Ein Whistleblower, der hilft, diese Machenschaften zu bekämpfen, ist kein Verbrecher, sondern ein Held im Kampf gegen eine organsierte Kriminalität, die nicht nur in der Schweiz höchstes Ansehen genießt.
Der Schweizer Banker Rudolf Elmer zählt mit seinen über WikiLeaks publizierten Datensätzen der Privatbank Julius Bär zu den Pionieren des Whistleblowings.
Doch nicht die Steuersünder oder ihre Helfer, sondern er steht nun in der Schweiz vor Gericht.
Rudolf Elmers Geschichte ist eine moderne Parabel von einem Saulus, der sich unfreiwillig zum Paulus wandelte, einem seriösen Schweizer Banker, der von seinem ehemaligen Arbeitgeber in die Enge getrieben und so zum Whistleblower wurde. Die Kulisse dieser Geschichte bilden die pittoresken Strände der Cayman Islands und die Schweiz, deren Bankgeheimnis Ähnlichkeiten mit der Omerta der sizilianischen Mafia hat. Verfolgt man die Geschichte des Whistleblowers, so fühlt man sich unweigerlich an den Grisham-Roman "Die Firma" erinnert, in dessen Verfilmung der smarte Tom Cruise auf den Caymans gegen die organisierte Finanzkriminalität kämpft.
Doch das wahre Leben ist kein Hollywood-Film und hat nur selten ein Happy End.
Zu Elmers Aufgabenbereichen bei JBBT gehörte unter anderem auch die des "Hurrikanebeauftragten". Wann immer ein solcher Wirbelsturm auf die Caymans zukam, musste Rudolf Elmer ein komplettes Backupaller Bankdaten ziehen und mit nach Hause nehmen.
Nur so war der Fortbestand der Niederlassung gesichert, sollte der Hurrikan die Bank physisch zerstören. Sicherlich war Elmer nach den Buchstaben des Gesetzes dazu verpflichtet, diese Daten nach seinem Ausscheiden an die Bank zurückzugeben.
Doch dieseDaten wurden nun seine "Lebensversicherung" und als die Drohgebärden seines ehemaligen Arbeitgebers schärfer wurden, erinnerte Elmer nicht nur die Banker, sondern auch einige Premiumkunden daran, dass er noch ein Ass im Ärmel hat:
Die Inhalte, die sich weltweit auf viele Server verteilten, konnte Julius Bär damit freilich nicht löschen und nach massiven öffentlichen Protesten hob das Gericht 11 Tage später auch die Löschung der Domain wieder auf. Julius Bär war in die Öffentlichkeitsfalle getappt und musste nun erleben, was der http://www.heise.de/tp/r4/icons/inline/extlink.gifStreisand-Effekt ist. Durch das barsche Vorgehen wurde das Datenleck nun zu einem Politikum. Im Kielwasser von Julius Bär wurde das ein Jahr zuvor gegründete WikiLeaks nun weltbekannt.
Ein Whistleblower, der hilft, diese Machenschaften zu bekämpfen, ist kein Verbrecher, sondern ein Held im Kampf gegen eine organsierte Kriminalität, die nicht nur in der Schweiz höchstes Ansehen genießt.
Rudolf Elmer wird am 13. Februar exklusiv auf dem http://www.heise.de/tp/r4/icons/inline/extlink.gifKölner Bloggerkongress auftreten, wo er sich auch Publikumsfragen stellen wird.
... weiterlesen |von Jens Berger|
Die Inhalte, die sich weltweit auf viele Server verteilten, konnte Julius Bär damit freilich nicht löschen und nach massiven öffentlichen Protesten hob das Gericht 11 Tage später auch die Löschung der Domain wieder auf. Julius Bär war in die Öffentlichkeitsfalle getappt
und musste nun erleben, was der http://www.heise.de/tp/r4/icons/inline/extlink.gifStreisand-Effekt ist. Durch das barsche Vorgehen wurde das Datenleck nun zu einem Politikum. Im Kielwasser von Julius Bär wurde das ein Jahr zuvor gegründete WikiLeaks nun weltbekannt.