Auszug aus dem Interview des Manager Magazins mit John Paulson, seines Zeichens bestverdienendster Hedgefondsmanager der Welt
"Es war wie einen Jackpot zu knacken"
mm:
Sie sagten einmal, Sie hätten nie zuvor in Ihrem Leben eine Anlagemöglichkeit mit derart limitiertem Risiko und gleichzeitig nahezu unbegrenzten Chancen gesehen. Können Sie das erklären?
Paulson:
Stellen Sie sich vor, Sie bauen eine Short-Position in Anleihen auf, spekulieren also darauf, dass deren Kurse fallen. Ihr Risiko ist dann, dass die Kurse während der Laufzeit steigen, denn dann machen Sie mit einer Short-Position Verluste. Nehmen wir weiter an, dass die Anleihen zum Zeitpunkt der Investition ungefähr bei ihrem Nominalwert, also 100 Prozent, notieren. Das war bei den Subprime-Papieren der Fall. Die Bonds hatten eine Laufzeit von drei Jahren, nach deren Ablauf sie zu 100 Prozent zurückgezahlt werden sollten. Das bedeutete, dass der Kurs der Bonds am Ende gar nicht über 100 steigen konnte. Unser Risiko beschränkte sich also selbst im Worst Case auf Zinskosten, die Sie als Inhaber einer Short-Position immer in Kauf nehmen müssen. Das war aber gerade mal ein Prozent pro Jahr auf das eingesetzte Kapital.
mm:
Und die Chancen?
Paulson:
Wenn der Kurs von 100 auf 50 fällt, haben Sie 50 Cent gewonnen - minus einen Cent für die Zinsen. Wir wussten: Es gab wenig zu verlieren, aber sehr viel Geld zu gewinnen.
Auszug aus dem Interview des Manager Magazins mit John Paulson, seines Zeichens bestverdienendster Hedgefondsmanager der Welt
"Es war wie einen Jackpot zu knacken"
Quelle: Manager Magazin | Heft 7/2008 13.08.2008