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Neue Initiative: Verbot von Währungsderivaten

Geschrieben

:ph34r:

 

Ebenfalls neu ist das Verbot von Währungsderivaten auf den Euro. Hier heißt es im Gesetzestext: "Es ist verboten, Währungsderivate (...), deren Wert sich unmittelbar oder mittelbar vom Devisenpreis des Euro ableitet oder solche rechtsgeschäftlich einzutreten, soweit diese Derivate nicht der Absicherung eigener Währungsrisiken dienen."

 

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:fin...s/50118504.html

Featured Replies

Geschrieben

????

 

Meint der Währungs-Hebelzertifikate, -Optionsscheine und so ein Zeug?

Sorry, aber wen interessiert denn so ein unbedeutender Mist?

 

Sonst fällt mir nichts ein. Euch?

 

Meint der jetzt, dass durch das Verbot von Hebelzertifikaten der Euro gestützt wird?

Auf welchem Planeten wohnt Schäuble eigentlich?

Geschrieben

Ob es klug ist Devisen mit Derivaten zu handeln, darüber kann man sicher getrennter Meinung sein. Nach schlechten Erfahrungen mit entsprechenden Scheinen, würde ich immer nur direkt handeln. Weswegen aber Derivate auf Devisen verboten werden sollen, verstehe ich nicht. Wichtiger scheint mir dass die Emittenten genügend Eigenkapital vorhalten müssen, dass die Scheine nicht im Extremfall einfach wertlos werden. Zu fordern ist sicher auch, dass die Emittenten in soweit reguliert werden, dass eine faire Preisstellungen auch in volatilen Phasen sichergestellt wird.

 

Für mich wirklich erschreckend ist, dass dies alles unter einer Regierung möglich ist, die ich vor kurzem noch als "bürgerlich" bezeichnet habe. Viele sprechen von der FDP, die alles mitgetragen hat, sogar als "marktradikal" . Aber: Wettbewerb wird behindert oder ausgeschaltet (z.B. Schutz der Apotheken vor unliebsamer Onlinekonkurrenz), einzelne Marktakteuer (z.B. Banken, Versicherungen) werden geschützt und bevorzugt und haften nicht für ihre Fehlentscheidungen. Die Bildung des Preises am Markt wird z.B. bei Anleihen der Südländer mit allen Mitteln verhindert. Man nimmt extreme Marktverzerrungen in Kauf auf den Anleihemärkten. So wird es durch die ganzen garantierten Anleihen der Problemstaaten in Zukunft für Firmen immer schwieriger Kredite zu erhalten oder für die größeren Firmen Anleihen zu begeben.

 

Wir leben schon in komischen Zeiten. Wie soll man einem Kind erklären, dass es für ein Sparbuch nur zwischen 0 und 0.5% Zinsen bekommt, wo doch überall angeblich das Geld fehlt. Und dann werden ständig neue Rettungspakete in Milliardenhöhe (Banken, Länder, Firmen) geschnürt mit Geld, das man erst an den Kapitalmärkten beschaffen muss. Anschließend hat man Schuldentürme in Billionenhöhe weil das Geld am Ende verloren ist und auf Sicherheiten beid en Bürgschaften nicht geachtet wurde

 

Ehrlich gesagt macht die ganze Entwicklung mir richtig Angst. Es ist für mich auch nicht die Frage ob "Rechts" oder "Links" sondern wie totalitär der Staat wird und wer dann noch für die Freiheit eintritt, wenn es wirklich eng wird und die Verteilungskämpfe los gehen und für Deutschland kein Retter bereit steht. Als nächster Schritt wird es dann nicht mehr erlaubt sein fremde Devisen z. B. Schweizer Franken zu besitzen. Schon jetzt macht man sich ja strafbar, wenn nicht alles beim Grenzübertritt deklariert wird.

 

Für mich ist auch völlig unverständlich warum "Regulierung" von vielen meiner Mitbürger als so positiv gesehen wird und sich alle einen starken Staat wünschen, der alles garantiert und sich in alles einmischt. Regulierung ist kein Selbstzweck, sie verursacht in der Regel Kosten und schafft zusätzliche Bürokratie. Mit meiner kleinen Firma kämpfe ich seit Jahren gegen den wuchernde Papierwust aus Formularen und die ständig neuen Reglungen und Verpflichtungen, die für unsere lächerlichen Einnahmen nötig sind. Personal auch aushilfsweise würde ich nicht mehr einstellen, weil die Regulierungen zu kompliziert und aufwändig geworden sind und es einfach keinen Sinn mehr macht.

Geschrieben

Wen betrifft ein solches Gesetz eigentlich? Dazu stand ja nix da, soll das deutschlandweit oder europaweit durchgesetzt werden? Ich gehe davon aus das es hier eher wenige gibt die bei einem CFD-Broker sind der seinen Sitz in DE hat. Kann mir so ein Gesetz nicht eigentlich erstmal egal sein, solange es das Gesetz nicht über der Ärmelkanal schafft?

 

Hier nochmal eine andere Frage die ich ja letztens schonmal angesprochen hatte. Vielleicht kann mir ja mal jemand sagen ob ich damit so richtig liege.

Der Gesetzesentwurf geht darüber hinaus: In ihm findet sich keine Beschränkung mehr auf Finanzaktien. Im Gesetzestext heißt es konkret: "Es ist verboten, ungedeckte Leerverkäufe in Aktien (...), die an einer inländischen Börse zum Handel im regulierten Markt zugelassen und in den Handel eingeführt sind, zu tätigen." Das bedeutet: Bei sämtlichen deutschen Aktien wären ungedeckte Leerverkäufe künftig verboten.

Ich beschreibe mal kurz was ich da verstehe.

Ein gedeckter Leerverkauf liegt vor wenn ich mir Aktien bei meiner Bank leihe. Die Bank übergibt mir die Aktien, da sie diese aus dem Deopt eines anderen Kunden genommen hat. Diese verkaufe ich nun und erhalte das Geld aus dem Verkauf. Nach einer Woche will die Bank die Aktien wiederhaben. Also muss ich die Aktien zurückkaufen, entweder mit Gewinn oder Verlust.

 

Der ungedeckte Leerverkauf sieht genauso aus. Nur mit dem Unterschied das die Bank die Aktien eigentlich gar nicht im Depot eines anderen Kunden hat, und dennoch leiht mir die Bank die Aktien. Also werden sie erfunden.

Man munkelt ja das so ein Szenario bei VW damals zu den 1000€/ Aktie geführt hat.

 

 

Das Verbot eines ungdeckten Leerverkaufs nach meiner Definition würde ich völlig in Ordnung finden. Da frage ich mich eher, wieso kommt das erst jetzt, hat die Politik geschlafen? Mir wäre so als wär das bisher schon so gewesen.

 

Viele Grüße,

Rumpel

Geschrieben
Der ungedeckte Leerverkauf sieht genauso aus. Nur mit dem Unterschied das die Bank die Aktien eigentlich gar nicht im Depot eines anderen Kunden hat, und dennoch leiht mir die Bank die Aktien. Also werden sie erfunden.

Man munkelt ja das so ein Szenario bei VW damals zu den 1000€/ Aktie geführt hat.

 

Langsam, ganz so wild ist Sache auch nicht, erfunden wird da formalrechtlich nichts.

 

Der Hintergrund: Aktienhandel ist Terminhandel, die entsprechenden Papiere werden erst mit t +3 geliefert, wenn mein Broker die von mir gewünschten Aktien nicht zum Shorten "herumliegen" hat, dann darf er mir das Naked Short Selling nur dann anbieten/erlauben, wenn er "glaubhaft annehmen" kann, dass er die Papiere im Bedarfsfall auch liefern kann. Der Gag speziell im Intradayhandel ist natürlich einfach, wenn ich shorte und dann vor Bösenschluss meine Position covere, dann bin ich flat, somit braucht natürlich niemand in T +3 irgendetwas liefern.

 

Warum ich dieses Verbot grundsätzlich für sinnfrei halte: Einerseits gilt das nicht für ECNs, die ihren Sitz nicht in DE haben (ChiX, Turquoise) andererseits gibt es zB bei ICAP eine "Börse" zum Ausleihen von Aktien, grosse Pensionsfonds etc. -die im Regelfall hunderttausende Aktien quer durch alle Sektoren halten- verdienen sich so ein "Taschengeld".

Geschrieben
Der ungedeckte Leerverkauf sieht genauso aus. Nur mit dem Unterschied das die Bank die Aktien eigentlich gar nicht im Depot eines anderen Kunden hat, und dennoch leiht mir die Bank die Aktien. Also werden sie erfunden.

Man munkelt ja das so ein Szenario bei VW damals zu den 1000€/ Aktie geführt hat.

Nach meiner Kenntnis waren es bei VW damals gedeckte Leerverkäufe. Somit würde ein Verbot von nur ungedeckten Leerverkäufen auch nicht wirklich weiterhelfen.

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