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Was gibt es hinter dem Tellerrand?

Geschrieben

Mal wieder eine (vielleicht etwas zu theoretische/philosophische) Frage von mir, als naiver Außenstehender :wink:

 

(Vorweg: ich hab wenig Detailwissen über die Interna des Finanzsystems und verwend deswegen vielleicht manche Begriffe falsch, oder vermute Halb/Unwahrheiten, also einfach korrigieren ;)

 

Unser derzeitiges Finanzsystem ist ja auf Zinsen aufgebaut oder? Und zu einem sehr großen Teil auch noch auf Krediten.

Zinsen implizieren jetzt aber exponentielles Wachstum, wodurch alles, was über Kredit finanziert ist einen konstanten Wachstumsdruck aufweist.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage bestärkt mich in der Theorie, das dieses System auf lange Sicht immer wieder in eine Krise führen muss, da es nicht unbeschränkt exponentiell wachsen kann. Durch das starke Wachstum fällt diese Krise natürlich dementsprechend aus.

 

Die Frage ist: gibt es Alternativen? Ich meine jetzt nicht zusätzliche Regulierungen, bessere Aufsichten etc. sondern komplett andere Systeme. Muss es in einem funktionierenden "Finanz"system immer "Zinsen" geben?

 

Hat sich dazu schon mal jemand Gedanken gemacht?

Featured Replies

Geschrieben
Was gibt's hinter dem Tellerrand ?

Ich fürchte: mehr Tellerrand. :wink:

 

 

 

Die Frage ist: gibt es Alternativen? Ich meine jetzt nicht zusätzliche Regulierungen, bessere Aufsichten etc. sondern komplett andere Systeme. Muss es in einem funktionierenden "Finanz"system immer "Zinsen" geben?

 

Hat sich dazu schon mal jemand Gedanken gemacht?

 

ic.arrow.right.png http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzsystem

Und schon Marx hat von den

ic.arrow.right.png Krisen des Kapitalismus geschrieben.

 

 

Problem m.M. nach ist nicht das "System", sondern der Mensch selbst. Wir könnten auch Muscheln tauschen, statt "Geld", aber es würde dennoch Individuen geben, die mehr Muscheln haben wollen und die mehr Risiken in Kauf nehmen dafür oder auch andere dazu verleiten (z.B. über Appell an Gier). Du müsstest "den" Menschen mit seinen unterschiedlichen Bedürfnissen (zur Vereinfachung siehe z.B. mal ic.arrow.right.png hier) als solchen ändern.

 

Ich hab mir lange den Kopf zerbrochen über "ein ideales System". Mein Fazit: es gibt keins, was für alle passt, denn "den" Menschen mit Bedürfnissen gibt es leider auch nur in der Theorie. In der Praxis sind es zig Individuen mit beliebig vielen Ausprägungen der Bedürfnisse.

Geschrieben
  • Autor
Ich fürchte: mehr Tellerrand. :laugh:

:wink:

 

Problem m.M. nach ist nicht das "System", sondern der Mensch selbst. Wir könnten auch Muscheln tauschen, statt "Geld", aber es würde dennoch Individuen geben, die mehr Muscheln haben wollen und die mehr Risiken in Kauf nehmen dafür oder auch andere dazu verleiten (z.B. über Appell an Gier).

Geb ich dir Recht ich glaub auch, das jedes System gut und schlecht ist, je nachdem "wer" es verwendet, und wir Menschen beweisen regelmäßig, das wir auf die Dauer fast alles zu einem schlechten System machen :laugh:

Vielleicht gibt es aber eine Möglichkeit/System, wo man nicht von vornherein in die Krise gedrängt wird. Das derzeitige System wurde ja (brutal gesagt) von gierigen Menschen entwickelt und zielt darauf ab, das wenige profitieren. (Nein, nicht Verschwörungstheoretisch oder so, aber das Zinssystem wurde von den Banken "entwickelt", damit sie mehr Gewinne machen (bzw. überhaupt gewinne machen), nicht damit es den MEnschen besser geht ;)

 

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, aber möglicherweise gibt es eine Möglichkeit, die zwar immer noch missbraucht werden kann, aber wo die allgemeine Grundrichtung besser ist.

 

Du müsstest "den" Menschen mit seinen unterschiedlichen Bedürfnissen (zur Vereinfachung siehe z.B. mal ic.arrow.right.png hier) als solchen ändern.

Das dürfte schwierig werden ;) Obwohl gewisse andere Kulturen ja zeigen, das der Mensch nicht unbedingt von Natur aus ein gieriger Einzelkämpfer sein muss. Vielleicht vertragen wir Menschen einfach keine "Zivilisation". Möglicherweise ist die beste "Systemalternative" eigentlich kein System, sondern der Rückzug aus der "Zivilisation" ;)

 

Ich hab mir lange den Kopf zerbrochen über "ein ideales System". Mein Fazit: es gibt keins, was für alle passt, denn "den" Menschen mit Bedürfnissen gibt es leider auch nur in der Theorie. In der Praxis sind es zig Individuen mit beliebig vielen Ausprägungen der Bedürfnisse.

Ich befürchte auch, das es keine Optimallösung gibt, aber es muss doch was besseres geben ;)

Geschrieben

Das was ich glaube, was passieren wird, möchte ich öffentlich nicht aussprechen.

 

Best Case wäre: "Wir" schaffen es noch einmal, das Desaster abzuwenden. Das "Geradeziehen" ist aber auch nur eine auf Kredit und zu Lasten unserer Kinder aufgenommene Hypothek, die nicht zurückgezahlt werden kann. So etwas gab es bereits einmal...

 

Da die Politik weder im Stande noch daran interessiert ist, die Konsequenzen beim Namen zu nennen und die Finanzbosse noch immer 2stellige Millionenabfindungen kassieren, muss der Trog erst zum Brunnen gehen, damit sich etwas ändert.

"Ändern" im Sinne von Veränderung tritt aber erst dann ein, wenn der Druck von der Straße kommt und nicht mehr mit schönen Slogans und Durchhalteparolen aufgehalten werden kann. An das letzte Mal, als das passierte, kann ich mich noch gut erinnern. Damals wurde ein Staatssystem zu den Akten der Geschichte gelegt.

Geschrieben
Das dürfte schwierig werden ;) Obwohl gewisse andere Kulturen ja zeigen, das der Mensch nicht unbedingt von Natur aus ein gieriger Einzelkämpfer sein muss. Vielleicht vertragen wir Menschen einfach keine "Zivilisation". Möglicherweise ist die beste "Systemalternative" eigentlich kein System, sondern der Rückzug aus der "Zivilisation" ;)

Ich befürchte auch, das es keine Optimallösung gibt, aber es muss doch was besseres geben ;)

Ich denke auch, dass es was besseres gibt als den aktuellen Mist. Ich hab ja noch 14 Jahre in der DDR erleben dürfen und kenne daher auch viele Ex-DDR-Bürger. Viele würden die Mauer wieder aufbauen, wenn sie sich die Steine und den Mörtel leisten könnten. Das "Gefühl" der Leute ist jetzt anders - weniger sicher v.a. Blöderweise haben sie sich damals aber auch vom "Goldenen Westen" und dem Konsum und der "Freiheit" blenden lassen. Rechnung für diese menschliche Schwäche kam.

 

Meiner Meinung nach kann man schon Gesellschaftssysteme so konstruieren, dass die propagierten Werte die Menschen eher zusammenschweißen als das Einzelkämpfer- und Jeder-gegen-Jeden-tum, was derzeit vorherrscht, wo alles auf Geld, Macht, Status (durch Konsum und Macht) ausgerichtet ist und wo der "Arbeitsplatz" (von Erwerbsarbeit !) mittlerweile auch schon zum Statussymbol geworden ist.

 

Alte, Schwache, Kranke, Kinder (obwohl sie da mittlerweile erkannt haben, dass die nicht total nutzlos sind :wink: ) bleiben in einem (Sozial- :laugh: )Darwinismus auf der Strecke. Haste nix, biste nix. Früher oder später wird auch das System zerbrechen. Vielleicht erleb' ich ja noch den Nachfolger und darf ne Runde mitspielen.

Geschrieben
Das was ich glaube, was passieren wird, möchte ich öffentlich nicht aussprechen.

Feigling :wink:. Letztendlich ist es aber in unserem Land egal, denn im Gegensatz zur DDR kann man hier alles sagen, aber man schattenboxt eigentlich nur, die Hand des ausgestreckten Arms des Gegners an der eigenen Kehle, so dass die eigenen Schläge ins Leere gehen. Der Gegner muss gar nicht kämpfen. Irgendwann gibt man resigniert auf. Das ist viel perfider als das Bespitzele und Weggesperre in der DDR, finde ich, denn es zermürbt auf Dauer.

 

 

"Ändern" im Sinne von Veränderung tritt aber erst dann ein, wenn der Druck von der Straße kommt und nicht mehr mit schönen Slogans und Durchhalteparolen aufgehalten werden kann.

Ich glaub' nicht, das wir das so schnell erleben. Die meisten Leute sind noch zu satt und werden sattgehalten und die restlich sind mit Schattenboxen beschäftigt. Da muss m.M. schon was Größeres als so eine kleine Finanzkrise passieren.

Geschrieben
  • Autor
Best Case wäre: "Wir" schaffen es noch einmal, das Desaster abzuwenden. Das "Geradeziehen" ist aber auch nur eine auf Kredit und zu Lasten unserer Kinder aufgenommene Hypothek, die nicht zurückgezahlt werden kann. So etwas gab es bereits einmal...

Wäre das wirklich der "Best Case"? Ich meine für uns ziemlich sicher, aber dieses Geradeziehen wär dann ja nur eine Festigung des Systems. man flickt einfach solange, bis die Karre wieder beschleunigen kann, und bei der nächsten Bremsung zerlegts es halt dann endgültig in alle Einzelteile.

 

Alte, Schwache, Kranke, Kinder (obwohl sie da mittlerweile erkannt haben, dass die nicht total nutzlos sind :laugh: ) bleiben in einem (Sozial- :laugh: )Darwinismus auf der Strecke. Haste nix, biste nix. Früher oder später wird auch das System zerbrechen. Vielleicht erleb' ich ja noch den Nachfolger und darf ne Runde mitspielen.

 

Ich glaub ein wichtiges Kriterium für ein "gutes" System ist ein vorhandenes, globales Gesellschaftsbewusstsein bzw. Moral. ok, klingt vielleicht falsch, was ich meine: Damit die Gesellschaft mit dem System chancen hat, muss es der Gesellschaft auch ein bissl um die Gesellschaft gehen. Wenn es jedem immer nur um sich und seine maximalen Profite geht, dann wird die Gesellschaft m.M. auf lange Sicht auseinanderbrechen und irgendwann kollabieren.

Früher wurden uns solche Gesellschaftlichen Werte von "höherer" Hand gepredigt (Kirche etc.), da hat der einzelne zwar auf seinen Profit geachtet, aber auch immer auch nach links und rechts geschaut und (sicher oft gezwungernermaßen) auch mal den Armen geholfen. (Weil sonst kommt er ja in die Hölle ;) Aber jetzt sagt uns keiner mehr, das wir auch auf die Gesellschaft achten sollten, und nit nur den Gewinn maximieren... ich hab das Gefühl die Gesellschaft muss es ordentlich auf die Schnauze donnern, damit wir merken das es so doch nit geht, und die alten Werte (die derzeit als so unprofitabel und rückständig betrachtet werden) doch gelegentlich einen Sinn hatten.

 

 

Ich glaub' nicht, das wir das so schnell erleben. Die meisten Leute sind noch zu satt und werden sattgehalten und die restlich sind mit Schattenboxen beschäftigt. Da muss m.M. schon was Größeres als so eine kleine Finanzkrise passieren.

 

mM wär die Krise groß genug gewesen... es hätten nur die Politiker nit intervenieren dürfen ;)

Ich bin voll deiner Meinung, es muss mM einen Totalcrash geben, damit sich wirklich was ändern kann. Denn egal welche Regulierungen etc. jetzt dazukommen werden, das Grundsystem bleibt das Gleiche, und so Regulierungen sind in 10 Jahren schnell wieder "veraltet und hinderlich".

Hätte die Politik nicht so stark eingegriffen und wären ein paar Banken (also auch europäische Großbanken) zusammengebrochen, hätten wir mM einen schönen run-on-the-bank gehabt und in der Folge den Zusammenbruch vom Bankensystem. Globalisierung wär Geschichte, wir "kaufen" wieder beim Bauern in der Nähe, die Leute flüchten aus den Großstädten weil es keine Infrastruktur und Supermärkte mehr gibt etc. Wir wären wieder im Mittelalter, aber der Lerneffekt wär sicher größer ;)

Geschrieben
Hätte die Politik nicht so stark eingegriffen und wären ein paar Banken (also auch europäische Großbanken) zusammengebrochen, hätten wir mM einen schönen run-on-the-bank gehabt und in der Folge den Zusammenbruch vom Bankensystem. Globalisierung wär Geschichte, wir "kaufen" wieder beim Bauern in der Nähe, die Leute flüchten aus den Großstädten weil es keine Infrastruktur und Supermärkte mehr gibt etc. Wir wären wieder im Mittelalter, aber der Lerneffekt wär sicher größer ;)

Es gibt einen Fluch, der lautet: Mögest du in interessanten Zeiten leben.

Geschrieben
  • Autor
Es gibt einen Fluch, der lautet: Mögest du in interessanten Zeiten leben.

 

Dafür hat man in solchen Zeiten wirklich die Chance etwas zu verändern (als Menschheit).

Ehrlich gesagt hätt ich lieber "interessante" Zeiten wo das Leben für mich viell. etwas härter ist, aber ich das Gefühl habe für die Nachwelt eine bessere Welt zu hinterlassen, als in "langweiligen" Zeiten zu leben, wo man selber keine großen Probleme hat, aber man jeden Tag die Ohnmacht spürt, das die (globalen) Probleme nur größer werden und die eigenen Eingriffsmöglichkeiten viel zu gering sind.

Geschrieben
  • Autor

Kennt jemand von euch die "Zeitgeist" Filme? ic.arrow.right.png Link. Der erste Teil wirkt zugegebenermaßen sehr Verschwörungstheoretisch, aber regt zum nachdenken an.

Im zweiten Film Zeitgeist:Appendum wird ab Minute 54 das Venus-Project vorgestellt.

 

Das wäre mal eine wirkliche Alternative zum derzeitigen System.

Es basiert im Grunde darauf, das Technologie für den WOhlstand verantwortlich ist und nicht Geld.

Wie ich es verstanden habe, ist der wesentliche Unterschied die Einstellung.

Wir arbeiten derzeit für Geld, damit wir überleben, uns was leisten können whatever. Beim Venus-Project gibt es kein Geld und man arbeitet somit auch nicht dafür. Sondern liefert seinen Beitrag mit dem was man am besten kann. Man arbeitet also nicht mehr für sich, sondern für die Gesellschaft. Wenn nun alle diese Grundeinstellung haben und alle für die Gesellschaft arbeiten führt das zwangsweise auch zu einer Verbesserung der gesamten Lebensqualität. Dadurch wären auch viele negative Dinge wie Profitgier etc ausgemerzt. Denn ohne "Verkauf" kein Profit und damit keine Gier danach ;).

 

Ich weiß, es klingt alles sehr utopisch und nach fantastereien, aber ich finde es ist Wert genug darüber nachzudenken und zu diskutieren ;)

Geschrieben

Darüber nachdenken kann man, ein Glas Rotwein in ner Kneipe mit Freunden schafft auch das richtige Flair.... Na ja.

Anfang 20 ist ne gute Zeit, sich über sowas mal Gedanken zu machen. (Hab ich auch hinter mir.)

Aber ändern wirst Du nichts, denn irgendwann werden Dich sehr wahrscheinlich die kleinen Alltagssorgen einholen.

 

Und letztendlich ist auch egal, ob sich was ändert oder nicht, denn in spätestens 80 Jahren fällst Du eh in die Kiste.

Sorry, dass ich so zynisch an der Stelle bin, aber die Menschheit überschätzt ihren Wert in meinen Augen maßlos. Gut, ich bin jetzt auch nicht sonderlich scharf drauf, dass uns morgen das Wasser ausgeht und es weltweit Kriege ums Wasser geben wird, aber sterben werden wir am Ende sowieso, warum ist es so schlimm, einfach früher zu gehen ?

 

Ich würde es mittlerweile vorziehen, in uninteressanten Zeiten zu leben. Aber die Erfahrungen, die ich gemacht habe und die mich dazu gebracht haben, heute so zu denken, wünsch' ich niemanden, noch nicht mal mir, aber ich kann's leider nicht ändern. :correct:

 

Von daher bin ich an der Stelle kein angenehm-euphorischer Diskussionspartner und werde mich aus der weiteren Diskussion lieber raushalten.

Geschrieben
  • Autor
Darüber nachdenken kann man, ein Glas Rotwein in ner Kneipe mit Freunden schafft auch das richtige Flair.... Na ja.

Anfang 20 ist ne gute Zeit, sich über sowas mal Gedanken zu machen. (Hab ich auch hinter mir.)

Aber ändern wirst Du nichts, denn irgendwann werden Dich sehr wahrscheinlich die kleinen Alltagssorgen einholen

Ich weiß, die Frage ist jetzt blöd aber: Muss das so sein? Klar, die Gefahr besteht, aber ich denke es ist es wert darüber nachzudenken und zu versuchen ;)

 

Und letztendlich ist auch egal, ob sich was ändert oder nicht, denn in spätestens 80 Jahren fällst Du eh in die Kiste.

Und genau das ist es ja! Wenn man sich nur darauf beschränkt was für einen selber das Beste ist, kommt genau die Gesellschaft raus, in der wir derzeit leben...

 

Sorry, dass ich so zynisch an der Stelle bin, aber die Menschheit überschätzt ihren Wert in meinen Augen maßlos.

 

Das auf alle Fälle, und genau das ist ja auch das Problem. Aber ich red ja auch nicht vom Wert der Menschheit, sondern davon, wie die Menschheit für sich besser klar kommen könnte. Das es der Umwelt auf lange Sicht schnurz egal ist ob wir uns vertragen und eine schöne Gesellschaft haben, oder ob wir uns gegenseitig die Schädel einschlagen ist klar. Aber mir und denen die nach uns kommen ist es glaub ich nicht ganz so egal (hoffentlich ;)

 

Von daher bin ich an der Stelle kein angenehm-euphorischer Diskussionspartner und werde mich aus der weiteren Diskussion lieber raushalten.

 

Ich glaube in solchen Diskussionen ist es wichtig nicht nur euphorische Diskussionspartner zu haben. Wenn alle nur sagen "das wär so schön" kommt man auch nit weiter :correct:

Ich würd mich also freuen wenn du dich nit raushaltest. :full:

  • 4 Wochen später...
Geschrieben

Ich hatte es an anderer Stelle früher schon mal erwähnt.

Das Fluten des Marktes mit Liquidität ist sehr kritisch zu betrachten und die Folgen der Geldschwemme könnten das mit Mühe (hofffen wir das es gelingt) stabilisierte Weltfinanzsystem erneut erschüttern. Über die Konsequenzen spricht heute keiner gerne, man nimmt sie billigend in Kauf.

Vielleicht auch deshalb, weil manche damit rechnen, dass die Option eines Kollabierens allgegenwärtig ist und wenn das Event eintritt egal ist, wie viele Trilliarden in Kanälen versickert sind. Vielleicht auch, weil es einigen vollkommen egal ist, da sie immer auf der Gewinnerseite stehen werden.

 

Selbst wenn die "Märkte" dabei wären, ihren Boden zu finden und nach einer, zu erwartenden Seitwärtsphase ein neuer Run auf die Börsen erfolgt, sollte man auf jeden Fall im Auge behalten, auf welchen tönernen Füßen das Gebäude steht.

 

"Die Fed bereitet die nächste Blase vor"

 

Mit Riesensummen versuchen Regierungen die Rezession einzudämmen - und beschwören das nächste Unheil herauf: Inflation. Davor warnt der Ökonom Hans Wolfgang Brachinger

Zum Interview

 

 

 

Gedanken am Rande der Diskussion

 

Wenn die Welt in der Lage wäre, diese Krise mit dem Drucken von Geld zu lösen ohne das die Menschheit dadurch auch nur den geringsten Schaden davon tragen würde, liese sich "das Experiment" an anderer Stelle wiederholen. Auf der einen Seite gäbe es diejenigen, die wüssten, wie weit man das Blatt ausreizen können, auf der anderen Seite die "Gewissheit", das man bis auf ein paar Monate negative Schlagzeilen alles im Griff hätte.

 

Mit den jetzt verblasenen Billionen und denen, die noch folgen werden, hätte man viel Gutes in der Welt verrichten können.

Geschrieben

Vielleicht könnte man dem Vorbild einiger islamischer Staaten folgen und Zinsen generell verbieten. Oder wenn schon nicht verbieten, dann auf die Höhe der jährlichen Inflationsrate strikt beschränken.

 

Allerdings müßten sich dann auch die Notenbanken neue Instrumente zur Geldmengensteuerung ausdenken. Das sollte aber grundsätzlich machbar sein.

Geschrieben
Vielleicht könnte man dem Vorbild einiger islamischer Staaten folgen und Zinsen generell verbieten. Oder wenn schon nicht verbieten, dann auf die Höhe der jährlichen Inflationsrate strikt beschränken.

 

Allerdings müßten sich dann auch die Notenbanken neue Instrumente zur Geldmengensteuerung ausdenken. Das sollte aber grundsätzlich machbar sein.

Also, ich muss sagen, dass ich von den Ideen von Bernd Send tief beeindruckt war. Danke nochmal, Chef, für den Link. :pfue:

 

ic.arrow.right.png Tom-Next-Thread mit Links zum Videodownload

 

ic.arrow.right.png http://www.berndsenf.de/

 

Zinsen als Ursache der heutigen (und auch anderer) Krisen. Zinsen werden (Bernd Senf's Meinung nach) v.a. dadurch problematisch, weil die "Gelddruckerei" in den Händen von Privatbanken und nicht des Staates liegt. Die Vorträge von ihm haben nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern er kann auch sehr gut Wissen vermitteln, finde ich.

 

Ich kann zwar noch nicht beurteilen, inwieweit es auch nur eine Theorie unter vielen ist (Ecart :pfue:), aber die Argumente leuchten mir auf jeden Fall ein.

Geschrieben
Unser derzeitiges Finanzsystem ist ja auf Zinsen aufgebaut oder? Und zu einem sehr großen Teil auch noch auf Krediten.

Zinsen implizieren jetzt aber exponentielles Wachstum, wodurch alles, was über Kredit finanziert ist einen konstanten Wachstumsdruck aufweist.

 

Die Druckerreien, die für das Gelddrucken zuständig sind, müssten jetzt Hochkonjunktur haben.

 

Die Außenstände der USA sind zwar hoch, aber Geld bekommen die USA am Kapitalmarkt immer: Diese Aussage stimmt zwar noch. Doch in der Praxis wird es immer schwieriger. Allein diese Woche begibt Washington 63 Mrd. $ an Anleihen. Die Kurse der Treasuries sind bereits im freien Fall.

 

ic.arrow.right.png Schuldenfinanzierung

Geschrieben
Ich kann zwar noch nicht beurteilen, inwieweit es auch nur eine Theorie unter vielen ist (Ecart :pfue:), aber die Argumente leuchten mir auf jeden Fall ein.

 

Ja vor einigen Jahren "...leuchteten mir auch diese Argumente ein". Bin davon aber 'abgerückt'. Persönlich möchte ich dies hier nicht vertiefen.

 

ic.arrow.right.png Klick hier mal rein, dort werden Beispiele genannt

 

Im Link besonders der Bereich >>> [Kritik an der Freiwirtschaft]

 

Darüber hinaus sei die Überwindung des Zinssystems in seiner heutigen Form für Senf zwar sehr wichtig, aber die Vorstellung das dann alles sich selbst reguliert, hält er für ein zu einfaches Muster. Insbesondere weil dabei übersehen würde, dass sich dabei nichts grundsätzliches an der Situation der Überschwenmmung der Arbeitsmärkte und die technologisch bedingte Freisetzung der Arbeitskraft ändere.

 

Lediglich der Druck zur Rationalisierung würde sich etwas abschwächen. Den Glauben an die Selbstregulierung der Arbeitsmäkte, selbst unter Wegfall des Zinses, hält er für illusionär.

Geschrieben

Was mir besonders pervers erscheint, ist, daß all diejenigen Schuldner mit "schlechter Bonität" für ihre Schulden die höchsten Zinsen müssen, obwohl gerade sie die günstigsten Zinsen benötigten. Wird durch die hohen Zinsen ihre Bonität etwa verbessert? Im Gegenteil! Am Ende steht unter anderem wegen der hohen Zinsbelastung die Überschuldung und ein kompletter Forderungsausfall für den Gläubiger. Und sowas soll dann Bestandteil eines modernen Finanzsystems sein? Hmm....

 

Wenn allerdings die Banken keine oder nur noch Mini-Zinsen für Kredite verlangen dürfen und demzufolge keine Kredite mehr vergeben, weil sie nichts mehr daran verdienen können, stellt sich natürlich die Frage, wie die Wirtschaftssubjekte statt dessen an Kapital kommen sollen.

 

Mein Vorschlag: Stärkung der Börsen und Schaffung eines Marktes für Risikokapital, in denen Venture Capitalists die Rolle der Banken übernehmen. Dabei sollte allerdings tunlichst nicht so vorgegangen werden, wie vor rund 10 Jahren die Deutsche Börse es meinte tun zu müssen, als sie den Neuen Markt, der nichts anderes als ein Risikokapitalmarkt im Quadrat gewesen war, zum "Wachstumsmarkt" umdeklarierte und dem überwiegend ahnungslosen Publikum vorgaukelte, hier könne es langfristig nur reich werden.

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