. „Mit Zertifikaten können Anleger ihr investiertes Kapital, abgesehen vomEmittentenrisiko, ganz oder teilweise schützen und vom Kapitalmarkt profitieren, ganz gleich ob die Kurse fallen oder steigen“. Der Deutsche Derivate Verband (DDV) ist die Branchenvertretung der 20 führenden Emittenten derivativerWertpapiere in Deutschland: ABN AMRO Bank, BNP Paribas, Citigroup, Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, DZ BANK, Goldman Sachs, HSBC Trinkaus, HypoVereinsbank, JP Morgan, LBBW, Sal. Oppenheim, Société Générale, UBS, Vontobel, WestLB und WGZ BANK. BHF-BANK, DWS Finanz-Service sowie Börsen und Finanzportale unterstützen als Fördermitglieder die Arbeit des Verbandes. Pressemitteilung des DDV
derivatetrader Posted February 16, 2010 Report Posted February 16, 2010 Zum Derivateverband , insbesondere dem Rating von Zertifikaten, möchte ich hier eine Passage aus dem letzten Derivate Magazin reinstellen: Ratings von Zertifikaten Im Zuge des Transparenzdefizits kamen in den letzten Jahren Rating-Agenturen auf die Idee, auch Zertifikate-Ratings zu entwickeln. Hier sind namentlich Scope sowie die vom Derivate Verband unterstützte European Derivatives Group (EDG) zu nennen. Das Zertifikate-Rating der EDG soll Anlegern und Beratern die Produktauswahl erleichtern und für Transparenz und Vergleichbarkeit von strukturierten Produkten sorgen. Zunächst erfolgt eine Einstufung der Eignung eines Produktes für den jeweiligen Investor/Risikotyp. Dieser sogenannte Risiko-Fit basiert auf der gemeinsam mit dem Deutschen Derivate Verband etablierten Risikoklassifizierung von strukturierten Produkten, die dynamisch unter Verwendung des Value at Risk (VaR) erfolgt. Als einzige Rating-Agentur preist die EDG die Produkte vollständig nach und bezieht somit das Preisniveau der Produkte sachgerecht in die Ratingvergabe ein. Neben dem Preisaspekt werden im EDG-Zertifikate-Rating die Bonität, Handelsqualität sowie Informationsbereitstellung der Emittenten analysiert. Scope Analysis ermittelt für jedes Zertifikat die entsprechenden Strukturparameter und errechnet mittels statistischer Simulationsmodelle die erwartete Rendite zur Endfälligkeit. Grundlage für die Berechnungen sind die implizite und historische Volatilität des Basiswerts. Das Verhältnis der aus den Berechnungen hervorgehenden Chancen- und Risikopotenziale des Zertifikats bildet die Grundlage für die Ratingnote. Die Gebühren gehen indirekt über die Kauf- und Verkaufspreise in die Analyse ein; sie beeinflussen so die Renditeerwartung und damit die Ratingnote. Eine vom Derivate Verband in Auftrag gegebene Studie von Prof. Dr. Sigrid Müller, Professorin für Betriebswirtschaftslehre und Direktorin des Instituts für Finanzierung an der Humboldt-Universität zu Berlin, bescheinigt den Zertifikate-Ratings ein sehr hohes Niveau: „Sie leisten somit einen zentralen Beitrag zur Transparenz und Vergleichbarkeit von Zertifikaten und bieten den Anlegern eine gute Grundlage für ihre Investitionsentscheidungen. Sie dienen somit dem Anlegerschutz. Auch der Wettbewerb zwischen den Rating-Unternehmen hilft letztlich dem Schutz der Anleger.“ Zur Sinnhaftigkeit von Zertifikate-Ratings haben wir uns im Derivate Magazin bereits vor fast zwei Jahren geäußert. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Ratings mehr ein Instrument der Branche sind, um Transparenz vorzutäuschen, und dass die Ersteller der Ratings vom großen Werbekuchen der Zertifikatebranche profitieren möchten. Dem Anleger sind sie weniger dienlich. Die wesentliche Problematik der Ratings ist die Tatsache, dass je nach Absicht und Markterwartung ein anderes Produkt als Anlage interessant ist. Es macht also überhaupt keinen Sinn, beim Rating eines Produktes davon auszugehen, dass sich das entsprechende Underlying in Zukunft „Standard normal“ entwickeln wird und auf Grund dieser Annahme ein Rating von vergleichbaren Zertifikaten zu machen. Geht der Anleger davon aus, dass sich ein Underlying „Standard normal verteilt“ entwickelt, kauft er eben gerade kein Produkt. Auch der Ansatz der Bonität ist fragwürdig. Es ist davon auszugehen, dass alle am Markt befindlichen Emittenten eine theoretische 100 %-Bonität haben. Sollte ein Emittent diese aus irgendeinem Grund nicht besitzen, sollte er in die Bewertung erst gar nicht mit einbezogen werden. Zudem müsste man die Gewichtung des Faktors je nach Produktgattung variieren. Wesentliches Kriterium der Bewertung eines Zertifikates ist und bleibt der theoretische Wert eines bestimmten Produktes, ver glichen mit den theoretischen Werten ähnlicher Produkte. Dieser Vergleich kann im Prinzip nur „realtime“ geschehen. Eine wöchentliche Beurteilung macht wenig Sinn, da er sich minütlich ändert.Weiterhin ist das Pricing des Emittenten wichtig, also inwieweit dieser die Volatilität nach dem Orderflow richtet oder stabil hält. Es macht keinen Sinn, ein theoretisch preiswertes Produkt zu kaufen, wenn die Preisstellung im Falle eines Verkaufs darunter liegt. Das Thema ist allerdings zu komplex, als dass wir in diesem Bericht im Detail auf die Problematiken eingehen könnten. Im Grundsatz ist festzuhalten, dass für den Erwerb von Zertifikaten auf Grund der mit 30 Gattungen und über 300 000 angebotenen Produkte eine nicht unerhebliche Fachkenntnis vorhanden sein sollte. Wenn man diese nicht hat, ist es besser, einen auf Zertifikate bzw. Derivate spezialisierten Anlageberater zu fragen. Dieser Artikel ist erschienen im Derivate Magazin / Ausgabe 01 / 2010
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