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Elena

Geschrieben

Der Ich-weiß-fast-alles-Computer

 

Elena erfasst nämlich nicht nur die Einkünfte sämtlicher Beschäftigen in Deutschland, sondern auch sämtliche Informationen, die irgendwie Einfluss auf das Einkommen haben: Krankheitstage, Fehl- und Streikzeiten.

 

Elena ist ein Ich-weiß-fast-alles-Computer. Je mehr Nutzer einen Zugang haben, umso gefährlicher wird die Geschichte.

 

Es ist absehbar, dass nicht nur die Arbeitsagenturen, Kindergeld- und Wohngeldstellen darauf Zugriff haben, sondern auch die Rentenversicherer und, beispielsweise, die Gerichte - um mittels der Computerdaten Anträge auf Prozesskostenhilfe zu überprüfen und über Klagen auf Unterhalt zu entscheiden. Ist dann das Wort von der "Totalerfassung" so weit hergeholt?

 

Zentralcomputer ''Elena''

 

© 2009 Sueddeutsche Zeitung

Featured Replies

Geschrieben

hm,

 

ich weiß auch nicht wie man darüber denken soll.

 

Einerseits verlangen wir eine effiziente Verwaltung, die mit möglichst geringen materiellen als auch zeitlichem Aufwand ihrer Arbeit nachkommt, andererseits lehnt man dann solch eine Erfassung im Computerzeitalter ab.

 

Früher mußten die Behörden untereinander telefonieren, Faxe schicken oder postalisch um Unterstützung anderer beten. Heute machen sie das dann per Mausklick.

 

Die Frage ist vermutlich eher, in welchem Umfang sowas genutzt wird. Die ganze Menge "Mehr an Daten" auszuwerten durch den Sachbeabeiter, dauert eventuell genauso lang wie früher spezifische von anderen anzufordern.

 

Allerdings darf der Zugriff nur bestimmten Personen vorbehalten bleiben, sonst schaut bald jeder Mitarbeiter eines städtischen Bürgerbüros dort rein und weiß alles über einen.

Geschrieben

Es ist tatsächlich so, dass die >Infos "früher" auch zur Verfügung standen, nur umständlicher zu holen waren (Fax, Brief, ...). Ermittlungsbehörden haben "schon immer" auf diese Daten Zugriff, also es ist jetzt nicht so, dass man mehr weiß als vorher.

Es gibt jedoch ganz wichtige Schranken, zB das Sozialgeheimnis. Das heißt, ein wenn es nicht um ein Sozialfall geht, kann auf solche Daten nicht zugegriffen werden.

Das Steuergeheimnis gilt übrigens nicht in dem Maße, ebensowenig wie das Bankgeheimnis.

 

Bei diesem Elena-Ding wäre es zB wichtig aus meiner Sicht, dass nicht jeder auf auf die Rohdaten zugreifen kann, sondern man als Anfragender nur seine Frage eingibt und diese dann von Elena bzw. den entsprechenden Angestellten nur positiv oder negativ beantwortet wird (das Beispiel mit Prozesskostenhilfe, dass man nur die Frage nach Prozesskostenhilfe stellt und die Elena-Leute die Frage mit ja/nein beantworten, ohne dass der Anfragende genau weiß man verdient - sondern nur das notwendigste).

Geschrieben
Mega-Datensammlung

Regierung will "Elena" entschärfen

Eigentlich sollte "Elena" beim Bürokratieabbau helfen: Bei dem Megaprojekt werden Millionen von Angestelltendaten erfasst - darunter auch Informationen über Abmahnungen oder Streikverhalten. Doch Gewerkschafter und Datenschützer liefen Sturm, jetzt will die Regierung nachbessern.

 

Quelle: Spiegel.de

  • 5 Wochen später...
Geschrieben

Aus dem pdf

 

Soja-Joghurt-Pizza mit ganz wenig Fett

 

Ich versuche mir dieses Teil gerade vorzustellen, entsetzlich.

Geschrieben
Ich versuche mir dieses Teil gerade vorzustellen, entsetzlich.

 

Och goso! Ich hab mir gerade ne Pizza Margherita in den Ofen geschoben, aber ob die bei dem Gedanken noch schmecken wird ... ? :tinozi:

Geschrieben
Tomatensaft/ Tabasco Diät

 

Das Getränk verstösst vermutlich gegen die EMRK, wie kann man bei einem Bloody Mary die Umdrehungen weglassen?

 

goso, verzweifelt, Pizza mit Tofu und Joghurt, Bloody Mary ohne Benzin, was ist das für eine Welt, in der ich lebe! :tinozi:

  • 1 Jahr später...
Geschrieben
  • Autor

*Follow up*

 

Das Aus für Elena ist ein strategischer Rückzug

 

Kaum anderthalb Jahre ist der elektronische Entgeltnachweis „Elena“ alt – und schon steht er vor dem Aus. Die Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie sowie Arbeit und Soziales haben sich laut einer gemeinsamen Mitteilung darauf verständigt, „das Verfahren schnellstmöglich einzustellen“. Als Grund geben die Ministerien die noch ungenügende Verbreitung der qualifizierten elektronischen Signatur an. Diese sei für das Elena-Verfahren aber „datenschutzrechtlich zwingend geboten“.

 

Damit scheint ein datenschutzrechtlich höchst umstrittenes IT-Großprojekt des Bundes gescheitert. Vor dem Hintergrund, dass das Bundesverfassungsgericht kurz davor stand, über die Rechtmäßigkeit der staatlichen Datensammelstelle zu entscheiden, gleicht das Aus für Elena eher einem strategischen Rückzug.

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