Das hört sich schwer nach einer virtuellen Ohrfeige an...
[...]Grundsätzlich sei nichts dagegen einzuwenden, dass Nutzer eigene Inhalte schaffen und diese im Internet veröffentlichen. „Problematisch wird es, wenn 2.0-Techniken als eine Möglichkeit idealisiert werden, konventionelles Talent zu untergraben und das Wissen üblicher Experten durch die Arglosigkeit von Onlineamateuren zu ersetzen“, schreibt Keen in seinem Blog „The Great Seduction“ (Die große Verführung). Genau das aber wollten die „Silicon-Valley-Fantasten“, die - „vielleicht nicht ganz zufällig“ - jene Unternehmen besitzen, die die Werkzeuge für „diese Explosion der Selbstdarstellung“ liefern.
Die Web-2.0-Revolution sei schuld daran, dass heutzutage Blogs, Wikipedia-Einträge, Facebook-Seiten, Fotos auf Flickr oder Videos auf Youtube „verlässliche oder schöne Inhalte“ verdrängten. Damit sei das Web zu einer „Kakophonie unkontrollierter, personalisierter, oft anonymer Meinungsäußerungen geworden, wo alle gleichzeitig reden, aber keiner dem anderen zuhört“, so Keen. Das Ergebnis sei Massenverdummung und eine Kultur des digitalen Narzissmus, die die „traditionelle Meritokratie von bewährten Experten“ ins Wanken brächten.
Eine friedliche Koexistenz von traditionellen und Web-2.0-Medien hält Keen offensichtlich für unmöglich, weil sich im Internet eine Umsonstkultur durchgesetzt habe, die das klassische Geschäftsmodell der Medien, ihre Inhalte zu verkaufen, aushebele. Die Auswirkungen auf die traditionellen Medien seien immens:[...]
Das hört sich schwer nach einer virtuellen Ohrfeige an...
Quelle: Handelsblatt.de
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