Welcome! Welcome to Tom-Next, to Overnight and Intraday!
Ich hatte doch ganz vergessen, mich vorzustellen. Also sowas! Dann hole ich das jetzt allerschnellstens nach.
Erster Abschnitt: Mein Weg zur und an der Börse
.... begann in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts am Aktienmarkt zu Zeiten, als die Kurse an einigen Regionalbörsen noch per Hand an die Tafel bzw. auf den Tageslichtprojektor geschrieben wurden. Nur die größeren Präsenzbörsen wie Frankfurt, Hamburg oder Düsseldorf hatten mechanische Kurstafeln.
Das Unglück nahm dann im Jahre 1984 seinen Lauf, als ich mich entschloß, mit dem gerade neu geschaffenen deutschen Aktienoptionsmarkt Bekanntschaft zu schließen. Unglück deshalb, weil mein erster Trade mir einen Gewinn von für damalige Verhältnisse sensationellen 90 Prozent meines Einsatzes innerhalb von sechs Wochen bescherte. Nun hatte ich Blut geleckt! Dieser nette Profit war nämlich gar nichts zu dem Resultat in den folgenden anderthalb Jahren mit einem Plus von 1600 Prozent auf das gesamte Depot. Ich hatte mein erstes kleines Vermögen gemacht. Und ich dachte, daß es bald ein großes werden müßte. Doch daraus wurde nichts.
Denn schlau, wie ich damals zu sein glaubte, war der Bullmarkt der frühen Achtziger Jahre für mich Ende 1986 vorbei, und ich begann, mich mehr und mehr in Verkaufsoptionen (die Bezeichnung Puts und Calls gab es damals in Deutschland noch nicht) zu engagieren. Doch sind mir diese alle verreckt, bis ich es schließlich wissen wollte und den größten Teil meines noch vorhandenen Restgeldes in Verkaufsoptionen mit Laufzeit Oktober 1987 investierte. Am Donnerstag, den 15. Oktober 1987 liefen meine Optionen aus, größtenteils wertlos. Am Freitag, den 16. Oktober begann es bereits zu rappeln. Und am Montag, den 19. Oktober kam der Crash. Am deutschen Markt dann vor allem am Dienstag. Und meine Optionen hatten sich zwei Handelstage zuvor in Luft aufgelöst.
Es waren schöne Sachen dabei. Meine größte Position war eine 700-er BMW Verkaufsoption, im Schnitt für einen Stückpreis von 5 DM erstanden, der – bei drei Tagen längerer Laufzeit – auf 200 DM emporgeschossen wäre.....
Aber es lief nicht alles so unglücklich. Beim "Gorbatschow-Crash" im August 1991 und vor allem beim "Buba-Crash" von 1992 war ich auf der richtigen Seite dabei. Kleine Trostpreise.
Ab dem Jahre 1993 begann ich dann auch Futures zu handeln, auf Aktienindizes, Währungen und Rohstoffe. Und dann folgte etwas, mit dem ein Dinosaurier wie ich überhaupt nicht zurechtkam, nämlich die größte Übertreibungsphase, die der Aktienmarkt jemals gesehen hat. Wo alles, was Sinn und Verstand hatte, über Bord geworfen und eingetauscht wurde gegen Schwachsinn. Der Schwachsinn hieß in Deutschland Neuer Markt. Der Schwachsinn – oder die "Phantasie" (es war letztlich dasselbe) – des Neuen Marktes riss allerdings auch den "Alten Markt" mit nach oben, in dem ich auf der Shortseite engagiert war. Nachdem ich allmählich begriff, daß ich mit meinen Analysemethoden, die in der Vergangenheit gut funktionierten, nicht mehr weiterkam, verlegte ich mich auf's Daytrading. Doch vom Regen in die Traufe!
Als ich schließlich innerhalb von drei Jahren viel Geld verloren hatte, wirklich richtig viel Geld, war es Zeit für eine zweijährige Handelspause. Soll sich die Welt erstmal wieder normal weiterdrehen, dachte ich mir, und nicht rückwärts und im Kreis. Und wenn die Neuer-Markt-Enthusiasten am Ende das Schicksal erleiden würden, was Ihnen nach meiner Einschätzung zustünde, nämlich den Totalverlust, und sie endlich anfangen würden, vor ihrer Investition das Gehirn einzuschalten und der Markt wieder nach vernünftigen Regeln weiterliefe, würde ich auch gerne wieder einsteigen.
So geschehen dann im Jahre 2003. Ab 2004 entdeckte ich das neue Instrument Binäre Option und war auf mehreren Handelsplattformen in diesem Segment sehr aktiv. Seit 2005 habe ich auch mal den einen oder anderen CFD probeweise angelangt, ohne jedoch bislang mit viel Geld dort unterwegs zu sein.
Zweiter Abschnitt: Meine Grundhaltung
.... wandelte sich vom Haussier zum Baissier und wieder zum Haussier und damit genau so, wie ich es Mitte der Siebziger Jahre bei André Kostolany's eigener Börsenbiographie gelesen hatte, ohne es seinerzeit jedoch wirklich zu verstehen. Aus heutiger Sicht scheint mir diese Entwicklung eine Altersfrage zu sein.
Man fängt an mit der unbekümmerten Sicht des Einsteigers, der die großen Chancen des Aktienmarktes sieht und ist Haussier, lernt dann, wie viele Idioten doch am Markt unterwegs sind und daß die eigentlich wegen ihrer kollektiven Dummheit gar nicht Recht bekommen können und wird zum Baissier, bis man schließlich seine eigene Dummheit begreift und von seinem hohen Roß wieder hinabsteigt und sieht, daß es doch schöner ist, sich mit allen zu freuen. Heutzutage sind langfristige mehrjährige Aufwärtstrends ohne zu hektische Ausschläge in beide Richtungen meine am meisten geliebten Markttrends, in denen ich auch stets am besten abschneide.
Dritter Abschnitt: Mein Handelsansatz
.... startete sehr fundamental, mit Unternehmensbilanzen, Marktanalysen, Kurs-Gewinn-Verhältnissen und dergleichen mehr. Im Laufe der Jahre begann dann die Chartanalyse eine mehr und mehr dominierende Rolle einzunehmen bis schließlich Handelsentscheidungen nur noch nach markttechnischen Indikatoren getroffen wurden, die Bestandteil von umfangreichen Regelwerken selbst zusammengebastelter Handelssysteme waren.
Seit nunmehr rund fünf Jahren ist mein Handelsansatz rein diskretionär. In gewisser Hinsicht bin ich wieder zu meinen Ursprüngen zurückgekehrt. Nur daß ich meine Grundentscheidungen für Kauf oder Verkauf nach meiner allgemeinen Börsenerfahrung treffe. Der konkrete Ein- und Ausstiegszeitpunkt wird anhand des Charts gefällt. Dabei zählen für mich Trendlinien, Unterstützungen und Widerstände, obere und untere Umkehrformationen und Dreiecke und Keile. Das war's. Sämtliche Indikatoren sind in den großen Müllcontainer gewandert, und dort bleiben sie auch für den Rest meines Börsendaseins.
So, nun habt Ihr reichlich Informationen über mein Börsenleben erhalten.
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Ich hatte doch ganz vergessen, mich vorzustellen. Also sowas! Dann hole ich das jetzt allerschnellstens nach.
Erster Abschnitt: Mein Weg zur und an der Börse
.... begann in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts am Aktienmarkt zu Zeiten, als die Kurse an einigen Regionalbörsen noch per Hand an die Tafel bzw. auf den Tageslichtprojektor geschrieben wurden. Nur die größeren Präsenzbörsen wie Frankfurt, Hamburg oder Düsseldorf hatten mechanische Kurstafeln.
Das Unglück nahm dann im Jahre 1984 seinen Lauf, als ich mich entschloß, mit dem gerade neu geschaffenen deutschen Aktienoptionsmarkt Bekanntschaft zu schließen. Unglück deshalb, weil mein erster Trade mir einen Gewinn von für damalige Verhältnisse sensationellen 90 Prozent meines Einsatzes innerhalb von sechs Wochen bescherte. Nun hatte ich Blut geleckt! Dieser nette Profit war nämlich gar nichts zu dem Resultat in den folgenden anderthalb Jahren mit einem Plus von 1600 Prozent auf das gesamte Depot. Ich hatte mein erstes kleines Vermögen gemacht. Und ich dachte, daß es bald ein großes werden müßte. Doch daraus wurde nichts.
Denn schlau, wie ich damals zu sein glaubte, war der Bullmarkt der frühen Achtziger Jahre für mich Ende 1986 vorbei, und ich begann, mich mehr und mehr in Verkaufsoptionen (die Bezeichnung Puts und Calls gab es damals in Deutschland noch nicht) zu engagieren. Doch sind mir diese alle verreckt, bis ich es schließlich wissen wollte und den größten Teil meines noch vorhandenen Restgeldes in Verkaufsoptionen mit Laufzeit Oktober 1987 investierte. Am Donnerstag, den 15. Oktober 1987 liefen meine Optionen aus, größtenteils wertlos. Am Freitag, den 16. Oktober begann es bereits zu rappeln. Und am Montag, den 19. Oktober kam der Crash. Am deutschen Markt dann vor allem am Dienstag. Und meine Optionen hatten sich zwei Handelstage zuvor in Luft aufgelöst.
Es waren schöne Sachen dabei. Meine größte Position war eine 700-er BMW Verkaufsoption, im Schnitt für einen Stückpreis von 5 DM erstanden, der – bei drei Tagen längerer Laufzeit – auf 200 DM emporgeschossen wäre.....
Aber es lief nicht alles so unglücklich. Beim "Gorbatschow-Crash" im August 1991 und vor allem beim "Buba-Crash" von 1992 war ich auf der richtigen Seite dabei. Kleine Trostpreise.
Ab dem Jahre 1993 begann ich dann auch Futures zu handeln, auf Aktienindizes, Währungen und Rohstoffe. Und dann folgte etwas, mit dem ein Dinosaurier wie ich überhaupt nicht zurechtkam, nämlich die größte Übertreibungsphase, die der Aktienmarkt jemals gesehen hat. Wo alles, was Sinn und Verstand hatte, über Bord geworfen und eingetauscht wurde gegen Schwachsinn. Der Schwachsinn hieß in Deutschland Neuer Markt. Der Schwachsinn – oder die "Phantasie" (es war letztlich dasselbe) – des Neuen Marktes riss allerdings auch den "Alten Markt" mit nach oben, in dem ich auf der Shortseite engagiert war. Nachdem ich allmählich begriff, daß ich mit meinen Analysemethoden, die in der Vergangenheit gut funktionierten, nicht mehr weiterkam, verlegte ich mich auf's Daytrading. Doch vom Regen in die Traufe!
Als ich schließlich innerhalb von drei Jahren viel Geld verloren hatte, wirklich richtig viel Geld, war es Zeit für eine zweijährige Handelspause. Soll sich die Welt erstmal wieder normal weiterdrehen, dachte ich mir, und nicht rückwärts und im Kreis. Und wenn die Neuer-Markt-Enthusiasten am Ende das Schicksal erleiden würden, was Ihnen nach meiner Einschätzung zustünde, nämlich den Totalverlust, und sie endlich anfangen würden, vor ihrer Investition das Gehirn einzuschalten und der Markt wieder nach vernünftigen Regeln weiterliefe, würde ich auch gerne wieder einsteigen.
So geschehen dann im Jahre 2003. Ab 2004 entdeckte ich das neue Instrument Binäre Option und war auf mehreren Handelsplattformen in diesem Segment sehr aktiv. Seit 2005 habe ich auch mal den einen oder anderen CFD probeweise angelangt, ohne jedoch bislang mit viel Geld dort unterwegs zu sein.
Zweiter Abschnitt: Meine Grundhaltung
.... wandelte sich vom Haussier zum Baissier und wieder zum Haussier und damit genau so, wie ich es Mitte der Siebziger Jahre bei André Kostolany's eigener Börsenbiographie gelesen hatte, ohne es seinerzeit jedoch wirklich zu verstehen. Aus heutiger Sicht scheint mir diese Entwicklung eine Altersfrage zu sein.
Man fängt an mit der unbekümmerten Sicht des Einsteigers, der die großen Chancen des Aktienmarktes sieht und ist Haussier, lernt dann, wie viele Idioten doch am Markt unterwegs sind und daß die eigentlich wegen ihrer kollektiven Dummheit gar nicht Recht bekommen können und wird zum Baissier, bis man schließlich seine eigene Dummheit begreift und von seinem hohen Roß wieder hinabsteigt und sieht, daß es doch schöner ist, sich mit allen zu freuen. Heutzutage sind langfristige mehrjährige Aufwärtstrends ohne zu hektische Ausschläge in beide Richtungen meine am meisten geliebten Markttrends, in denen ich auch stets am besten abschneide.
Dritter Abschnitt: Mein Handelsansatz
.... startete sehr fundamental, mit Unternehmensbilanzen, Marktanalysen, Kurs-Gewinn-Verhältnissen und dergleichen mehr. Im Laufe der Jahre begann dann die Chartanalyse eine mehr und mehr dominierende Rolle einzunehmen bis schließlich Handelsentscheidungen nur noch nach markttechnischen Indikatoren getroffen wurden, die Bestandteil von umfangreichen Regelwerken selbst zusammengebastelter Handelssysteme waren.
Seit nunmehr rund fünf Jahren ist mein Handelsansatz rein diskretionär. In gewisser Hinsicht bin ich wieder zu meinen Ursprüngen zurückgekehrt. Nur daß ich meine Grundentscheidungen für Kauf oder Verkauf nach meiner allgemeinen Börsenerfahrung treffe. Der konkrete Ein- und Ausstiegszeitpunkt wird anhand des Charts gefällt. Dabei zählen für mich Trendlinien, Unterstützungen und Widerstände, obere und untere Umkehrformationen und Dreiecke und Keile. Das war's. Sämtliche Indikatoren sind in den großen Müllcontainer gewandert, und dort bleiben sie auch für den Rest meines Börsendaseins.
So, nun habt Ihr reichlich Informationen über mein Börsenleben erhalten.
Alles andere ist Privatsache.