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Damals war der Mensch das Maß der Dinge

Geschrieben
...Inzwischen sei absehbar, dass sich der Mensch aus dem Handel an der Börse ganz verabschiede. Der Computerhandel, der ihn ablöst, verlange höchstmögliche Geschwindigkeiten und die blitzschnelle Verarbeitung gewaltiger Datenmengen.

 

 

Aus Fokus Money, zwei Wochen alt

 

Die Deutsche Börse trennt sich von ihren weltweit eingeführten Handelssystemen Xetra und Eurex ab. Eine neu entwickelte einheitliche Handelsinfrastruktur soll ab Ende 2010 zunächst bei der in den USA ansässigen Tochter ISE eingesetzt werden, wie das für Informationstechnik zuständige Vorstandsmitglied Michael Kuhn dem „Handelsblatt“. Anschließend solle diese in möglichst kurzer Zeit auch Xetra und Eurex ersetzen.

 

[...]

 

Hintergrund ist demnach das Bedürfnis der Kunden nach immer schnelleren Handelsmöglichkeiten: Je weniger Zeit zwischen Auftrag und Ausführung einer Order verstreiche, desto geringer sei das Risiko, dass sich in einer noch so kleinen Zeitspanne die Konditionen verschlechterten, hieß es.

 

http://www.focus.de/finanzen/finanz-news/d...aid_455539.html

Featured Replies

Geschrieben
Je weniger Zeit zwischen Auftrag und Ausführung einer Order verstreiche, desto geringer sei das Risiko, dass sich in einer noch so kleinen Zeitspanne die Konditionen verschlechterten, hieß es.

 

Da muss ich jetzt mal eine "naive" Frage stellen: Wenn es zeitkritisch ist ob sich die Konditionen verändern, dann kann das doch nur daran liegen, das sich der Bid/Ask verändert hat oder?

Der Bid/Ask verändert sich, wenn Orders ausgeführt werden (auf der "echten" Börse zumindest, und hier gehts ja darum). Wenn jetzt also das gesamte System schneller Orders ausführen kann und jeder Marktteilnehmer schneller auf Änderungen reagieren kann, dann führt das doch dazu, das sich der Kurs auch schneller wieder verändert, sprich Veränderungen die jetzt im Sekundenbereich liegen, weil eben die Antwort vom Server nicht früher kommt etc. passieren dann eben im kA Zehntelsekundenbereich. Dann wünschen sich die ultraspeed Trader halt nicht mehr Zehntelsekundenschnelle Ausführungen sondern Hundertstelsekunden...

 

Nicht falsch verstehen, ich finds gut wenn sie die Software verbessern, schneller machen etc. aber die Hoffnung damit in eher aktiven Phasen einen Zeitvorsprung zu haben ist doch irgendwie naiv oder täusch ich mich?

Geschrieben

Ich denke man will einfach nur Xetra austauschen gegen was "neues". Denn die Konkurenz schläft ja auch nicht. In diesem Zug wird dann auch gleich versucht das System globaler auszurichten sowie an der Performance etwas zu schrauben.

 

Das nun tatsächlig die Geschwindigkeit der ausschlaggebende Punkt ist kann ich mir nicht vorstellen. Wie ja schon zu lesen ist wird das System in den USA gestartet. Also auch eine gute Möglichkeit sich auf anderen Kontinenten nach Märkten umzusehen.

 

Viele Grüße,

Rumpel

Geschrieben
...

Hintergrund ist demnach das Bedürfnis der Kunden nach immer schnelleren Handelsmöglichkeiten: Je weniger Zeit zwischen Auftrag und Ausführung einer Order verstreiche, desto geringer sei das Risiko, dass sich in einer noch so kleinen Zeitspanne die Konditionen verschlechterten, hieß es.

...

 

soweit die offizielle Aussage. Das mit der Zeitspanne und geringeren Konditionen ist merkwürdig formuliert. Btw. wo sollen die geringeren Kosten herkommen, wenn das Handelsvolumen nicht ebenso ansteigt? Reines Marketing, um das Vorhaben in rechtes Licht zu rücken, zumal sich im Hintergrund einiges ändern wird - das liegt in der Natur der Sache solch komplexes technisches Unterfangen auf neue Beine zu stellen. Ich bin mir sicher, dass man bisher beim Xetra bestimmte architekturelle und auch formelle Vorgaben hatte, die sich in diesem neuen Umfeld anders darstellen werden. Ob zum Vorteil oder Nachteil wird sich zeigen. Anders formuliert, bei solch größeren Projekten kann man im Nachhinein nicht mehr grössere architekturelle Dinge ändern, weil man sonst den Boden löchern würde, bei einem Neuanfang geht das allerdings schon.

 

Zu dem erstgenannten Zitat wurde im entsprechenden Thread ausgiebig geantwortet und das man mit der Aussage des Artikelszitats damit einen Schritt näher ist, ist sehr sehr weit hergeholt. :vibration:

Geschrieben
  • Autor

"Schuld" dürften die MTFs sein. BATS und Chi-X, Baikal und wie sie alle heissen gewinnen immer mehr Kunden und währenddessen die einen mit massiven Umsatzeinbußen leben müssen, sind die Steigerungsraten der jungen Wilden kontinuierlich im zweistelligen Bereich.

 

Sicher geht es hier auch um Marketing. Das ist aber imho nur eine Begleiterscheinung, die den längst (über-)fälligen Schritt gegenüber der Masse an angeschlossen Finanzdienstleister (die haben nämlich die echten Probleme) rechtfertigen soll.

Geschrieben
  • Autor
"Schuld" dürften die MTFs sein. BATS und Chi-X, Baikal und wie sie alle heissen gewinnen immer mehr Kunden und währenddessen die einen mit massiven Umsatzeinbußen leben müssen, sind die Steigerungsraten der jungen Wilden kontinuierlich im zweistelligen Bereich.

 

Alternative Handelsplattformen vor Marktkonsolidierung

 

Erfolgreiche MTF dürften auch in Zukunft den etablierten Börsen, wie Deutsche Börse, Euronext oder London Stock Exchange, Umsätze abnehmen, so die Erwartung. [...]

 

Tradegate Exchange GmbH hat als erster den Exit scheinbar geschafft ;-) Die Berliner Effektengesellschaft wird's freuen.

 

[...]Der Frankfurter Börsenbetreiber hatte jüngst den Erwerb der Tradegate AG angekündigt, eine Berliner MTF für Privatanleger. Nasdaq OMX will dagegen im Baltikum selbst ein neues MTF aufbauen, obwohl sie dort als Börsenbetreiber bereits tätig ist.

 

Turquoise-COO Adrian Farnham sagte, mit dem Erwerb einer MTF könnten die etablierten Börsen die kritische Größe erreichen, um auch jenseits des Aktienhandels wettbewerbsfähig zu sein, etwa beim Börsenhandel mit Fonds (ETF), bei Hinterlegungsscheinen auf Aktien und bei Optionsscheinen. Das Geschäftsmodell der Plattformen - attraktive Preise, eine flexible Technologie sowie innovative Clearinglösungen - lasse sich dann vom Handel mit Aktien auf andere Wertpapieren übertragen.

 

© 2009 Manager Magazin

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