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Warum sollten wir sofort stoppen, die Staatsschulden zurückzuzahlen?

Geschrieben

Interview mit Dr. Werner Rügemer zum Thema

 

"Die Ursachen der Finanzkrise - oder warum wir die Staatsschulden nicht zurückzahlen sollten"

 

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Auszug:

"5 Argumente, sofort die Rückzahlung der Staatsschulden zu stoppen"

 

1.] Die Banken haben Kredite an Staaten vergeben und tun dies weiter, ohne einen professionellen Rückzahlungsplan auszuhandeln. Sie vergeben Kredite also leichtfertig, verantwortungslos. Deshalb können sie auch nicht verlangen, dass man ihnen solche Kredite einfach "ganz normal" zurückzahlt.

 

2.] Bestimmte von den Banken geförderte und finanzierte Praktiken führen zu zusätzlicher Verschuldung, wie ich es anhand von PPP erläutern werde (Anmerkung der Redaktion: siehe später in diesem Interview). Es gilt auch für andere Formen der Privatisierung; es gilt auch, wie schon gesagt, für die gegenwärtige Form der Bankenrettung.

 

3.] Wie wir zudem aus dem Handel mit CDOs und ähnlichen Finanzprodukten wissen, wussten viele Banker in ihrem hektischen Gewinnstreben oft selbst nicht Bescheid, was für Folgen ihr Tun hat. Sie haben die Schneeballsysteme in Gang gesetzt, ohne die Folgen zu kennen. Auch daraus muss eigentlich abgeleitet werden, dass der Staat nicht die Folgen zu tragen hat.

 

4.] Anwälte haben Finanzprodukte wie das Cross Border Leasing mit hohem juristischem Aufwand betrügerisch in ihrem Wesen verschleiert; Desinformation gehört zum neoliberalen Paradigma.

 

5.] In den langjährigen Kampagnen zum Schuldenerlass für Entwicklungsländer wurde das Kriterium "illegitime Schulden" entwickelt, etwa wenn üppige Kredite an Diktatoren vergeben wurden, wo klar war, dass diese sich selbst bereichern. Das Kriterium "illegitime Schulden" ist auch auf die Überschuldung der "entwickelten" Staaten anzuwenden, mit der Folge, dass solche Schulden nicht oder nur teilweise zurückgezahlt werden.

Featured Replies

Geschrieben

Ich sage zum Interviewpartner nur: Schuster, bleib bei deinen Leisten.

Selten einen gröberen Unfug gelesen als die Inhalte und Forderungen aus diesem Interview.

 

Er fordert auf, dass der Staat sich nicht an Verträge halten soll - hat er an die Konsequenzen gedacht?

Mit welchem Recht sollte ich als Bürger einen Staat respektieren, der sich selbst nicht an die eigenen Gesetze hält? Man bedenke insbesondere auch, dass der Staat über mich auch (straf-)urteilen kann, als völlig unparteiischer Dritter. Die Neutralität wird durch solche Aktionen aber nicht mehr gewahrt.

 

Herr Dr. Werner Rügemer macht sich gerade fast zum Fall für den Verfassungsschutz :vibration:

Geschrieben

Ich muss mal noch etwas dazu schreiben:

Der Staat tritt ja auch als Auftraggeber auf. Es ist ja nicht so, dass das der Staat das (Steuer-)Geld hortet, sonders es in vollem Umfang ausgibt, wovon wiederum Unternehmen profitieren.

Wenn der Staat seine Schulden nicht zurückzahlt und Vertragsbruch begeht, welches private Unternehmen geht dann denn noch das Risiko ein, für den Staat etwas zu leisten, wenn es nicht sicher ist, ob der Staat die Rechnugn auch bezahlt?

Das fängt bei der Sanierung von Schulen an und geht über die Lieferung von Impfstoff bis zur Erstellung von Personalausweisen.

 

Keine Firma wird sich mehr bei Ausschreibungen vom Staat bewerben - daran wird (nichtmal zuletzt) auch das Sozialsstem zugrunde gehen.

Geschrieben
Wenn der Staat seine Schulden nicht zurückzahlt und Vertragsbruch begeht, welches private Unternehmen geht dann denn noch das Risiko ein, für den Staat etwas zu leisten, wenn es nicht sicher ist, ob der Staat die Rechnugn auch bezahlt?

 

Naja, die Alternative ist das die Staatsschulden soweit steigen (brauch ma gar keine Krise, da reichen die Zinsen und dadurch anfallende Zinsenzinsen), bis der Staat bankrott ist. Dann zahlt er weder Schulden zurück, noch irgendwas anderes. Der kleine Mann geht baden und die Banken und BigPlayer sonnen sich in der Karibik mit dem Geld das die dummen Bürger jahrzehntelang eingezahlt haben. Ich frag mich ob sich dann noch irgendwer um Verträge schert (außer wenn er dringend Heizmaterial braucht).

 

Wie siehts eigentlich derzeit aus? Ist die Zinslast in D schon größer als das Staatseinkommen?

 

Es scheinen leider die wenigsten zu begreifen das wir mit dem aktuellen System direkt in den Abgrund rasen, und auch noch alles was wir haben einsetzen um schneller dort zu sein. Unsere Kinder werden sich freuen. Jeder jammert das wir ihnen eine so schlimme Umwelt etc. hinterlassen, aber das sie in moderner Sklaverei aufwachsen und ihnen auch noch beigebracht wird sich darüber zu freuen stört irgendwie keinen... :vibration:

 

just my 2 cent

Geschrieben
Die Sache mit den verschuldeten Kindern ist auch so eine Sache, sie werden dem Staat etwas husten und sich der Rückzahlung entziehen. Währungsreform und das Spiel beginnt von vorn. :vibration:
Geschrieben

Aber das brechen der Verträge des Staates führt zur Anarchie.

 

 

Die Alternative zu den Schulden wäre ein schlanker Staat mit weniger Leistungen, insbesondere mit weniger Sozialleistungen. Das kann auch nicht im Interesse sein.

 

Der Schuldenstand zum Verhältnis des BIP beträgt für Deutschland 74,4 % - das ist Durchschnitt (Quelle)

 

 

Um die 16 % der Steuereinnahmen fließen in die Tilgung der Zinsen.

Man darf nicht vergessen, dass alles in DL wieder investiert wird, sowohl von den Banken als auch vom Staat.

Geschrieben
Naja, die Alternative ist das die Staatsschulden soweit steigen (brauch ma gar keine Krise, da reichen die Zinsen und dadurch anfallende Zinsenzinsen), bis der Staat bankrott ist.

 

Der Trick an der Sache ist die Zinsen niedrig zu halten und die Inflation zu erhöhen.

 

Die Alt-Schulden werden durch Neue gedeckt,

durch die niedrigen Zinsen werden diese durch die Inflation bezahlt.

 

Der Rest der Fehlt wird einfach neu gedruckt,

was obigen dann noch mal hilft.

Geschrieben
  • Autor
Herr Dr. Werner Rügemer macht sich gerade fast zum Fall für den Verfassungsschutz :yep:
:yep:

 

... :vibration: nicht die 'vergessen' die solche wichtigen Beiträge posten! :spank:

Geschrieben
Die Alternative zu den Schulden wäre ein schlanker Staat mit weniger Leistungen, insbesondere mit weniger Sozialleistungen. Das kann auch nicht im Interesse sein.

 

Das gesamte Zinssystem ist für mich nicht im Interesse. Kann mir mal bitte jemand erklären wie ein System irgendwie "im Interesse" sein kann, in dem immer jemand total draufzahlen muss damit der Rest über die Runden kommt?

 

btw: nicht auf den versteckten Zins vergessen!

 

Man darf nicht vergessen, dass alles in DL wieder investiert wird, sowohl von den Banken als auch vom Staat.

Investiert in was? Boni für Manager? Neue Fabriken im Osten und Afrika? Neue Finanzprodukte? In neue Kreditvergaben, wo der kleine Mann dankbar sein soll das er 10% Zinsen zahlen darf?

 

Natürlich wird alles immer wieder investiert, aber das einzahlen in einen Fond/privates Konto ist auch ein Investment.

 

Kleine Publikumsbefragung: Hat irgendwer die 300 Miard. gespürt die vom Staat in den Markt geflossen sind? Irgendwelche Investements? anybody?

(Hat sich schonmal jemand überlegt wieviel 300 Miard. sind?)

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