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Eingruppierung der Hobbytrader

Geschrieben

Jetzt vom Schicksalsschlägen abgesehen (Entlassungen, Erbe usw.)

 

Es ist verpönt das Traden als Hobby anzusehen da ein Hobby Geld kostet und wir versuchen genau das Gegenteil zu bewirken. Wir leben nicht davon also belasse ich erst mal den Begriff Hobby und bitte um ein wenig Verständnis eurerseits.

 

Ich gehe arbeiten um Geld zu verdienen sonst wüsste ich bessere Sachen mit der Zeit anzufangen also würde ich gerne den Hauptberuf unseres Hobbytraders grob in Verdienst (Geld) und Freizeit (Zeit) aufteilen

 

P1

+Geld

+Zeit

Er verdient gut und der Job gibt ihm noch genug Zeit um seinen Hobbys nachzugehen.

 

P2

-Geld

+Zeit

Er hat zwar die Zeit einen Hobby nachzugehen jedoch wird er aus eigenen Mitteln nicht das Konto zusammen bekommen um Profi zu werden

 

P3

+Geld

-Zeit

Dieser Workoholic hat einfach nicht genug Zeit um dieses zeitintensive Becken zu meistern. Er könnte ehr als Fütterer für die Haie dienen.

 

P4

-Geld

-Zeit

Dieser arme Schelm hat hoffentlich Spass mit seinem Beruf.

 

In dieser Aufteilung sehe ich eigentlich nur P1 als Probanden den Sprung erfolgreich zu vollziehen.

 

Die eigentlichen Gründe von P1 müssen schon massiv sein wenn man sein Angestelltenverhältnis wo man gut verdient und noch Freizeit über hat aufgibt um etwas anzufangen was

1. nicht sicher ist - zumindest unsicherer als im Angestelltenverhältnis

2. wahrscheinlich wesentlich weniger verdient - wenn ich mir das erwähnte Verhältnis 100k Konto zu 15k anno anschaue (Punkt 2). Die 100k muss ich ja mit dem alten Verdienst aufgebracht haben und das schaffe ich nicht bei 1k pro Monat (15K anno) .

3. die Vereinsamung – ich habs mal im Urlaub versucht und es war so langweilig jeden Tag vor dieser Kiste trotz Forum, Skype usw. Dieser „MUSS“ Druck verdirbt einen den ganzen Spass am traden.

 

 

Abgesehen von Schicksalsschlägen sehe ich es nicht dass eine Person sein Hobby zum Beruf machen kann. Ist jetzt jeder Profi (der nicht ursprünglich von der Finanzwelt kommt) ein vom Leben gebranntes Kind?

 

Das lässt mich nicht gerade hoffen und muss mich damit abfinden dies nur als zeitintensives Investment anzusehen.

 

 

@Admin bitte in Chit Chat verschieben... Falsche Kat.

Featured Replies

Geschrieben

Vorab halte ich es für ungünstig eine individuelle Lebenswirklichkeit in P1 bis P4 bündeln und ausdrücken zu wollen. Die Motive, Sehnsüchte, Ängste und Lebensumstände sind zu vielfältig.

Meines Erachtens unterscheidet sich der Profi vom Hobbytrader unter anderem dadurch, dass er mit seiner Zeit nichts besseres anzufangen weiß, als zu traden. Was nicht heißt, dass er nicht in der übrigen Zeit auch anderen Dingen nachgehen kann. Für mich im Speziellen gilt zudem, dass ich nicht Trader bin, weil es mir nur ums Geld ginge.
Geld ist ein sehr nachgeordneter Faktor für mich, und das macht auch meine Ergebnisse aus, wie ich meine.

Wer eine Sache nicht aus Leidenschaft tut, sollte sie bleiben lassen; zumindst sollte er nicht erwarten, mit dieser Einstellung in diesem Wettbewerbsumfeld bestehen zu können. Wenn mir der Marathonlauf keinen Spaß macht, werde ich nicht unter den den Top 100 ins Ziel laufen, auch nicht wenn ich alle "So werden Sie Marathon Top Läufer"- Ratgeberbücher dieser Welt auswendig kann und praktizierender Sportmediziner bin.

Ob und wieviel Freizeit ein Trader hat, hängt ganz von ihm und seinen Preferenzen allein ab.

Ich habe zum Bsp. mehrere funktionierende Ansätze verworfen, weil sie nicht zu mir gepasst haben, trotz des Risikos. Ich habe meine Art zu handeln meinen persönlichen Bedürfnissen angepasst. Andersrum macht es keinen Sinn. Und gerade das ist die Freiheit in diesem Beruf, die ich so schätze.

zu1.: Was ist denn sicher? Was ist denn in dieser Welt wirklich sicher? Ich spreche hier gern von Sicherheitsillusionen, die es ermöglichen gemütlich in der Comfortzone zu verharren und das Leben abzuwarten. Trading als Beruf ist Leistungssport.(Nur die Besten können davon leben.) Und wie in jedem Beruf, der professionelle Höchstleistungen erfordert, kann Sicherheit kein Leitmotiv mit hoher Priorität sein. Die Dinge sind so lange sicher, bis sie unsicher sind, wie z.B. Renten.

zu2.: Ein guter Trader wird diese Berechnung aber mehr als Outperformen, von daher finde ich das Bsp. nicht sehr aussagekräftig.

zu3.: Ob Vereinsamung oder nicht, hängt von dem subjektiven Empfinden ab und davon, wie ich meinen Arbeitsalltag getstalte. Das ist alles nur eine Frage meiner Kreativität. Wobei Foren, Skype und Telefon während meiner Arbeitszeit nichts zu suchen haben. Wenn ich an einer Sache Freude habe verfliegt die Zeit und ich möchte auch nicht abgelenkt werden. Es ist auch eine Frage des Respektes der Tätigkeit selbst gegenüber, dass ich mich ihr ganz widme. Wenn ich Feierabend mache bin ich dann aber auch ganz bei anderen Dingen, das ist der Deal. Ausserhalb dieser Arbeitszeit gibt es gerade in unserer offenen und gut vernetzen Gesellschaft unendlich viele Optionen einer Vereinsamkeit entgegenzuwirken. Aber man muss es wollen und muss es auch tun.

Der "Muss- Druck" von dem du sprichst, ist für mich das Salz in der Suppe. Dieser Druck kitzelt die besten Leistungen aus mir heraus und macht meinen Berufsalltag noch spannender. Diesen Druck sollte man beherrschen können. Ich versuche so immer eine Balance zwischen Druck-begründeter Fokusierung und der Gelassenheit herzustellen und jeden Aspekt zur richtigen Zeit etwas mehr zu betonen.
Bitte nicht vergessen, Druck ist was du als Druck wahrnimmst, was Du auf dich ausübst.

Abschließend kann ich immer nur jedem raten, seine Lebensentscheidungen, insbesondere die Berufswahl, von seiner Leidenschaft und seinen Interessen abhängig zu machen, und nicht von Geld oder Sicherheit, aber das erfordert Mut und Glauben(nicht im religiösen Sinn gemeint).

So unterschiedlich können Subjekte wahrnehmen. Ich= nicht vom Leben vergewaltigt;nicht aus Finanzbranche; nicht geerbt haben usw. licens.gif

 

Sellerie C'est la vie

Geschrieben

@Licens
Geiles Statement und Post, Danke dafür. :top:
Es wimmelt in Deinem Beitrag nur so von Zitat - würdigen Sätzen, aber der Chief war schneller und mehrmaliges zitieren gibt die Forensoftware wohl nicht her.

Geld ist ein sehr nachgeordneter Faktor für mich, und das macht auch meine Ergebnisse aus, wie ich meine.


Sinnigerweise ist das wohl bei den Tradern die Erfolgreich sind und die Paar die ich kenne, ganz genauso.
Geld ist ihr Werkzeug, sie benutzen es zwar, aber sie machen sich nicht zum Sklaven des Geldes, es ist eher ein positver Nebeneffekt, der durch Spaß an ihrer/unserer Arbeit entsteht.

Wer eine Sache nicht aus Leidenschaft tut, sollte sie bleiben lassen; zumindst sollte er nicht erwarten, mit dieser Einstellung in diesem Wettbewerbsumfeld bestehen zu können.

 

Grade im Tradingbereich ist diese Aussage wohl mehr als zutreffend.
Wer es nur wegen dem Gelde macht, wird früher oder später mehr einzahlen als generieren, Beispiele dazu gibt es unendlich, grade was die High Flyer Jungs (Für Wochen oder Monate) angeht.

 

Ein guter Trader wird diese Berechnung aber mehr als Outperformen, von daher finde ich das Bsp. nicht sehr aussagekräftig.


Wobei 15% per anno schon ein ganz schönes Brett ist.

Ein Anfänger mit frischen 100K auf dem Konto wird das m.E.n. wohl zum Jahresende eher nicht schaffen.

Mag sein, dass er die 15% zwischen den 12 Monaten mal auf dem Konto hat, aber dann geht die Kurve rauf und runter.

Was einen erfahrenen Trader angeht, glaube ich das gerne, im Daytrading werden gerne mal 2% bis unendlich an Tagesgewinnen gemacht.

 

Wobei die Betonung auf Tagesgewinn liegt, denn selbst wenn man sein Konto verdoppelt hat und dadurch bedingt vllt. dann irgendwann die doppelte Posi Size handelt, hat man meist ein mentales Problem, diese doppelte Posi auch im rauf und runter des Tagesgeschäfts zu managen, sich an seine Regeln zu halten usw.

Ausnahme Trader (insofern es diese wirklich gibt) bestätigen sicher die Regel, aber sie sind eben eine Ausnahme.

 

Wenn ich Feierabend mache bin ich dann aber auch ganz bei anderen Dingen, das ist der Deal.

 

Wenn ich dran denke, wiel lange es gedauert hat, bis ich diese einfache Regel verstanden habe, trauere ich der bereits verschenkten Zeit heute noch ein wenig nach.

12 bis 14 Stunden vor dem Monitor, offene Positionen hoch und runter gucken im Chart, wie bescheuert muß man eigentlich sein ?

So denke ich heute zumindest, lange Zeit war das anders.

Dieses abschalten können ist aber so wichtig, in eigentlich jedem Job, warum sollte es beim Trading anders sein ?

 

Wobei Foren, Skype und Telefon während meiner Arbeitszeit nichts zu suchen haben.

 

So sind die Menschen verschieden.

Mir haben diese Konversationsmöglichkeiten dabei geholfen, mich von meinen offenen Positionen mental zu trennen, mich von Angst und Gier abzulenken und endlich mal meine Regeln einzuhalten.

 

Abschließend kann ich immer nur jedem raten, seine Lebensentscheidungen, insbesondere die Berufswahl, von seiner Leidenschaft und seinen Interessen abhängig zu machen, und nicht von Geld oder Sicherheit, aber das erfordert Mut und Glauben(nicht im religiösen Sinn gemeint).

 

Unterschreibe ich Dir jederzeit.

Nicht nur in der Berufswahl, Partnerschaft ganz sicher genauso. Wenn wir nur alle die Kraft dazu hätten, würde es auf diesem Planeten anders aussehen, es gäbe auch sehr viel weniger frustrierte und vom Leben vergewaltigte Leute...

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