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Macht Web 2.0 dumm?

Geschrieben

Das hört sich schwer nach einer virtuellen Ohrfeige an...

 

[...]Grundsätzlich sei nichts dagegen einzuwenden, dass Nutzer eigene Inhalte schaffen und diese im Internet veröffentlichen. „Problematisch wird es, wenn 2.0-Techniken als eine Möglichkeit idealisiert werden, konventionelles Talent zu untergraben und das Wissen üblicher Experten durch die Arglosigkeit von Onlineamateuren zu ersetzen“, schreibt Keen in seinem Blog „The Great Seduction“ (Die große Verführung). Genau das aber wollten die „Silicon-Valley-Fantasten“, die - „vielleicht nicht ganz zufällig“ - jene Unternehmen besitzen, die die Werkzeuge für „diese Explosion der Selbstdarstellung“ liefern.

 

Die Web-2.0-Revolution sei schuld daran, dass heutzutage Blogs, Wikipedia-Einträge, Facebook-Seiten, Fotos auf Flickr oder Videos auf Youtube „verlässliche oder schöne Inhalte“ verdrängten. Damit sei das Web zu einer „Kakophonie unkontrollierter, personalisierter, oft anonymer Meinungsäußerungen geworden, wo alle gleichzeitig reden, aber keiner dem anderen zuhört“, so Keen. Das Ergebnis sei Massenverdummung und eine Kultur des digitalen Narzissmus, die die „traditionelle Meritokratie von bewährten Experten“ ins Wanken brächten.

 

Eine friedliche Koexistenz von traditionellen und Web-2.0-Medien hält Keen offensichtlich für unmöglich, weil sich im Internet eine Umsonstkultur durchgesetzt habe, die das klassische Geschäftsmodell der Medien, ihre Inhalte zu verkaufen, aushebele. Die Auswirkungen auf die traditionellen Medien seien immens:[...]

 

Quelle: Handelsblatt.de

 

weiterführende Links:

 

ic.arrow.right.png Andrew Keen's Weblog

Featured Replies

Geschrieben
traditionelle Meritokratie von bewährten Experten

 

immer wenn ich das Wort "Experten" höre, stellt sich bei mir so ein negativer Effekt ein.

 

Wikipedia funktioniert anscheinend auch ganz ohne Experten, jeder kann dran mitbasteln.

Geschrieben
  • Autor

Wikipedia ist schon ok, solange man nicht das Gehirn beim Lesen abschaltet.

 

Ich sehe allerdings auch die Gefahr, dass die Wissensdatenbank zusehens für kommerzielle Zwecke instrumentalisiert wird.

Da gibt es Leute, die extra aufbereitete Artikel einstellen um dann von anderen (eigenen) Webseiten auf diesen Content zu verweisen.

 

Aber das Problem geht weit über Wikipedia hinaus. Beispiele ließen sich viele nennen...

Geschrieben
  • Autor
ja, nur der Artikel oben geht ein wenig in die Richtung: "Amateure draußen bleiben, wir sind ein elitärer Zirkel der unter sich bleiben will".

 

Auch, ja.

Diesen Absatz finde sehr stark verallgemeint und dadurch in der Kernaussage massiv überzogen.

 

Seine Helden des Internetzeitalters seien deshalb nicht die Bürgerjournalisten, sondern „Bürger, die ihre Unwissenheit anerkennen, die den Mund halten, die die Medien nutzen, um von anderen, die besser Bescheid wissen und talentierter sind als sie selbst, gern etwas über die Welt lernen“, beendet Keen seine Tirade.

 

Das sehr viele Journalisten Lobbyarbeit leisten, die per Wort oder Zeile abgerechnet wird, davon schreibt Keen natürlich auch nichts.

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