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Wie war das mit den 100.000 DM, Frau Merkel?

Geschrieben

 

Vorweg: Er hat die Frage nicht in seiner Muttersprache Holländisch formuliert, sondern sein Anliegen bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des schwarz-gelben Koalitionsvertrages “brav” auf Deutsch zum Besten gegeben.

 

Doch mit Wohlwollen konnte der Reporter der niederländischen Tageszeitung “De Telegraaf” nicht rechnen. Viel zu unbequem war das, worauf er von Angela Merkel eine klare Antwort bekommen wollte.

 

...weiterlesen linked.gif

Featured Replies

Geschrieben

Zur Ausbeutung:

Das hier ist Ausbeutung.

 

In Deutschland wäre so etwas nicht möglich.

Hier bekommt ein Langeitarbeitssuchender 380 € netto + Wohnungskalt und -warm Kosten.

Dazu außerordentliche Kosten (Klassenfahrt vom Kind, Waschmachine kaputt, Klamotten weg, ...) - die werden auch erstattet, und Kosten die im Rahmen einer Weiterqualifizierung anfallen.

Das ist sehr viel finde ich. Das reicht für einen TV in jedem Zimmer...

 

 

PS: oben stand was über den Lohn von Aldi-Kassierer(innen): die bekommen mehr als jede® andere in der Branche und auch mehr als zB der Großteil davon im öffentlichen Dienst. Aldi beutet seine Angestellten jedenfalls nicht aus (zumindest nicht aus objektiver Sicht).

Geschrieben
Hier bekommt ein Langeitarbeitssuchender 380 € netto + Wohnungskalt und -warm Kosten.

Dazu außerordentliche Kosten (Klassenfahrt vom Kind, Waschmachine kaputt, Klamotten weg, ...) - die werden auch erstattet, und Kosten die im Rahmen einer Weiterqualifizierung anfallen.

 

Vorsicht bitte bei sowas,

 

die Wohnungsmiete wird mit einem Abschlag gezahlt, dieser Abschlag stellt den Warmwasseranteil dar der aus dem Regelsatz gezahlt werden muß.

 

Viele bekommen sowieso schon nicht die volle Miethöhe, wenn sie ein paar qm zuviel haben oder die Miete an sich zu "teuer" für ihre Region ist. Auch dies muß aus dem Regelsatz gezahlt werden.

 

Waschmaschine & Klamotten und sonstiges gibt es auch nicht mehr wie früher unter Sozialhilfe, muß alles aus dem Regelsatz angespart werden. Klassenfahrt gibt es, oft aber nicht in voller Höhe.

 

Es sind m.W. nach auch keine 380, sondern 359 €.

 

Von diesen 359 € müssen gezahlt werden:

 

Warmwasseranteil, also die Differenz zur vollen Miete (wie oben beschrieben)

Unterschüssige Rest-Miete, sofern geduldet und nicht sowieso schon zum Wohnungswechsel aufgefordert

Strom

Versicherungen

Lebensmittel

Telefon

Internet

 

etc. pp.

 

Von den 359 € bleibt dann kaum noch was übrig, wie sich jeder leicht ausrechnen kann. Fahrtkosten müssen ja auch noch drin sein.

 

Es gibt immer noch viele, die denken man hat die 359 € zur freien Verwendung ohne andere Dinge bezahlen zu müssen weil sie einfach die Situation früher mit der jetzigen vermischen.

 

Ich hab übrigens jahrelang in einem Verein mitgewirkt, der sich u.a. mit sowas beschäftigt hat.

Geschrieben
Gute Frage, hab ich ehrlich gesagt zu wenig Ahnung um echt eine Meinung zu haben, aber was ich mir dazu denke:

Ein Segen wäre es auf alle Fälle gute Arbeitsbedingungen zu schaffen (also den höheren Lohn vielleicht nicht voll auszahlen sondern eben in die Fabriken, Arbeitszeiten, Sozialleistungen etc investieren).

Die Frage ist was man unter "angemessenen" Lohn versteht. Angemessen an das dortige Wirtschaftssystem, sodass eine Näherin dort soviel verdient (verhältnismäßig) wie eine Kassiererin bei Aldi hier (nur ein Hausnummernbsp) denk ich wäre sinnvoll.

 

Du bist Dir schon darüber bewusst das Du grade mindestens 2/3 der Näherrinen Arbeitslos gemacht hast?

Wo von wahrscheinlich die Hälfte innerhalb von 1 Jahr verhungert.

 

WIe viel sollen den dann hier noch verkauft werden wenn sich der Preis mindestens verfünffacht?

Kann man Sie ja wieder billiger waschen, wo mit ein Stück Wohlstand von hier verschwindet.

Bzw. bei deinen Lohn kann man Sie auch gleich wieder hier herstellen.

 

Man darf unser Sozialsystem nicht verallgemeinern,

und solte nicht hoffen das es hier ewig so weiter geht.

Geschrieben
Warum es in unserem derzeitigen System schlecht ist wenn der Milchpreis fällt ist mir aus Sicht des aktuellen Systems schon klar.

 

Könntest Du das bitte mal was genauer erklären, danke.

Geschrieben
Vorsicht bitte bei sowas, [ALG II]

 

Da muss ich Dir teilweise wiedersprechen.

Eine zu große Wohnung wird 6 Monate voll bezahlt (nach Eintritt in ALG II). In dieser Zeit muss man sich eine kleinere Wohnung suchen (oder Arbeit finden). Eine zu teure Wohngegend gibt es nicht, man darf nur nicht hinziehen, und die Wohnung muss der Größe und Art angemessen sein. Die Wohnung richtet sich u.a. nach dem Mietspiegel. Wenn der Mietspiegel einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 12 € kalt hat, dann wird das auch bezahlt.

 

Der Satz ist (alleinstehend, Kinderlos) tatsächlich bei 359 €. Ich bitte um Nachsicht (hatte das nur noch grob im Kopf).

 

Waschmaschine & klamotten gibt es nach wie vor, man darf dafür aber keine Rücklage haben und muss es u.U. abstottern. Das aber eher selten.

 

Dafür, dass man quasi keine Kosten hat, ist das alles nicht viel (aber nicht zu wenig).

 

Ich habe mal einen Kontoauszug eines ALGII- Empfängers gesehen. Dauerauftrag 49 € an Premiere World.

Das fand ich dann schon heftig...

 

 

@ ibelieve

Wenn man die Näherinnen auf einmal so bezahlt, wird das nix.

Deswegen schrieb Mythos aus, dass muss Schritt für Schritt gehen...das wird uU Generationen auch dauern. Und die Regierung muss das auch wollen.

Geschrieben
Eine zu große Wohnung wird 6 Monate voll bezahlt (nach Eintritt in ALG II).

 

das ist richtig, aber was sind schon 6 Monate? Und danach entweder umziehen oder die Differenz zur genehmigten Miete aus eigener Tasche bezahlen. Da ein Umzug natürlich i.d.R. nicht gewollt ist, nehmen das viele auf sich.

 

Waschmaschine & klamotten gibt es nach wie vor, man darf dafür aber keine Rücklage haben und muss es u.U. abstottern. Das aber eher selten.

 

jep, es gibt dafür ein Darlehen, das abzustottern ist. Das ist aber nichts anderes als wenn man einen Kredit aufnimmt - nur eben beim Amt.

 

Ansonsten nur als Zuschuß glaube, wenn man erstmalig in eine Wohnung zieht bzw. obdachlos war.

 

Ich habe mal einen Kontoauszug eines ALGII- Empfängers gesehen. Dauerauftrag 49 € an Premiere World.

Das fand ich dann schon heftig..

.

 

Jeder leistet sich seinen Luxus - die einen rauchen, der nächste schleppt kistenweise Bier ran und andere versuchen ein Auto finanziell halten zu können.

 

Man kann das denke ich nicht runterbrechen auf einen einzelnen, viele kommen aus laufenden Verträgen auch nicht raus oder machen noch einen €-Job.

 

Ich persönlich meine, es ist ausreichend um zu überleben, aber unzureichend um bei längerer Abhängigkeit vom Amt schuldenfrei zu bleiben.

Geschrieben
Ach so, Mythos, gut dass wir drüber geredet haben.
:pfue: :pfue:

 

 

Ich hatte Ausbeutung etwas genereller gesehen. Aber jetzt verstehe ich was du meinst.

Inwiefern genereller? Ausbeutung der Arbeitszeit der Mitarbeiter etc? Da bleibt meine Antwort aber gleich :pfue: . mMn ist Fortschritt und gesunder Wettbewerb auch ohne Ausbeutung in welcher Form auch immer möglich.

Mit Betonung auf gesunder Wettbewerb. Nicht profitgieriger Kampf bis ein Unternehmen stirbt.

 

Möglicherweise geht der Fortschritt dann nicht so extrem schnell wie er derzeit passiert, bzw. werden hochqualitative Produkte nicht sofort zu Schleuderpreisen angeboten, aber wenn schon monetär, dann zumindest fair und halbwegs moralisch.

 

Diese Ökonomisierung wie du sie beschreibst ist definitiv ein gravierender Punkt. Vermutlich muss (müsste) hier wirklich der Staat eingreifen, aber leider gibt es scheinbar größere Lobbys für die Konzerene und Profite als für den kleinen Mann am Fließband...

 

bzgl. Aldi Kassierer(in): Das war nur ein zufälliges Bsp für eine Arbeitskraft ohne extreme Ausbildung, aber wenn Aldi sich so um seine Mitarbeiter kümmert, wars vermutlich ein glücklicher Zufall, es sollten sich schließlich alle Unternehmen um ihre Mitarbeiter kümmern.

Geschrieben
:pfue: :pfue:

 

 

 

Inwiefern genereller? Ausbeutung der Arbeitszeit der Mitarbeiter etc? Da bleibt meine Antwort aber gleich :pfue: . mMn ist Fortschritt und gesunder Wettbewerb auch ohne Ausbeutung in welcher Form auch immer möglich.

Mit Betonung auf gesunder Wettbewerb. Nicht profitgieriger Kampf bis ein Unternehmen stirbt.

 

Möglicherweise geht der Fortschritt dann nicht so extrem schnell wie er derzeit passiert, bzw. werden hochqualitative Produkte nicht sofort zu Schleuderpreisen angeboten, aber wenn schon monetär, dann zumindest fair und halbwegs moralisch.

 

Wie ist Eure generelle Vorstellung von Marktwirtschaft?

Warum glaubt Ihr gibt es den Wohlstand hier?

 

Ausbeute der Mitarbeiter?

Staat muss eingreifen?

 

 

alles wird teurer?

 

Teurer werden nur Sachen wo viel Dienstleistung drauf ist,

und das nur wo viel Dienstleistung aus D drauf ist.

 

Nehmen wir meine Pilz,

1988 habe ich den Betrieb von den Eltern übernommen,

da konntest Du bei mir 1 Kg für 6 DM kaufen,

heute bekommst Du bei mir 1 Kg für 3,20 Euro

eine wahnsinnige Steigerung

 

Rechne ich die 99% die an Großabnehmer geht,

bekam ich 2000 noch ca 2,25 Euro je Kilo,

heute ca 1,75 Euro

 

Aber meinen Mitarbeitern darf schön jedes Jahr mehr bezahlen.

Ist das gerecht?

 

Mein Arbeitstag fängt um ca 8 Uhr an und Endet zwischen 18 -19 Uhr.

das 6,5 Tage die Woche.

 

Seit meine Eltern mich nicht mehr vertreten(gute 7 Jahre) können sieht mein Jahresurlaub so aus das ich meine Familie mit dem Wohnwagen Sonntags zum Platz fahre,

dann Abends nach Hause und 2 Wochen später fahre ich sie dann Sonntags wieder abholen.

 

und das für einen Gewinn der die letzten Jahre öfters Rot statt Schwarz war.

 

Und ich bin eigentlich kein Einzel Fall,

aus Klein- und Mittelstandunternehmen kann ich Dir einige nennen wo es genauso aussieht.

Geschrieben
bzw. werden hochqualitative Produkte nicht sofort zu Schleuderpreisen angeboten,

 

Aus meiner SIcht werden die Pilze hier In D zu Schleuderpreisen angeboten.

Aus der Sicht des Polen der heute die Meiste Ware hier hin liefert nicht.

 

Was soll der Staat da gegen machen ?

Polen aus der Eu werfen und wieder Zölle einführen?

Dann kommt auch auf unsere ausgeführte Ware ein Zoll und wir sind der Verlierer.

 

Die könnten durch Ihre niedrigeren Lohne/Lebenshaltungskosten fast für die Hälfte liefern.

Die verdienen sich hier eine goldene Nase.

 

Woher kommt jetzt der Wohlstand für die Leute in D das Sie sich so billige Pilze kaufen können.

An der billigen Arbeitskraft in Polen.

 

So bald dort die Löhne steigen wird auch hier das Produkt teurer und es fließt Wohlstand von D nach Polen.

Bzw. fließt ja schon jetzt mit jedem Euro der für Polnische Pilze bezahlt wird Wohlstand nach Polen weil es unserem Wirtschaftskreis entnommen wird.

Geschrieben
Wie ist Eure generelle Vorstellung von Marktwirtschaft?

Warum glaubt Ihr gibt es den Wohlstand hier?

 

Du scheinst eine sehr konkrete Vorstellung zu haben, vielleicht könntest du zuerst deine Vorstellung präsentieren bevor du unsere zerpflückst ;)

 

So bald dort die Löhne steigen wird auch hier das Produkt teurer und es fließt Wohlstand von D nach Polen.

Mal eine generelle Frage: Wie definierst du Wohlstand?

Zum abfließen von Wohlstand: ist das in dem Fall schlecht? In deinem Bsp herrscht dann ja der "Wohlstand" in D aufkosten von Polen, somit ist es nur gerechtfertigt das er abfließt oder?

Geschrieben

Wo der Wohlstand erst einmal Fuß gefasst hat wird er auch bleiben.

 

Man kann ja einen Blick nach Dubai werfen. Dann wenn von Öl lange keine Rede mehr sein wird, was wird dann dort sein? Ich glaube nicht das dann auf einmal sämtlich Mega-Hotels abgerissen werden und die Stadt wieder zur Wüste wird.

Geschrieben
Wo der Wohlstand erst einmal Fuß gefasst hat wird er auch bleiben.

 

Man kann ja einen Blick nach Dubai werfen. Dann wenn von Öl lange keine Rede mehr sein wird, was wird dann dort sein? Ich glaube nicht das dann auf einmal sämtlich Mega-Hotels abgerissen werden und die Stadt wieder zur Wüste wird.

 

Wie viele Rohstoff Reiche Ländern sind Arm?

 

Man darf sich nicht die Ausnahme als Beispiel raus suchen sondern muss die Masse nehmen.

Geschrieben
Wenn ich mir dein Bsp anschaue fällt mir eines auf: Die gesamte Gesellschaft bekommt konstant mehr Mittel/Güter (im Bsp nur Fisch, aber wenn man davon ausgeht das aufgrund des Überschuss an Fisch im anderen Dorf manche Handwerker nicht mehr nebenbei fischen müssen sondern sich voll aufs produzieren konzentrieren bzw. manche Fischer eben was anderes lernen, werden auch die anderen Güter mehr) zur Verfügung. Das heisst es ist (immer noch) genug zu Essen für alle da (sogar mit Überschuss) und zusätzlich gibt es immer mehr an "Wohlstandsgütern". Aber das soll schlecht für die Gesellschaft sein?

 

das ich da nicht selbst drauf gekommen bin,

ist doch so einfach.

Die nachfrage nach Arbeitskraft ist ja unbeschränkt.

 

Ich fühle mich als Fischer der heute überflüssig ist,

habe zwar den Fortschritt hier in D überstanden im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen,

aber jetzt wo die Ware aus anderen Dörfern kommt wo das Wohlstands Niveau geringer ist kann ich eigentlich nicht mehr Preislich mit halten.

 

Wo mit soll ich den ab morgen meine Familie ernähren wenn den die gut bezahlte Arbeit im überfluss da ist.

 

bin 46 Jahre

gelernter Kfz. Mechaniker

seit 21 Jahre mache ich die Pilze und bin daher ziemlich aus meinem Beruf raus.

Geschrieben

Ja fast alle davon sind arm. Weil sie selbst davon ausgeschlossen werden.

 

Aber worauf willst du hinaus? Ändert ja nichts, wo der Wohlstand ist wird er auch bleiben.

 

Aber mal etwas anderes: Wieso muss es immer der niedrigere Preis sein? Wieso muss es immer jemanden geben der günstiger ist?

Warum wird nicht auf Qualität gesetzt? Wäre das für die Zukunft nicht sowieso viel wichtiger?

Bearbeitet von Rumpel

Geschrieben
Ja fast alle davon sind arm. Weil sie selbst davon ausgeschlossen werden.

 

Aber worauf willst du hinaus? Ändert ja nichts, wo der Wohlstand ist wird er auch bleiben.

 

 

Ägypten, China und Rom waren auch schon mal Welt machten mit Reichtum.

 

Wo stehen sie heute?

 

Solche Sachen kann man nicht in Jahrzehnten rechnen.

 

Desto höher man steigt, desto tiefer kann/wird man fallen.

Geschrieben
Die nachfrage nach Arbeitskraft ist ja unbeschränkt.

angesichts deiner beschriebenen Situation ignorier ich den Zynismus einfach mal.

 

Du solltest meine Posts bitte schon als ganzes und im Kontext verstehen. Mir ist durchaus klar, das in diesem monetären System "Nur wer Geld verdient ist was wert", in dem Dorf2 Probleme entstehen.

Aber was ich meinte: Wenn du dir gesamte Situation anschaust (und nicht sofor wenn jemand nix zu tun hat denkst "der arme arbeitslose, was macht er jetzt bloß?"), dann sind in dem Dorf mehr Resourcen vorhanden als vorher (wo vorher schon alle genug zu essen hatten). An sich also kein Nachteil für das Dorf, da vielleicht die Fische aus Dorf1 sogar eine gute Nahrungsergänzung sind etc. Erst wenn der Effekt vom "ich MUSS Geld verdienen" auftaucht, ist der plötzliche Zuwachs an Resourcen von außen plötzlich katastrophal für die lokale Bevölkerung.

Deswegen auch meine Frage (die glaub ich noch keiner beantwortet hat):

Was läuft an diesem System schief, das solche Effekte entstehen? Bzw.: Wieso verteidigen die Menschen ein solches System so vehement?

 

 

Aber mal etwas anderes: Wieso muss es immer der niedrigere Preis sein? Wieso muss es immer jemanden geben der günstiger ist?

Warum wird nicht auf Qualität gesetzt? Wäre das für die Zukunft nicht sowieso viel wichtiger?

Sehr gute Frage! Ich denke (und das ist echt nur eine Mutmaßung), das es an dem kurzen Horizont (no offense;) des MEnschen liegt. Wenn man die Entscheidung hat zwischen Produkt A (mit diversen Prüfberichten, Gütesiegeln und Garantien) und Produkt B (gleiche Funktionalität und die Werbung sagt auch das es voll toll ist) zum halben Preis von Produkt A, dann wird der Durchschnittsmensch vermutlich B kaufen, weil er jetzt einen Vorteil dadurch hat, und der (sehr wahrscheinliche) Nachteil in der Zukunft (weil man bald ein neues kaufen muss etc,wodurch eigentlich A auf Dauer besser wäre) wird nicht bewusst wahrgenommen.

Zusätzlich spielt sicher die Beeinflussung durch die Werbung und die übliche Profitgier eine große Rolle.

 

mMn wäre ein Schwerpunkt auf qualitative Produkte und auch die Bereitschaft dafür den entsprechenden Preis zu zahlen, ein großer Fortschritt!

Geschrieben
Deswegen auch meine Frage (die glaub ich noch keiner beantwortet hat):

Was läuft an diesem System schief, das solche Effekte entstehen? Bzw.: Wieso verteidigen die Menschen ein solches System so vehement?

 

Es gibt 3 Systemgrundtypen:

- Anarchie (alle machen was sie wollen, ohne Regeln, kaum Fortschritt möglich)

- wenige steuern alles (Planwirtschaft, Kommunismus, DDR, Diktatur) kann nicht funzen, da jeder andere Bedrüfnisse hat die ein Einzelner oder eine Gruppe nicht für alle vorhersehen kann

- Kapitalismus (freier Markt, Angebot & Nachfrage).

 

Letzteres ist nicht das beste System, aber das kleinste Übel. Damit geht es im Durchshcnitt den (mehr) Menschen besser.

 

 

Sehr gute Frage! Ich denke (und das ist echt nur eine Mutmaßung), das es an dem kurzen Horizont (no offense;) des MEnschen liegt. Wenn man die Entscheidung hat zwischen Produkt A (mit diversen Prüfberichten, Gütesiegeln und Garantien) und Produkt B (gleiche Funktionalität und die Werbung sagt auch das es voll toll ist) zum halben Preis von Produkt A, dann wird der Durchschnittsmensch vermutlich B kaufen, weil er jetzt einen Vorteil dadurch hat, und der (sehr wahrscheinliche) Nachteil in der Zukunft (weil man bald ein neues kaufen muss etc,wodurch eigentlich A auf Dauer besser wäre) wird nicht bewusst wahrgenommen.

Zusätzlich spielt sicher die Beeinflussung durch die Werbung und die übliche Profitgier eine große Rolle.

 

mMn wäre ein Schwerpunkt auf qualitative Produkte und auch die Bereitschaft dafür den entsprechenden Preis zu zahlen, ein großer Fortschritt!

 

Das ist der springende Punkt. Jeder Mensch ist anders und hat andere Vorlieben, Neigungen, Bedürfnisse etc.

Jeder Mensch ist anders und dementsprechend bereit, nur einen bestimmten Preis für ein Produkt zu zahlen.

Es gibt da so eine Kurve, hab vergessen wie diese heißt...da geht es um ein Produkt und um Menschen, die bereit sind einen bestimmten Preis dafür zu bezahlen. Die Kurve ist Hügelförmig.

 

Erläutere ich später

 

Beispiel: Auto. Für manch einem kann die Kiste noch so hässlich sein, es ist ein reine Transportobjekt. Manch einer lebt für sein Auto,ohne 300 PS läuft da nix. Manch einer will qualität, manch einer möglichst billig von a nach b kommen. Man kann niemanden zwingen nur noch Mercedes zu kaufen da die Quali stimmt. Ein anderer sagt, ich kauf lieber 3 Opels von dem Geld nacheinander und verschleiße sie.

Aber die Wahl zu haben, innerhalb seiner finanziellen Möglichkeiten, das macht den Kapialismus aus.

Geschrieben
Solche Sachen kann man nicht in Jahrzehnten rechnen.

 

Richtig, aber in Jahrtausenden ganz sicher auch nicht.

 

 

@Mythos:

Was läuft an diesem System schief, das solche Effekte entstehen? Bzw.: Wieso verteidigen die Menschen ein solches System so vehement?

 

Meinst du jetzt wieso alle ein Problem damit haben das sie keine Arbeit mehr haben?

Geschrieben
Erst wenn der Effekt vom "ich MUSS Geld verdienen" auftaucht, ist der plötzliche Zuwachs an Resourcen von außen plötzlich katastrophal für die lokale Bevölkerung.

 

Wie viele Menschen % gesehen haben das Glück in einer Welt zu leben wo das nicht so ist?

Geschrieben
Letzteres ist nicht das beste System, aber das kleinste Übel. Damit geht es im Durchshcnitt den (mehr) Menschen besser.

Das mag sein, aber ich denke einerseits nicht das es so strikte Grenzen gibt. Und andererseits gibt es beim Kapitalismus ja auch noch sehr viele Unterscheidungen. (Wie gesagt, bin kein Experte, aber ich weiß das sich die Realität nicht nach strikt getrennten Kategorien aus dem Lehrbuch richtet)

Wir haben bei uns ja auch keinen reinen Kapitalismus oder?

 

Versteht mich nicht falsch, ich sag nicht das wir den Kapitalismus total abschaffen sollten (bei guten Alternativen bin ich aber auch nicht dagegen ;), aber ich bin mir ziemlich sicher das die aktuelle Ausprägung nicht passt.

 

Das ist der springende Punkt. Jeder Mensch ist anders

Natürlich, und das sind ja auch die Vorteile des freien Marktes. Das jeder Mensch *seine* Nachfrage auf den Markt bringt und somit die Chance hat, das dadurch ein entsprechendes Angebot entsteht.

Ein Problem hab ich, wenn die Nachfrage so stark von Medien, Werbung etc. manipuliert wird wie heutzutage.

Und ich finde das durch den übertriebenen Preiskampf das "interne (also bei jedem Menschen persönlich empfundene) Preislevel" (also die grobe Vorstellung die man vor dem Einkauf hat, was so ein Ding ca. kosten sollte) extrem unrealistisch gedrückt wurde.

Und es läuft einfach sehr vieles bei uns über Erwartungshaltung:Wenn du ins Geschäft gehst und mit einem Preis von 10€ rechnest und das Ding kostet 50 überlegst dus dir vielleicht nochmal. Denkst du vorher das Ding wird 60 kosten, kaufst du es ziemlich sicher.

(Ich hoff irgendwer versteht was ich mein, weil meine Formulierungskünste sind scheinbar noch nicht munter... )

 

Meinst du jetzt wieso alle ein Problem damit haben das sie keine Arbeit mehr haben?

Nein, das ist schon klar. Noch einen Schritt höher. Das "Problem" ist das es in unserem System ein Problem ist wenn nicht jeder arbeiten muss. (also wenn man dank hochtechnologischer autonomer Produktionsprozesse, gleiche oder mehr Produktivität hat mit deutlicher Einsparung an notwendigen Arbeitern)

Und ich frage mich, warum die Menschen ein System so stark verteidigen (persönlich und emotional) das direkt (auch wenns die meisten nicht sehen) für dieses Problem verantwortlich ist. (Ok das war jetzt in keinster Weise schöner formuliert als vorher, nochmal:)

 

Ich frag mich warum die Menschen, trotz dieser massiven Probleme (Arbeitsverlust, möglicher Arbeitsverlust, Angst vorm Arbeitsverlust) das System welches direkt dafür verantwortlich ist, verteidigen und unterstützen.

 

 

Wie viele Menschen % gesehen haben das Glück in einer Welt zu leben wo das nicht so ist?

 

Bin kein Statistiker, aber ich sag definitiv zuwenige. Ich kenn den Status Quo (ich glaub zumindest gut genug), aber nur weil es jetzt so ist, heißt das doch nicht das es für immer so bleiben muss und wir nichts anderes tun können als die Symptome bekämpfen.

 

Wir sind derzeit technologisch endlich an einem Standpunkt angelangt wo wir viele unserer Probleme lösen können ohne andere Auszubeuten oder uns den Schädel einzuschlagen... aber dafür müssen wir halt auch das alte System hinterfragen und anpassen/verändern.

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