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Umsetzung einer Handelsstrategie mit Turbos

Geschrieben

Hallo zusammen,

Ich habe ein mittelfristiges Handelssystem auf Rohstoffe entwickelt und will es mit Turbos (Hebel 2) in die Praxis umsetzen. Jetzt habe ich dabei das Problem mit der Währungsumrechnung bzw. Absicherung. Eine Komplettabsicherung möchte ich aus Kostengründen, sofern überhaupt Quanto-Turbos vorhanden sind nicht einsetzen. Die Simulation in der Börsensoftware und damit die Anpassung der Parameter ist natürlich von der Datenbasis, also der Rohstoffwerte in $, Euro, oder 50/50 abhängig. Ferner ist der Finanzierungsanteil bei Short Turbos definitionsgemäß höher. Ich habe da einige Modellrechnungen gemacht und bin ziemlich erstaunt über die Ergebnisse.

Mein Endergebnis: Simulation mit 50% in Euro umgerechneten Rohwerten. Damit habe ich die gleiche Basis wie die Turbos zumindest beim Kauf. Für Short kaufe ich für 1/4 des Kapitals Turbos mit Hebel 8 und kaufe nach KO evtl. neu mit Hebel 8 nach. Dadurch reduziere ich bei Short die Finanzierungskosten und den Euro-Anteil.

 

Mich würde mal Eure Erfahrungen interessieren, wie Ihr Turbos für die Umsetzung einer Handelsstrategie mit Fremdwährungen einsetzt.

 

Bin auf Eure Hinweise gespannt.

 

Viele Grüße

Tollimolli

Bearbeitet von Tolli Molli

Featured Replies

Geschrieben

Gar nicht, da diese im Normalfall zu teuer/unfair getaxt sind. Wenn Dich das Thema interessiert, lies das hier mal (zwar schon etwas älter, aber dass die Banken in der Zwischenzeit Wohlfahrtsunternehmen geworden sind, glaube ich nicht :wink:): http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/LFB/download/HF_sections/content/turbo-zertifikate_dez_04.pdf

 

Schon mal über den Einsatz von CFDs nachgedacht?

Geschrieben
  • Autor

Hallo conglom-o,

danke für Deine Hinweise. Dein Link war sehr interessant, aber dass die Banken daran verdienen, habe ich mir gedacht. Trotzdem war die Berechnung, wieviel sie verdienen recht interessant. Die Größenordnung stimmt heute übrigens immer noch.

 

Für mich bleiben zwei Fragen aber weiterhin offen.

Erstens die Kosten. Ich habe zwar die 2% pro Jahr "Finanzierungskosten" in meine Strategie eingearbeitet und kann notfalls damit leben, aber gibt es günstigere Alternativen? CFDs funtionieren doch eigentlich genauso wie Turbos. Ich zahle meine Marge ein und handele mit einem Hebel. Für die gehebelte Anlage muss ich doch auch "Finanzierungskosten" bezahlen. Ich kenne mich zwar mit CFDs nicht so aus, aber wo ist der Vorteil gegenüber dem Turbo?

 

Zweite Frage: Fremdwährungsanteil. Bei einem Turbo liegt der in Euro nicht abgesicherte Teil in der Höhe des Preises des Turbos, während der "geliehene" Teil konstant in Dollar abgesichert ist, dh. ich leihe mir Dollar, die nach Laufzeitende in Dollar wieder zurückbezahlt werden (1:1). Dadurch habe ich bei einem normalen Turbo (kein Quanto) eine Mischsituation in der Währungsabsicherung. Der geliehene Teil ist 1:1 abgesichert, der Rest incl. Gewinne unterliegen der Währungsumrechnung. D.h. je mehr Gewinne bzw. je niedriger der Hebel, desto weniger Währungsabsicherung bekommt man und umgekehrt. Wenn ich ein Handelssystem entwickle, ist es aber notwendig, dass die Datenbasis mit den gehandelten Wertpapieren, in diesem Falle Turbos, übereinstimmen. Dies bekomme ich nur ungefähr hin, wenn ich bei Turbos z.B. mit Hebel 2 die Datenbasis zu 50% in Euro umrechne.

Wie löst Ihr das Problem?

Kann mir jemand helfen?

 

Viele Grüße

Tollimolli

Geschrieben

sehe ich das richtig dass du im short fall 25% verlust deines kapitals akzeptierst?

Wieviel Kapital willst du denn Handeln?

Bei geringem Kapital machen dir nämlich die Handelsgebühren sämtliches sinnvolles MoneyManagement kaputt.

Geschrieben

Hallo conglom-o,

danke für Deine Hinweise. Dein Link war sehr interessant, aber dass die Banken daran verdienen, habe ich mir gedacht.

Transaktionskosten war auch das Erste was mir dazu eingefallen ist. Die "Finanzierungskosten" als relativen Wert einzurechnen finde ich zudem weniger geeignet (zudem: relativ wozu?), weil die Kosten durch die Transaktionshäufigkeit getrieben werden. Ich wäre ehrlich gesagt überrascht, wenn es ein System gäbe, das sich profitabel mit Zertifikaten abbilden ließe. Bis deine Order durch ist haben so viele Leute dran mitverdient, dass da kaum noch was übrig bleibt. Da musst Du schon enorm gute Margen haben.

Geschrieben
  • Autor

Hallo zusammen,

 

zunächst ja, 25% Verlust bzw. Draw Down akzeptiere ich bewusst. Ohne Verlustrisiko keine Gewinnchance. Außerdem setze ich nicht mein gesamtes Kapital ein. Ich verwende natürlich Money Management.

 

Nun zu den Kosten: Ich trade nicht kurzfristig, d.h. ich halte die Positionen im Schnitt ein 3/4 Jahr. Daher sind die Transaktionskosten nicht so das Problem. Sie liegen zwischen 0,3% und 1,8%. Ich habe sie natürlich in mein Backtesting berücksichtigt. Daher ist für mich der größte Kostenblock die Finanzierungskosten. Diese schätze ich mit 4% auf das geliehene Kapital ab(ist realistisch z.B. bei BNP und SG). Bei einem Hebel von 2 muss ich also meine jährliche Rendite vom Backtesting um ca. 2 % reduzieren.

 

Der größte Einfluss auf die Rendite hat aber nach meinen Simulierungen die Fremdwährung. Und das Problem müsste jeder haben, der mit einer Börsensoftware ein Handelssystem erstellt hat, welches er dann mit Hebel traden möchte. Um die Ergebnisse des Handelssystems auch mit Hebelzertifikaten o.Ä. korrekt widerzuspiegeln kommt es sehr darauf an, welche Datenbasis man nimmt, d.h. Euro, Dollar oder gemischt. Dieser Effekt müsste aber auch beim kurzfristigen Traden auftreten. Ich habe zwar eine einigermaßen annehmbare Lösung gefunden, mit der ich leben kann, aber nichts ist so gut, dass man es nicht verbessern kann. Daher würden mich Eure Erfahrungen sehr interessieren.

Bearbeitet von Tolli Molli

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