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Ressourcennutzung: Das Cradle-to-Cradle-Konzept

Geschrieben

Nachfolgend möchte ich euch mal ein neues Umweltkonzept vorstellen. Der Text ist von mir, also nicht wundern dass es keine Quelle gibt. Ich sollte mal eine kleine Stellungnahme dazu schreiben, die ich euch nicht vorenthalten möchte, da ich das Konzept sehr spannend finde.

 


Das von Prof. Dr. Braungart und Prof. Mc Donought entwickelte Cradle-to-Cradle-Konzept ist ein Konzept mit dem Inhalt, Ressourcen zyklisch zu nutzen.

 

Dabei sollen in biologischen und technischen Kreisläufen die richtigen Materialien an den richtigen Orten zu den richtigen Zeiten verwendet werden. Verrottenbare Materialen sollen kompostiert werden (biologischer Kreislauf), während technische Dinge wiederverwendet werden sollen (technischer Kreislauf). Als Vorteile werden eine verbesserte (Lebens-)Qualität für den Anwender, eine gesundheitsunschädliche Nutzung und Herstellung sowie ein wirtschaftlicher und ökologischer Nutzen genannt.


Es soll also das Bestehende nicht weniger schädlich, sondern das Produkt mehr nützlich gemacht werden.

 

Die Umsetzung erfordert ein komplettes Umdenken der Hersteller und der Nutzer der Produkte. Das gesamte Abfall- und Recyclingsystem muss dafür von Grund auf neu konzipiert werden. Statt Müll zu vermeiden, sollen die Produkte am Lebensende vollständig wiederverwertet, also entweder kompostiert oder technisch einer neuen Nutzung zugeführt werden statt diese auf Deponien einzulagern oder zu verbrennen. Anstelle einer Konsumierung findet eine Nutzung als Dienstleistung statt. Dies wäre parallel zum bisherigen „Craddle-to-Grave-Konzept“ möglich, was eine so grundlegende, ganzheitliche Umstellung des Recyclingkonzeptes Schritt für Schritt ermöglicht. Kleine und mittelständische Betriebe haben bereits damit begonnen, einen eigenen Kreislauf unabhängig vom gesetzlich bestehenden Recyclingkreislauf umzusetzen. Aber auch große Industriebetriebe haben bereits bei sich lohnenden Produktkreisläufen einen eigenen Recyclingkreislauf eingeführt, wie z.B. Philips bei mit Pfand belegten Röntgenröhren. Wenn der Gesetzgeber das Cradle-to-Cradle-Konzept gesetzlich als einziges Konzept vorschreibt und die bestehenden Recyclingkreisläufe an dieses Konzept angepasst werden, ist eine möglicherweise kostenneutrale Produktion nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip durchaus denkbar, sofern dies global und ganzheitlich geschieht.

 

In meinen Augen handelt es sich bei dem Cradle-to-Cradle-Konzept um einen sehr interessanten und plausiblen Grundgedanken, welcher tatsächlich dazu geeignet wäre, die Umwelt und die Menschheit nachhaltig zu sichern und dabei auch das Problem der wachsenden Weltbevölkerung unbedeutender werden zu lassen, da Rohstoffe nicht unwiederbringlich vernichtet, sondern im Wortsinn recycelt werden.

Das eigentlich von der Natur abgeschaute Konzept kann den Menschen dadurch in Einklang mit der Erde bringen, statt den Planeten parasitär auszunutzen. Das Cradle-to-Cradle-Konzept sollte deshalb meiner Meinung nach weiter verfolgt und langsam, aber konsequent bei geeigneten Produkten oder Produktgruppen umgesetzt werden.

 

 

Was haltet ihr davon?

 

 

Wer Zeit hat, schaut sich die Präsentation des Herrn Prof. Dr. Braungart an (4x 10 Min):

 

http://www.youtube.com/watch?v=QZyGKpE7r38

http://www.youtube.com/watch?v=QfKVX1fgncc

http://www.youtube.com/watch?v=Oo87MMJc6Fg

http://www.youtube.com/watch?v=aPyG1UcmYDs

 

Der Prof. Dr. Braungart tritt sehr polarisierend auf. Natürlich kann man das Konzept nicht 1zu1 umsetzen, es wird immer Produkte geben, die verbraucht statt genutzt werden.

Featured Replies

Geschrieben

vermutlich wird es mehr oder weniger automatisch darauf hinauslaufen, alles mögliche wiederzuverwerten. Die Regierungen werden das Schritt für Schritt umsetzen, schon alleine um wertvolle Rohstoffe zu sparen.

 

Aber das wird sehr sehr lange dauern, erst wenn es wirklich Müllprobleme gibt und die Asiaten vor Krankheiten infolge von industriellen Abfällen die ins Grundwasser und Äcker gelangen kaum noch laufen können, wird das ernsthaft umgesetzt werden.

 

Was viele der Ökoaktivisten verdrängen, ist, das die Müllbeseitigung, das Recycling und Wasseraufbereitung immer besser werden. Offenbar kann es sich die Welt also noch erlauben, einen solchen Produktkreislauf zu fahren wie wir ihn momentan haben. Ob das jetzt sinnvoll ist, will ich nicht sagen - funktionieren tut es scheinbar noch.

Geschrieben

Was haltet ihr davon?

In der Beziehung war die DDR aus der Not heraus recht weit. Technische Geräte waren gut dokumentiert und in der Mehrheit reparierbar, gesammelt wurden selbst Kronkorken und Alukappen von Milchflaschen.

 

Lutz

Geschrieben

Es ist schon überraschend. Eine vernünftige Kinderbetreuung, der grüne Pfeil und Abfallproduktmanagement kommen aus dem Osten. Wie sagt man so? Es war nicht alles schlecht...

Es war vieles schlecht. Gesammelt wurde weil der Mangel sonst noch viel grösser gewesen wäre. Geld für Rohstoffe fehlte (es war ja nicht so dass es z.B. kein Kupfer auf der Welt gab).

 

So musste vieles substituiert und mit niedriger Produktivität improvisiert werden. Eine Folge davon war geringer Wohlstand.

 

Kommt alles wieder.

 

Lutz

Geschrieben

Ich bezog das auf das Ergebnis, nicht auf die Gründe.

Wenn man jetzt aber in der Lage ist, beides zu verbinden (gute Gründe, gute Ergebnisse), sehe ich da nichts schlechtes daran.

Das Ergebnis war niedriger Wohlstand, sozusagen eine Spirale. Unser heutiger Wohlstand basiert auf billiger Energie und billigen Rohstoffen und wird damit auch wieder schwinden.

 

Lutz

Geschrieben
  • Autor

Fakt ist aber, dass das bisherige Wachstum nicht so weitergehen kann, will man den Wohlstand erhalten. Irgendwann kommt der Punkt, wo das System kippt. Das ist dann, wenn es zu viele Menschen auf dem Planeten gibt und es weiter keine nennenswerte Rohstoffwiederverwendung gibt und alles weiter verbrannt wird. Dann gehen uns einfach die Rohstoffe aus. Wachstum ist niemals unbegrenzt.

Genau da setzt Cradle-to-Cradle an ("von der Wiege zur Wiege"). Durch eine effektivere und effizientere Wiederverwendung von Rohstoffen kann das System noch länger aufrecht erhalten werden und ganz vielleicht in ferner Zukunft sogar ausbalanciert werden.

 

Es ist auch ein Unterschied, ob ich begrenzte Ressourcen zur Verfügung habe und eine Wiederverwertung schlecht ist aber besser als nichts (wie in der DDR) und ich daruch keinen Wohlstand aufbauen kann oder ob ich (wie jetzt) nahezu alle Ressourcen zur Verfügung und einen gewissen Wohlstand habe und einfach nur dafür sorgen möchte, dass der Ressourcenkreislauf deutlich verlängert wird.

 

Das fällt in die Rubrik CSR (Corporate Social Responsibility => unternehmerische Gesellschaftsverantwortung). Vom Wohlstand einen Teil verwenden, um der Gesellschaft/Umwelt etwas zurückzugeben.

Geschrieben

Die Idee ist gut, finde ich. Allerdings setzen sich nicht immer die guten Ideen durch. Wir werden sehen.

Geschrieben

Fakt ist aber, dass das bisherige Wachstum nicht so weitergehen kann, will man den Wohlstand erhalten.

 

Es ist auch ein Unterschied, ob ich begrenzte Ressourcen zur Verfügung habe und eine Wiederverwertung schlecht ist aber besser als nichts (wie in der DDR) und ich daruch keinen Wohlstand aufbauen kann oder ob ich (wie jetzt) nahezu alle Ressourcen zur Verfügung und einen gewissen Wohlstand habe und einfach nur dafür sorgen möchte, dass der Ressourcenkreislauf deutlich verlängert wird.

 

Das fällt in die Rubrik CSR (Corporate Social Responsibility => unternehmerische Gesellschaftsverantwortung). Vom Wohlstand einen Teil verwenden, um der Gesellschaft/Umwelt etwas zurückzugeben.

Ich finde die Idee auch gut, aber sie erfordert dass man etwas zurücksteckt und dem System nicht das Maximum entnimmt. Daran wird sie wahrscheinlich scheitern, denn das könnte man auch heute schon ohne dass die Produkte komplett recycelt werden können.

 

Wir müssen unsere Ansichten darüber was Wohlstand ist überdenken.

 

Lutz

Geschrieben
  • Autor

Es erfordert einfach nur einen komplett anderen Abfallkreislauf als den jetzigen. Das heißt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen sich ändern. Das geht aber nur, wenn der Weltmarkt mitspielt, und es geht nur schrittweise.

Es gibt schon einige Produktanbieter, die explizit mit cradle-to-cradle werben, deren Produkte also vollständig richtig recyclebar sind und deren Bestandsstoffe am Ende des Produktlebens für neue Produkte genutzt werden, zB der Teppichbodenhersteller Desso.

 

Ich glaube, die Zeiten wo man immer nur das Maximum rausholt sind grundsätzlich schon vorbei. Im Denken zumindest findet schon Nachhaltigkeit statt. In solche Konzepte zu investieren heißt ja auch, für die Zukunft vorzusorgen.

 

 

Ich komme rüber wie ein Grüner, oder? Das bin ich aber definitiv nicht. Aber für vernunftsbasierte Konzepte bin ich immer zu haben.

Geschrieben

Dein Moderator-Button ist ja auch grün. Also ich erkenne da Zusammenhänge. Da kommst du jetzt nicht mehr raus!

 

 

Geschrieben

Es erfordert einfach nur einen komplett anderen Abfallkreislauf als den jetzigen. Das heißt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen sich ändern. Das geht aber nur, wenn der Weltmarkt mitspielt, und es geht nur schrittweise.

Es gibt schon einige Produktanbieter, die explizit mit cradle-to-cradle werben, deren Produkte also vollständig richtig recyclebar sind und deren Bestandsstoffe am Ende des Produktlebens für neue Produkte genutzt werden, zB der Teppichbodenhersteller Desso.

 

Ich glaube, die Zeiten wo man immer nur das Maximum rausholt sind grundsätzlich schon vorbei. Im Denken zumindest findet schon Nachhaltigkeit statt. In solche Konzepte zu investieren heißt ja auch, für die Zukunft vorzusorgen.

 

 

Ich komme rüber wie ein Grüner, oder? Das bin ich aber definitiv nicht. Aber für vernunftsbasierte Konzepte bin ich immer zu haben.

Die Nachhaltigkeit, die heute verfolgt wird, zielt doch aber vor allem darauf ab dass wir unseren Lebensstil nicht ändern müssen sondern den noch möglichst lange so fortführen können. So funktioniert das aber nicht, an der Tür klingeln gerade einige Milliarden Menschen die auch so leben möchten.

 

Sind wir bereit zu teilen und unser Niveau ggf. auch abzusenken? Oder gehört der nachhaltige Langstreckenflug im Jahr zu den Grundrechten die nicht verhandelbar sind?

 

Lutz

Geschrieben
  • Autor

Jetzt verstehe ich erst, worauf du hinauswillst. Ich glaube, du hast mich bzw. das Konzept falsch verstanden.

 

Das Cradle-to-Cradle Konzept will nicht einschränken, im Gegenteil, es will den Lebenstandard halten und erhöhen und den künftigen "Milliarden Menschen" zugänglich machen. Das ist das Ergebnis. Schau dir mal die Videos aus dem Beitrag 1 an.

 

Ich mache es mal ganz grob ganz kurz:

 

Momentan wird mehr verbrannt oder auf Deponien eingelagert als wiederverwertet. Wiederverwertet wird nur der kleinste Teil. Das heißt, die Rohstoffe gehen verloren und lösen sich sprichwörtlich in CO2 auf. Das kann man auch als "Cradle to Grave" bezeichnen, von der Wiege ins Grab. Rohstoffe werden einmal genutzt. Die ganze Mülltrennung ist mehr oder weniger nur Show, weil wenn überhaupt, nur minderwertige Materialen neu entstehen (die verschiedenen Plastikarten kann man nicht aus einem Wasserkocher heraustrennen und neu verwenden).

 

Cradle-to-Cradle will aber grundsätzlich die Rohstoffe mehrfach nutzen. Wenn Produkt 1 seinen Dienst erfüllt hat, soll es nicht verbrannt werden, sondern die Materialen getrennt und als neue Produkte wiederverwertet werden. Im Beispiel des Wasserkochers: die einzelnen Materialanteile können sauber getrennt werden und eingeschmolzen zu neuen Produkten werden.

Es geht also darum, die Produkte von anfang an so zu designen, dass man die enthaltenen Rohstoffe später leicht wieder trennen und neu verarbeiten kann. Dazu gehört auch eine entsprechende Rohstoffwahl, die genau das ermöglicht. Nicht alle Plaste-Arten können gleich gut herausgetrennt und wiederverwertet weden.

 

 

Darum geht es, nicht um Verzicht auf Luxus, sondern um Erhalt und Erweiterung des Luxus dadurch, dass man die Ausgangsstoffe neu nutzen kann ohne Mehraufwand und sie nicht "vernichtet" durch verbrennen.

Geschrieben

Wenn man aber davon ausgeht, dass es "der Markt richten würde", dann scheint es aber warscheinlich noch viel günstiger zu sein alles auf einer Mülldeponie zu lagern als daraus Rohstoffe zu verwerten.

 

Die Idee ist ja schon nicht verkehrt. Jeder könnte profitieren. Vor allem unsere Natur. Müllberge könnten verringert werden, neue Rohstoffe braucht man weniger.

 

Problematisch wird aber der erste Schritt sein. Wieso sollte ein Hersteller nach diesem Prinzip arbeiten? Ein Produkt "modularer" zu produzieren würde bestimmt teurer sein. Und Wozu? Dafür das jeder Hersteller dieser Welt dann an seine Resourcen im Handumdrehen kommt?

Geschrieben

Das Cradle-to-Cradle Konzept will nicht einschränken, im Gegenteil, es will den Lebenstandard halten und erhöhen und den künftigen "Milliarden Menschen" zugänglich machen.

Ich weiss, das ist es doch womit wir unser Gewissen beruhigen.

 

Das wird nicht funktionieren, nicht auf unserem Niveau für alle.

 

Lutz

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