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Wikipedia kurzerhand gesperrt

Geschrieben
Servicewüste Deutschland mal anders: Wer derzeit das Online-Lexikon Wikipedia nutzen will, muss einen Umweg über die Mutterseite aus den USA nehmen. Der Grund: Ein Politiker der Linken ist unglücklich mit den Einträgen zu seiner Person - und hat die Seite kurzerhand sperren lassen.

 

ic.arrow.right.png Quelle

Featured Replies

Geschrieben

:vogel: Hätte es nicht gereicht, den fragwürdigen Passus bzw. die Seite zu sperren?

 

wikipedia.closed.png

 

 

Ich weiss nicht, ob sich der Politiker einen Gefallen getan hat. Bislang kannte ich weder ihn noch etwas über seine Vergangenheit. Jetzt steht er nicht nur in Wikipedia, sondern im Spiegel, der eine höhere Reichweite hat, als der Eintrag in einer Online Datenbank.

 

Durch diese medienwirksame Aktion (im negativen Sinne) kann er für sich einen sehr fragwürdigen Erfolg verbuchen. Ich schätze außer ihm und seiner Kanzlei werden sich nicht viele an der Siegesfeierlichkeiten beteiligen. Als Jurist, Politiker und Person, die in der Öffentlichkeit die Interessen der Bürger vertritt, hätte ich eine so engstirnige und kurzsichtige Aktion nicht erwartet.

Geschrieben
Herrlich. Da sieht man, inwiefern die Linke das zerbrechliche Gut der Demokratie und freien Meinungsäußerung zu verteidigen gedenkt. Welcher Partei der Herr vor der PDS bzw. Linken angehörte, kann man nun jawohl ohne Hintergrundforschung erraten.
Geschrieben
  • Autor
Da sieht man, inwiefern die Linke das zerbrechliche Gut der Demokratie und freien Meinungsäußerung zu verteidigen gedenkt.

 

naja, man darf ja nicht von einem auf alle schließen.

 

Es gibt in jeder Partei führende Mitglieder, die entsprechendes Gedankengut haben schätze ich. Bestes Beispiel ist die von vielen zur Zeit mitgetragene Forderung, die Bundeswehr nicht nur im Verteidigungsfall sondern auch für andere Einsätze im Inneren zuzulassen. Zuerst nur für wenige "Katastrophenszenarien", später wird dann aufgeweicht und mal die eine, mal die andere Demo "abgewehrt".

 

...sagt ein Linke-Wähler ;-)

Geschrieben
  • Autor

 

über kurz oder lang wird nahezu jedes Mitglied egal welcher Partei die DDR und ihr System nicht mal mehr ansatzweise persönlich kennen und alles nur noch aus Geschichtsbüchern erlesen haben.

 

Wobei man bei der Vita eigentlich den Parteiausschluß einleiten müsste, denn durch solche Leute kommt ja das Rumgehacke auf die Linke erst zustande :vogel:

Geschrieben
naja, man darf ja nicht von einem auf alle schließen.

 

Es gibt in jeder Partei führende Mitglieder, die entsprechendes Gedankengut haben schätze ich. Bestes Beispiel ist die von vielen zur Zeit mitgetragene Forderung, die Bundeswehr nicht nur im Verteidigungsfall sondern auch für andere Einsätze im Inneren zuzulassen. Zuerst nur für wenige "Katastrophenszenarien", später wird dann aufgeweicht und mal die eine, mal die andere Demo "abgewehrt".

 

...sagt ein Linke-Wähler ;-)

 

Hallo ronner,

 

ich glaube man sollte dabei nicht vergessen, dass diese Person sich als Abgeordneter erst dadurch legitimiert, dass er als Person eben in der Öffentlichkeit steht und das er eben erst durch die Demokratie, und der damit verbundenen Rechte ein Abgeordneter werden konnte (im übrigen: W. Denken wir doch mal ganz schlicht drüber nach: Ich mache Wahlkampf, meine Wahlkampfaussgen(lügen) kommen in die Presse und ich überzeuge durch meine Öffentlichkeitsarbeit genügend Wähler, welche mir durch ihre Stimmen dann den Sieg verschaffen.

Nun werde ich gewählt, und der mit Abstand fundamentalste Grund für meine Wahl gefällt mir nun nicht mehr und ich lasse ihn verbieten/abschaffen.

 

Das hat dann doch einen recht faden Beigeschmack und ist, wie ich finde, mit den Forderungen der CDU über einen Inneneinsatz der Bundeswehr nicht zu vergleichen. Nun kann man natürlich sagen: Der Einsatz der Bundeswehr zur inneren Sicherheit kann langfristig gesehen auch zur Zerschlagung einer CDU-feindlichen Demonstration genutzt werden - wobei das natürlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr als eine Vermutung ist.

 

Dann müsste man konsequenterweise fragen: Was ist demokratie- und menschenfeindlicher, ein direkter und stumpfer Versuch wie hier von der Linken betrieben, oder das POTENTIELLE Verhalten der CDU, ganz im Sinne: Steter Tropfen höhlt den Stein.

Für mich ist klar, dass der Linken-Politiker aufgehängt gehört. Da kannn der Mob, dem der Mund verboten werden sollte, mal zeigen, was dieser davon hält.

 

Ich möchte hier mal beispielhaft die Eidesformel aufzeigen:

 

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

Geschrieben
  • Autor

die Sache ist ja die - jeder kann im Grunde alles fordern - rechtlich hat es ein Gericht zu entschieden. Zwar nur vorab bis zum endgültigen Urteil, aber es waren immerhin Richter. Und die haben mit der Linken nicht zu tun.

 

Bin ich jetzt im falschen Film? Erklär mal, wie du zu dieser Herleitung kommst?

ich denke oder besser, ich hoffe das er das nur im übertragenen Sinne gemeint hat :vogel:

Geschrieben

Das war natürlich überspitzt gemeint. Wenn Die Linke sich als demokratisch bezeichnet, gäbe eine nur eine mögliche Konsequenz, und zwar eine Rücktrittsforderung von Lafontaine und Gysi (respektive die Führung) gegen Herrn Heilmann.

 

Allerdings ist es toll, was für ein Medienecho dieser Amateur hervorgerufen hat. Schon jetzt ein Dutzend Einträge in verschiedenen Blocs, Leitartikel auf Spiegel (welche Heilmann übrigens in 2005 als Stasi-Mitarbeiter enttarnt haben, Herr Heilmann hat diese Information bewusst zurückgehalten!!) und Zeit.

 

Kurzum bin ich dafür, dass der Rechtstaat beim Angriff auf selbigen zum Schutz selbigen (bedenkt, wir als Menschen verdanken unser Leben, unseren Standart und unsere Persönlichkeit an sich unserer Demokratie) Gegenmaßnahmen ergreift.

Natürlich bin ich nicht für Lynchjustiz durch den Mob, auch wenn das vielleicht manchmal interessant wäre.

 

 

 

ronner: Natürlich wurde sein Rechtsbegehren erstmal geprüft und ja, die Richter haben eine Verfügung für angemessen erachtet. Ich empfehle euch, den Hergang der Geschichte mal nachzugucken. Wie gesagt hat er Heilmann bei seiner Kanidatur als Abgeordneter verschwiegen, dem MfS angehört zu haben. In 2005 wurde die Sache dann durch den Spiegel publik gemacht. Es kann doch wohl nicht angehen, dass sich ein Mitglied der SED und der Staatsicherheit einen Platz als einer von 650 Abgeordneten (zum Wohle des Volkes) ERGAUNERT (milde Wortwahl) und nun anfängt, den Staat von innen zu zermürben. Da habe ich Null Toleranz und Verständnis, tut mir leid.

 

Das enorme Medienecho freut mich allerdings - immerhin ist nicht allen Leuten egal, was um sie herum passiert.

Geschrieben
die Sache ist ja die - jeder kann im Grunde alles fordern - rechtlich hat es ein Gericht zu entschieden. Zwar nur vorab bis zum endgültigen Urteil, aber es waren immerhin Richter. Und die haben mit der Linken nicht zu tun.

 

:vogel: ...helft mir mal weiter. Hätte es nicht gereicht, NUR die EINE Site auf der .de - Domäne zu sperren? :vogel:

Geschrieben
:vogel: ...helft mir mal weiter. Hätte es nicht gereicht, NUR die EINE Site auf der .de - Domäne zu sperren? :vogel:

 

Ne. Die Seite ist unter de.wikipedia.org abgelegt und die fällt unter US-Recht (wegen .org). Is also keine dt. Domain.

Geschrieben
Bei 5 von 5 Suchabfragen über Google wurden die Ergebnisse von de.wikipedia.org ausgegeben. Normale Suchmaschinenbenutzer haben von der Sperre der deutschen Seite vermutlich nichts mitbekommen. Allein dieser Sachverhalt bestätigt, wie sinnlos diese Aktion gewesen ist.
Geschrieben
Nachdem die Einstweilige Verfügung bekannt wurde, konnte sich Wikimedia Deutschland im Übrigen vor Solidaritätsbekundungen kaum retten. Dies machte sich auch finanziell bemerkbar: Allein am Samstag nahm der Verein Spenden in Höhe von 16.239,68 Euro ein

 

:vogel:

 

https://secure.wikimedia.de/spenden/list.php

Geschrieben

Was für eine sinnlose Aktion!

 

Ich weiss nicht, ob sich der Politiker einen Gefallen getan hat. Bislang kannte ich weder ihn noch etwas über seine Vergangenheit. Jetzt steht er nicht nur in Wikipedia, sondern im Spiegel, der eine höhere Reichweite hat, als der Eintrag in einer Online Datenbank.

 

Schreibst du für den Spiegel :vogel: ?

 

Wikimedia-Mann Molseki mutmaßt, dass Heilmanns Partei "ihm wohl gut zugeredet" hat - tatsächlich hat der Politiker durch die Aktion viel Negativ-PR bekommen. Moleski: "Am Freitag kannte fast niemand Lutz Heilmann. Spätestens am Montag kennt ihn ganz Deutschland."

 

 

Rückblickend muss gesagt werden, dass dieser Unfug vermeidbar gewesen wäre. Auf der anderen Seite ist es erfreulich, dass die Open Source Gemeinde gestärkt hervor gegangen ist. :vogel:

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