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Margin Accounts unsicherer als Cash Accounts?

Geschrieben

Bei Brokern in UK oder US kann man ja bekanntlich zwei Arten von Accounts eröffnen:

 

Margin Accounts

und

Cash-Accounts

 

Soviel ich inzwischen herausgefunden habe haben Margin-Accounts den Vorteil dass man auch sozusagen Wertpapierkredite (über Margins) aufnehmen kann.

 

Andererseits können bei einem Margin-Account die gehaltenen Wertpapiere vom Broker auch gegen den Willen des Account Eigentümers weiterverliehen werden.

 

Wenn also z.B. ein Broker meine 10000 Nestle-Aktien an eine unsichere Bank verleiht (Lehman Nummer 2)

und die geht pleite dann schaut man ganz schön in die Röhre.

 

Vielleicht (aber auch nur vielleicht) springt bei einer einzelnen Bank noch die Einlagensicherung ein.

Wenn aber mehrere Bank oder die ganze Bankenszene crasht hat man verloren.

 

Bei einem Cash-Account besitzt man (unverleihbar) die Aktien in seinem Sondervermögen.

 

Sehe ich das alles richtig?

 

Gibt es vielleicht ein Broker in UK/US der die Verleihbarkeit mit den Margins NCIHT so handhabt?

 

Peter

 

Featured Replies

Geschrieben

Andererseits können bei einem Margin-Account die gehaltenen Wertpapiere vom Broker auch gegen den Willen des Account Eigentümers weiterverliehen werden.

Interessantes Thema…

IB hat ja Margin-Accounts. Ich war immer der Meinung dass man seine Aktien durch IB „vermieten“ kann die ein anderer Trader dann shortet – aber nur nach vorherigem Einverständnis. Sonst könnte IB nicht so viele shortable Aktien herhalten.

 

Es wäre nett wenn jemand etwas zur Aufklärung beitragen könnte.

Geschrieben

 

Earn extra income on the fully-paid shares of stock held in your account by joining IB's Stock Yield Enhancement Program. This plan allows IB to borrow shares from you in exchange for cash collateral, and then lend the shares to traders who want to sell them short and are willing to pay a fee to borrow them. Each day that your stock is on loan, you will be paid a loan fee based on market rates. You share a percentage of this with IB (currently 50%) as a fee for managing the program.

The program is available to eligible IB customers1 who have been approved for a margin account, or who have a cash account with equity greater than 50,000 USD.

IB-Quelle

 

Ich muss somit zustimmen bevor IB bei meinem Margin Account Aktien verleihen will. Hätte mich auch sehr gewundert wenn man automatisch ohne Zustimmung meine Aktien weggeben könnte.

Geschrieben
  • Autor

IB-Quelle

 

Ich muss somit zustimmen bevor IB bei meinem Margin Account Aktien verleihen will. Hätte mich auch sehr gewundert wenn man automatisch ohne Zustimmung meine Aktien weggeben könnte.

 

Also ganz so einfach ist es nicht.

 

Zunächst eine Frage vorab: Wo GENAU kann ich im Account Bereich nachsehen, ob ich dem zugestimmt habe oder nicht?

Es könnte ja sein, dass man AUTOMATISCH (durch einen winzigen Einzeiler in den AGBs) zustimmt wenn man einen Margin (und keinen Cash) Account beantragt. Oder dass man ZUNÄCHST bei Margin-Account-eröffnung zustimmt und erst danach wieder explizit die option abwählen muss (opt-out).

 

Abgesehen davon ist die Konstruktion in England anders als in Deutschland (jedenfalls meines Wissens).

In Deutschland gehören die Aktien in jedem Depot genau dem Eigentümer des Depots.

 

Bei IB in England ist es so dass alle Assets aller Depot-Eigentümer im Namen von IB für die Kunden gehalten werden. Ein gravierender Unterschied!!

Stelen wir uns folgende stark vereinfachte Situation vor:

 

Kunde A hat long CFDs auf den SP500 gekauft. Stillhalter ist sagen wir Barclays.

Kunde B hält long 10000 Apple Aktien.

 

Jetzt rummst es mächtig (wirklich richtig) an den Börsen und Margin von Kunde A reicht bei weitem nicht aus.

Aus Sicht von Barclays schuldet also IB für die verlustreiche CFD Position eine Menge Geld. Barclays sagt nun: Gib uns deine Apple Aktien und wir sind quit", denn aus Barclays Sicht ist IB Eigentümer der CFD Position UND der Apple Aktien.

 

Solche Verrechnungen von unterschiedlichsten Ansprüchen bei Bankrotten sind durchaus üblich. Man denke nur an die zahlreichen Verrechnungen mit denen die KfW eine Grossteil

Ihrer Verluste bei Lehman Brothers hatte ausgleichen können.

 

Wie dem auch sei: Kunde B bezahlt also mit seinen Apple Aktien die Schulden von Kunde A weil alle Depot-Eigentümer gesamtschuldnerisch gegenüber der Aussenwelt voin IB haften.

 

Das ist heftig! Das kaperen die meisten überhaupt nicht.

 

Gibt es hierzu tiefere Einsichten von Usern?

 

Peter

Bearbeitet von pstein

Geschrieben

 

Also ganz so einfach ist es nicht.

 

Zunächst eine Frage vorab: Wo GENAU kann ich im Account Bereich nachsehen, ob ich dem zugestimmt habe oder nicht?

Es könnte ja sein, dass man AUTOMATISCH (durch einen winzigen Einzeiler in den AGBs) zustimmt wenn man einen Margin (und keinen Cash) Account beantragt. Oder dass man ZUNÄCHST bei Margin-Account-eröffnung zustimmt und erst danach wieder explizit die option abwählen muss (opt-out).

 

 

Du findest den Button unter Manage Account - Trade Configuration - Permissions ganz oben an erster Stelle (Trading Programs).

Dieser Haken "überschreibt" alles andere Kleingedruckte.

 

 

 

 

Abgesehen davon ist die Konstruktion in England anders als in Deutschland (jedenfalls meines Wissens).

In Deutschland gehören die Aktien in jedem Depot genau dem Eigentümer des Depots.

 

Bei IB in England ist es so dass alle Assets aller Depot-Eigentümer im Namen von IB für die Kunden gehalten werden. Ein gravierender Unterschied!!

Stelen wir uns folgende stark vereinfachte Situation vor:

 

Das mit den Aktien, die einem nicht gehören, wäre mir neu. Auch beim Marginaccount gehören dir die Aktien - du schuldest ggf. dem Broker dann den Verlustwert über deine Einlage hinaus.

Deshalb sind es ja Aktien - und keine Schuldverschreibungen etc.

 

https://www.interactivebrokers.com/en/p.php?f=ibgStrength&p=a&ib_entity=de

 

Customer securities accounts at Interactive Brokers LLC are protected by the Securities Investor Protection Corporation ("SIPC") for a maximum coverage of $500,000 (with a cash sublimit of $250,000) and under Interactive Brokers LLC excess SIPC policy with certain underwriters at Lloyd's of London for up to an additional $30 million (with a cash sublimit of $900,000) subject to an aggregate limit of $150 million. Futures, and options on futures are not covered. As with all securities firms, this coverage provides protection against failure of a broker-dealer, not against loss of market value of securities.

 

Es kann sich dabei eigentlich nur um die anderen Produkte, außer den Aktien (und Futures sowie Options darauf), handeln. Der Sinn eines Wertpapieres ist es ja gerade, selbst Eigentümer des Unternehmensanteiles zu sein. Alles andere sind andere Produkte.

 

 

edit:

http://www.finra.org/Investors/ProtectYourself/AfterYouInvest/YourRightsUnderSIPCProtection/index.htm

 

Protected Investments

Not all investments are protected by SIPC. In general, SIPC covers notes, stocks, bonds, mutual fund and other investment company shares, and other registered securities. It does not cover instruments such as unregistered investment contracts, unregistered limited partnerships, fixed annuity contracts, currency, and interests in gold, silver, or other commodity futures contracts or commodity options.

 

Die SIPC deckt also auch Stocks ab...merkwürdig.

Das wäre ja der Hammer wenn bei IB gekaufte Aktien nicht einem selbst gehören.

Da muss wirklich mal ein Fachanwalt ran...

Geschrieben

Reden wir hier über Interactive Brokers LLC oder Interactive Brokers UK Limited ?

 

Zu dem Thema sollte man auch das Stichwort "Rehypothecation" googlen.

 

Kurz gesagt, der Endkunde hat auf Margin-Basis Wertpapiere gekauft und sind daher in seinem Besitz. Man sollte aber erwähnen, dass Besitz und Eigentum juristisch sowie auch ökonomisch unterschiedliche Dinge sind.

 

Denn der Broker kann die Wertpapiere (oder besser gesagt, die Hypothek darauf) als Sicherheit für Transaktionen auf eigene Rechnung belasten (ohne das das Wertpapier selbst den Besitzer wechselt). In diesem Fall sind also die Wertpapiere ein Sicherstellungsmittel gegenüber einem Dritten, falls der Broker insolvent wird, der Endkunde trägt also das Kreditrisiko des Brokers mit. Und diese dritte Gegenpartei kann ihrerseits die Hypothek gegenüber dem Broker auch wieder belasten, so dass regelrechte Sicherstellungs-Ketten entstehen. Es ist alles sehr kompliziert. Außerdem bestehen diesbezüglich gravierende Unterschiede zwischen UK und USA.

 

Wenn man auf Cash-Basis kauft, gibts das meines Wissens nicht.

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