Hallo mal wieder,
ich hatte ja vor rund einem Jahr angekündigt, meine Erfahrungen mit Ayondo (vormals Gekko Global Markets, und als solche würde ich sie gerne auch weiterhin bezeichnen, denn es sind echte Gekkos) hier kundzutun. Um es vorwegzunehmen: Ayondo ist bei mir durchgefallen. Ich gehe gerne auf die wichtigsten drei Punkte in Kürze ein.
1. Keine Limitorders nach Handelsschluß
Zunächst einmal ist es nicht ganz so einfach, sich im Dschungel gleichlautender Kontrakte zurechtzufinden und überhaupt herauszubekommen, was man eigentlich jetzt handelt. Beim DAX zum Beispiel werden 5 Kontrakte angeboten, teilweise mit identischem Namen, aber unterschiedlichen Spezifikationen. Die Beschreibungen der einzelnen Kontrakte sind alles andere als klar verständlich. Aber sei's drum. Nachdem man den passenden Kontrakt herausgesucht hat, steht man nun vor dem Problem, daß in Zeiten, in denen der Markt geschlossen ist, keine Orders erteilt werden können.
Nun mag ich durchaus vermuten, daß das CFD-Standardklientel aus hoffnungslosen Minutenzockern besteht, die 24 Stunden am Tag ohne Pause vor dem Schirm hängen und eigentlich wegen Spielsucht dringend eine Therapie benötigten. Daneben gibt es aber auch noch eine Handvoll "normaler Menschen", die tagsüber einer geregelten Arbeit nachgehen und nicht permanent zocken können und wollen, sondern im Vorhinein mit limitierten Orders das Handelsgeschehen begleiten und mit dieser Vorgehensweise auch durchaus erfolgreich sein können. Leider kann man bei Ayondo z.B. am Wochenende jedoch keine Limitorders einstellen - im Gegensatz zum Beispiel zur Comdirect/Commerzbank, wo das problemlos möglich ist. Auch andere CFD-Broker vor allem aus dem angelsächsischen Raum haben dasselbe Problem, was die Sache jedoch nicht besser macht.
2. Berechnung der Overnight-Zinsen
Normalerweise werden Overnight-Zinsen für offene Positionen dann fällig, wenn - wie der Name schon sagt - eine Position über den Handelsschluß hinaus bis zum Morgen des nächsten Handelstages "über Nacht" gehalten wird.
Nicht so bei Ayondo! Dort werden bereits um 17:30 Uhr die Overnight-Zinsen fällig, und zwar auch dann, wenn man z.B. eine DAX-Position am Nachmittag eröffnet und am Abend gegen 20:00 Uhr, wo der FDAX ja noch handelt, wieder schließt. Und wenn das zufällig ein Freitag sein sollte, werden die Zinsen sogar gleich für das ganze Wochenende - sprich 3 Tage - berechnet, obwohl man über das Wochenende gar keine Position offen hat. Für mich grenzt das an Betrug, eigentlich ein Fall für die Finanzaufsicht!
3. Ausführungsqualität
Kommen wir zum wichtigsten Punkt, nämlich der Ausführungsqualität. Hier enthalte ich mich einer Stellungnahme, sondern schildere einfach nur mal einen Sachverhalt, und jeder darf sich seine eigene Meinung dazu bilden.
a) Ich gebe vor 8:00 Uhr eine Limitorder zum Kauf eines DAX-CFD bei der Commerzbank mit Limit 9800. Der Markt eröffnet bei 9750. Ich erhalte eine Ausführung von 9750.
b) Ich gebe vor 8:00 Uhr eine Limitorder zum Kauf eines DAX-CFD bei Ayondo mit Limit 9800 (und zwar den Kontrakt, der um 8:00 Uhr öffnet). Der Markt eröffnet bei 9750. Ich erhalte eine Ausführung von......nun ratet mal.......nicht 9750, sondern 9800, obwohl dieser Kurs niemals je im FDAX gehandelt wurde. Motto: "Was wollen Sie denn, war doch Ihr Limit?!"
Ganz besonders toll ist das dann zum Beispiel bei solchen Situationen wie dem Brexit, wo dann zwischen FDAX-Eröffnung und Ayondo-Ausführung gut und gerne mehrere hundert Punkte zum Nachteil des Kunden (zum Vorteil natürlich nie) liegen können.
Fazit: Ayondo braucht kein Mensch.
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