Ganz sicher gehören richtige Daten zum erfolgreichen Traden. Nur würde mich mal interessieren, welche genauen Vorteile nun aus einem Tickdaten-Feed im manuellen Handeln gezogen werden und wie man das bei rein netzttechnisch bedingten Transaktionszeiten eher im Sekunden- als im Millisekunden-Bereich praktisch ausnutzen will.
Weiterhin würde mich interessieren, welche inhaltlichen Schlüsse für den Handel aus den Mikro-Fluktuationen gezogen werden, die mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit in den seltensten Fällen wirklich eine willentliche Reaktion der Marktteilnehmer wiederspiegeln, sondern eher die zufällige Reihenfolge in welcher auf den letzten übermittelten Kurs reagiert wurde.
Für eine echte Reaktion auf marktrelevante Bewegungen wird ein Tickdaten-Feed nicht gebraucht. Mit Limit-Order kann man sich sogar mit qualitativ weniger perfekten Daten gegen eine Übervorteilung schützen und für Orderbuch-Scalping ist ein vollautomatisiertes System mit Collocation auf dem Börsen-Floor das Mittel der Wahl.
Beim Glauben an immer genauere Daten und immer schnellere technische Hilfsmittel darf nie vergessen werden, daß das eigentliche Problem das "Pseudo-Scalping" ist, bei dem viele Vorteile aus kleinen, fast sicheren Bewegungen gezogen werden, aber keine vernünftige Handlungsweise vorgeplant ist, wenn die Kurse mal sehr fix aus dem Ruder laufen, wenn wenigstens schon mal die Phase durchgängig undisziplinierten Tradings überwunden wurde.
Auch ist es fraglich, wie die Information brauchbar optisch aufbereitet wird, denn die verbreitete Anzeige jeden Ticks auf der einfach nur gespreizten Zeitachse ist ja nicht das Maß aller Dinge, eine sinnvolle Kumulation wollen die Trader aber bei der Wahl der Einzelticks eher nicht haben und kaum eine Software bringt das so auf die Reihe, daß man beim Kumulieren noch Rückschlüsse zu den ursprünglichen Volumina sieht.
Dann sollte man noch bedenken, daß die vielen kleinen Bewegungen außerhalb des wahrnehmungs-physiologischen "menschlischen Fensters" liegen, und in der Zeit gar nicht verarbeitet werden können, da die Reaktionszeit eines Menschen bis zur manuellen Order-Auslösung fast eine Sekunde beträgt.
Damit nicht geglaubt wird, hier würde die Oma sprechen, die ihre Anlage-Entscheidungen im Jahres-Rhythmus fällt, sage ich mal, daß mir das Handeln nach 6-Sekunden-Charts und Haltedauern unter 15 Sekunden auch im manuellen Handel gut vertraut sind.
Darüber hinaus sollte sich vor Augen geführt werden, daß die meisten Märtkte selbst bei bester Auflösung gar nicht so viele Ticks erzeugen. Selbst im Bund-Future, einem der meistgehandeltsten Kontrakte der Welt, kommen auch zur Haupthandelszeit oft viele Sekunden gar keine Trades (und oft auch nicht mal Änderungen der Bid- und Ask-Size) zustande.
Auch ist das Argument der Datenqualität möglicherweise stärker ein Marketing-Instrument als technische Realität. Die Daten werden von den Börsen geliefert und weitergegeben, wobei bei einem solchen Trivialvorgang, wenn nicht gerade zeitweilig größere technische Störungen vorliegen, eher wenig Außergewöhnliches passieren kann. Bisher hat mich keiner der Datenanbieter, die auf den diversen Messen ihre hochpreisigen Produkte anbieten, wirklich überzeugen können.
Ich habe übrigens 1998 und 1999 US-Futures sogar mit Erfolg mit den damals noch frei verfügbaren Internet-Applets gehandelt, die bestimmt keine Super-"Profi"-Software waren, und glaube nicht an die Wunderwirkung toller Daten im Verhältnis zu den Skills des Traders. Diese Skills bstehen übrigens zu großen Teilen aus der Geduld sehr lange zu warten und nicht darin, mit Lichtgeschwindigkeit Tasten zu drücken.
Bearbeitet von ronner Beiträge von http://www.tom-next.com/community/zen-fire-jetzt-auch-mit-deutscher-Produktseite-t48369.html abgetrennt
Ganz sicher gehören richtige Daten zum erfolgreichen Traden. Nur würde mich mal interessieren, welche genauen Vorteile nun aus einem Tickdaten-Feed im manuellen Handeln gezogen werden und wie man das bei rein netzttechnisch bedingten Transaktionszeiten eher im Sekunden- als im Millisekunden-Bereich praktisch ausnutzen will.
Weiterhin würde mich interessieren, welche inhaltlichen Schlüsse für den Handel aus den Mikro-Fluktuationen gezogen werden, die mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit in den seltensten Fällen wirklich eine willentliche Reaktion der Marktteilnehmer wiederspiegeln, sondern eher die zufällige Reihenfolge in welcher auf den letzten übermittelten Kurs reagiert wurde.
Für eine echte Reaktion auf marktrelevante Bewegungen wird ein Tickdaten-Feed nicht gebraucht. Mit Limit-Order kann man sich sogar mit qualitativ weniger perfekten Daten gegen eine Übervorteilung schützen und für Orderbuch-Scalping ist ein vollautomatisiertes System mit Collocation auf dem Börsen-Floor das Mittel der Wahl.
Beim Glauben an immer genauere Daten und immer schnellere technische Hilfsmittel darf nie vergessen werden, daß das eigentliche Problem das "Pseudo-Scalping" ist, bei dem viele Vorteile aus kleinen, fast sicheren Bewegungen gezogen werden, aber keine vernünftige Handlungsweise vorgeplant ist, wenn die Kurse mal sehr fix aus dem Ruder laufen, wenn wenigstens schon mal die Phase durchgängig undisziplinierten Tradings überwunden wurde.
Auch ist es fraglich, wie die Information brauchbar optisch aufbereitet wird, denn die verbreitete Anzeige jeden Ticks auf der einfach nur gespreizten Zeitachse ist ja nicht das Maß aller Dinge, eine sinnvolle Kumulation wollen die Trader aber bei der Wahl der Einzelticks eher nicht haben und kaum eine Software bringt das so auf die Reihe, daß man beim Kumulieren noch Rückschlüsse zu den ursprünglichen Volumina sieht.
Dann sollte man noch bedenken, daß die vielen kleinen Bewegungen außerhalb des wahrnehmungs-physiologischen "menschlischen Fensters" liegen, und in der Zeit gar nicht verarbeitet werden können, da die Reaktionszeit eines Menschen bis zur manuellen Order-Auslösung fast eine Sekunde beträgt.
Damit nicht geglaubt wird, hier würde die Oma sprechen, die ihre Anlage-Entscheidungen im Jahres-Rhythmus fällt, sage ich mal, daß mir das Handeln nach 6-Sekunden-Charts und Haltedauern unter 15 Sekunden auch im manuellen Handel gut vertraut sind.
Darüber hinaus sollte sich vor Augen geführt werden, daß die meisten Märtkte selbst bei bester Auflösung gar nicht so viele Ticks erzeugen. Selbst im Bund-Future, einem der meistgehandeltsten Kontrakte der Welt, kommen auch zur Haupthandelszeit oft viele Sekunden gar keine Trades (und oft auch nicht mal Änderungen der Bid- und Ask-Size) zustande.
Auch ist das Argument der Datenqualität möglicherweise stärker ein Marketing-Instrument als technische Realität. Die Daten werden von den Börsen geliefert und weitergegeben, wobei bei einem solchen Trivialvorgang, wenn nicht gerade zeitweilig größere technische Störungen vorliegen, eher wenig Außergewöhnliches passieren kann. Bisher hat mich keiner der Datenanbieter, die auf den diversen Messen ihre hochpreisigen Produkte anbieten, wirklich überzeugen können.
Ich habe übrigens 1998 und 1999 US-Futures sogar mit Erfolg mit den damals noch frei verfügbaren Internet-Applets gehandelt, die bestimmt keine Super-"Profi"-Software waren, und glaube nicht an die Wunderwirkung toller Daten im Verhältnis zu den Skills des Traders. Diese Skills bstehen übrigens zu großen Teilen aus der Geduld sehr lange zu warten und nicht darin, mit Lichtgeschwindigkeit Tasten zu drücken.
Bearbeitet von ronner
Beiträge von http://www.tom-next.com/community/zen-fire-jetzt-auch-mit-deutscher-Produktseite-t48369.html abgetrennt