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CMC Markets/IG Markets: Kursangabe beim DAX

Geschrieben
Mir ist jetzt schon oft aufgefallen, dass es bei der Kursangabe beim DAX Differenzen zwischen CMC Markets und IG Markets gibt. Wie kann das sein...?

dax.JPG

Featured Replies

Geschrieben
  • Autor

Hi Tom,

 

ich verstehe die Frage nicht ganz. Kannst Du diese bitte etwas näher erläutern?

 

7003,5 | 7004,5 - IG DAX-CFD BIDASK

7004,4 | 7006,4 - CMC DAX-CFD BIDASK

 

Was genau willst Du wissen?

 

 

Hallo whipsaw,

 

ich wollte wissen, warum der Kurs bei den beiden Anbietern nicht identisch ist, wenn sich die entsprechenden CFDs Deutschland 30 und German 30 jeweils zu 100 % auf den DAX beziehen...

Geschrieben

ich wollte wissen, warum der Kurs bei den beiden Anbietern nicht identisch ist, wenn sich die entsprechenden CFDs Deutschland 30 und German 30 jeweils zu 100 % auf den DAX beziehen...

 

Ah, alles klar -dann weiss ich jetzt, was Du meinst.

 

OK, dann machen wir mal ein kleines Frage und Antwort Spiel draus.

Das die Thematik 'Spread' klar ist, setzte ich jetzt einfach mal voraus.

 

... wenn sich die entsprechenden CFDs Deutschland 30 und German 30 jeweils zu 100 % auf den DAX beziehen...

 

Was meinst Du mit 'beziehen'?

Geschrieben
  • Autor

Ah, alles klar -dann weiss ich jetzt, was Du meinst.

 

OK, dann machen wir mal ein kleines Frage und Antwort Spiel draus.

Das die Thematik 'Spread' klar ist, setzte ich jetzt einfach mal voraus.

 

 

 

Was meinst Du mit 'beziehen'?

 

 

Vielleicht hätte ich besser schreiben sollen... Ich war immer der Meinung, dass der CFD 1 : 1 den DAX widerspiegelt. Steht also auf der Kurstafel ein Punktestand von 7.005,4 sollte ich den CFD auch zu diesem Preis (+/- Spread) kaufen/verkaufen können.

Geschrieben

Ich war immer der Meinung, dass der CFD 1 : 1 den DAX widerspiegelt. Steht also auf der Kurstafel ein Punktestand von 7.005,4 sollte ich den CFD auch zu diesem Preis (+/- Spread) kaufen/verkaufen können.

 

Wie sind die Handelszeiten der DAX-CFDs bei CMC und IG?

Geschrieben
  • Autor

Wie sind die Handelszeiten der DAX-CFDs bei CMC und IG?

 

Bei CMC 8 - 22 Uhr... Bei IG glaube ich 24 Stunden... Die Kursdifferenz habe ich aber zur regulären Handelszeit vom DAX festgestellt...

Geschrieben
  • Autor

Welche Erklärung wäre naheliegend, um die Kursstellung vor 09:00 und nach 17:35 Uhr zu erklären?

 

Die Kursdifferenzen treten zwischen 9 und 17:35 auf. In der Zeit vor 9 und nach 17:35 kann es zu keinen "Differenzen" kommen, weil der Markt geschlossen ist.

Geschrieben

Die Kursdifferenzen treten zwischen 9 und 17:35 auf. In der Zeit vor 9 und nach 17:35 kann es zu keinen "Differenzen" kommen, weil der Markt geschlossen ist.

 

Dann formuliere ich die Frage anders: Wenn zwischen 9 und 17:35 der DAX der Referenzmarkt ist, nach welcher Referenz werden die Kurse vor- und nachbörslich berechnet?

Geschrieben

Mir ist jetzt schon oft aufgefallen, dass es bei der Kursangabe beim DAX Differenzen zwischen CMC Markets und IG Markets gibt. Wie kann das sein...?

 

CMC Markets ist ein Marketmaker. Ich hatte dort selbst vor einigen Jahren ein Konto.

 

Der Marketmaker ist dein Handelspartner und bildet für Dich die Gegenpartei. Das Risiko welches der Marktmaker damit eingeht, sichert er in der Regel ab, indem er eigene Positionen aufbaut. Dies geschieht nicht zwingend mit jedem einzelnen CFD, sondern in größeren Tranchen. Da es für das gleiche gehandelte Instrument oft Trader gibt, von denen die eine Seite short im Markt ist während die andere Seite long im Markt ist, heben sich die Risiken für den Marketmaker teilweise auf.

 

Die für den Marktmaker erforderliche Absicherung erfolgt in der Regel über einen Dealing Desk. Da diese Absicherung, wie oben bereits erwähnt, nicht immer genau in dem Zeitpunkt geschieht, in dem gerade Du deine Position aufbaust, bietet sich für den Marketmaker zusätzlich zu dem Spread eine weitere Einnahmequelle.

 

Diese zusätzlichen Einnahmen entstehen, wenn bis zur Absicherung der Kundenpositionen der Markt einer Bewegung in die richtige Richtung macht. Gleiches passiert selbstverständlich auch bei der Glattstellung von Kundenpositionen bzw. Positionen des Marktmakers, die der Absicherung dienten. Während der Marktmaker bereits sieht, wohin der Kurs geht, kann er dem Kunden einen geringfügig abweichenden Kurs geben. Auch hier kann ein gut funktionierender Dealing Desk zusätzliche Profite einfahren.

 

Um Deine Frage aber ganz einfach zu beantworten: Die Kurse sind unterschiedlich, da ein Marktmaker selber entscheidet, welchen Kurs er seinen Kunden stellt.

 

Oft werben Marktmaker mit engen und vor allem festen Spreads. Im Hochglanzprospekt oder auf der Website sieht das alles ganz toll aus. Das Geld wird aber wie oben beschrieben auf andere Art und Weise verdient. Was nutzt also ein Spread von einem Punkt oder einem Pip wenn ich sowohl bei der Eröffnung als auch beim Schließen der Position einen für mich ungünstigeren Kurs bekomme, ohne es zu merken?

 

Ich bevorzuge deshalb in jedem Fall Broker oder ECNs, die "echte" Kurse oder Interbankenkurse stellen und zusätzlich Kommissionen abrechnen. Auch wenn es auf den ersten Blick teurer erscheint, da zusätzlich zum Spread noch eine Kommission zu zahlen ist, so ist diese Lösung in den meisten Fällen günstiger, da ich keine versteckten Kosten – oder besser gesagt entgangene Gewinne – habe. Um das zu verstehen, bedarf es aber des Verständnisses dessen, was ich oben geschrieben habe.

 

Beste Grüße

Christian

Geschrieben
  • Autor

Dann formuliere ich die Frage anders: Wenn zwischen 9 und 17:35 der DAX der Referenzmarkt ist, nach welcher Referenz werden die Kurse vor- und nachbörslich berechnet?

 

Ich weiss nicht, ob Reuters auch nach 17:35 für den DAX Kurse liefert. Ich glaube gelesen zu haben, dass der Datenlieferant sowohl bei IG Markets als auch bei CMC Markets Reuters ist. Demnach müssten die Preise doch rund um die Uhr identisch sein. Es sei denn, Reuters liefert nach 17:35 keine Kurse mehr für den DAX. Dann könnte jeder Broker seine eigene Suppe kochen...

Geschrieben
  • Autor

OK, dann müssen wir noch mal einen kleinen Schritt zurück.

Wie wird der DAX berechnet?

 

 

Der DAX basiert auf den Kursen des elektronischen Handelssystems XETRA. Seine Berechnung beginnt börsentäglich ab 9:00 Uhr. Er endet mit den Kursen der XETRA-Schlussauktion, die um 17:30 Uhr startet.

Geschrieben

Der DAX basiert auf den Kursen des elektronischen Handelssystems XETRA. Seine Berechnung beginnt börsentäglich ab 9:00 Uhr. Er endet mit den Kursen der XETRA-Schlussauktion, die um 17:30 Uhr startet.

Somit hast du dir deine Frage glaube ich selbst beantwortet.

Geschrieben

Das Underlying für nahezu alle DAX-CFDs ist der Future (FDAX).

FDAX bereinigt durch die Finanzierungskosten wird zum DE30, Ger30,Germany30...

 

Die Unterschiede zwischen IG und CMC liegen im Berechnungsalgo.

Kursunterschiede kommen nicht davon, dass der MarketMaker willkürlich irgendwas quotiert, sondern stammen meist von der Qualität der Datenquelle, deren "Veredelung", Standort des Rechenzentrums, Latenzeiten.

Das als Antwort auf die Argumente, die von Christian genannt wurden.

 

Zu ECNs habe ich auch schon öfters etwas geschrieben. Da wo ECN drauf steht, muss noch lange keines (per Definition) drin sein q.e.d.

Geschrieben

Kursunterschiede kommen nicht davon, dass der MarketMaker willkürlich irgendwas quotiert, sondern stammen meist von der Qualität der Datenquelle, deren "Veredelung", Standort des Rechenzentrums, Latenzeiten.

Das als Antwort auf die Argumente, die von Christian genannt wurden.

 

Dem muss ich teilweise deutlich widersprechen. Selbstverständlich können diese Differenzen auch durch die Güte einer Datenquelle zustandekommen. Oft genug habe ich es jedoch besonders bei CMC Markets gesehen, dass im Bereich der Aktien-CFDs die Xetra-Notierungen deutlich von den Kursen abwichen, die CMC Markets gestellt hat. Als Datenquelle die Xetra-Kurse zu verwenden und exakt so an seine Kunden weiter zu geben, sollte ja nun kein Hexenwerk sein. Interessant zu bemerken ist in diesem Zusammenhang auch, dass nicht etwa einfach andere Kurse auf anderen Niveaus mit gleichen Spread gestellt wurden, sondern dass lediglich der Spread größer war. dies mag ein Indiz dafür sein, dass man sich hier tatsächlich nicht die Mühe gemacht hat, eigene Kurse zu stellen, sondern lediglich den Xetra-Kurs mit einer Weitung des Spreads versehen hat.

 

Was mir allerdings mehr als einmal passiert ist, waren massive Spikes in den Kursen (auch beim DAX CFD), die in den Charts anderer Anbieter nicht oder zumindest in weniger ausgeprägter Form zu finden waren. Diese Beeinflussung der Kurse ist zumindest schon so verbreitet, dass man ihr einen eigenen Namen, nämlich "Stopplosshuntig" gegeben hat.

 

Ich finde es erschreckend, dass es offenkundig immer noch mehr Menschen gibt, die an den fairen Dealing Desk glauben als jene, die glauben, dass der Osterhase die Eier im Garten versteckt.

 

Angelehnt an dieses Thema empfehle ich die Lektüre dieses Dokuments, in welchem die Ergebnisse einer Untersuchung der Handelspraktiken eines der großen aus der Branche, Gain Capital, durch die NFA niedergeschrieben sind. Um einen schnellen Einstieg zu finden, empfehle ich die Seiten 10 und 11 ab Punkt 33. Nach dem Lesen dieser Seiten, sollte auch der weniger versierte Englischkönner motiviert sein, sich die Mühe zu machen den Rest zu lesen.

 

Es sei am Rande bemerkt, dass alles was Gain Captal dort veranstaltet hat auf Basis der MetaTrader Plattform geschah.

 

 

Zu ECNs habe ich auch schon öfters etwas geschrieben. Da wo ECN drauf steht, muss noch lange keines (per Definition) drin sein q.e.d.

 

Hier stimme ich dir zu. Es wäre auch ungewöhnlich, wenn das gigantische Handelsvolumen eines Microlots direkt seinen Handelspartner im Interbankmarkt finden würde. :-)

 

Beste Grüße

Christian

Geschrieben

Es sei am Rande bemerkt, dass alles was Gain Captal dort veranstaltet hat auf Basis der MetaTrader Plattform geschah.

 

Es ist eines von vielen, richtig. Das und weitere findet man bei uns im FX Forum. DAnke aber für den Hinweis darauf. Kann man nicht oft genug darauf aufmerksam machen.

Metatrader habe ich bei meiner Erklärung bewusst außen vor gelassen, da wir ja über CMC und IG und damit Broker mit Prop-Software gesprochen haben.

 

DealingDesks hängen übrigens bei allen Brokern dahinter. Das ist auch notwendig, da allein das Risikomanagement innerhalb eines Finanzdienstleister eine solche Kontrollinstanz gebietet.

In der Terminologie muss DD allerdings geklärt werden. Da gibt es verschiedene Interpretationen und ebenso viel Hörensagen.

 

Eine Firma mit den Umsätzen einer CMC oder IG kann es sich garnicht leisten, manuell Orders "zu bearbeiten". Wenn überhaupt gibt es Restriktionen für einzelne Instrumente und bei Auffälligkeiten im Handel einzelner Teilnehmer. Das bewusst gegen den Kunden gearbeitet wird, dürfte der Reputation schaden und Marktanteile kosten. Das kann und will sich keiner leisten.

 

Metatrader ist die Billigvariante für den Plug and Play Broker. Da kann nichts ausgeschlossen werden.

Geschrieben

Das bewusst gegen den Kunden gearbeitet wird, dürfte der Reputation schaden und Marktanteile kosten. Das kann und will sich keiner leisten.

 

Gain Capital hat es sich geleistet. Und das ist ganz bestimmt keine Frittenbude...

 

Ansonsten sind wir aber weitestgehend einer Meinung. Ich empfehle nur jedem nicht blauäugig durch die gegend zu laufen.

 

Gruß

Christian

Bearbeitet von SFX Christian

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