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Krise bis 2016 ?

Geschrieben

der von Whipsaw und mir (und sicher vielen anderen) hoch geschätzte Finanznewsletterjournalist Jochen Steffens hat folgende These aufgestellt:

 

Erst 2016 ist die Krise zu Ende!
Bei der Analyse der US-Arbeitsmarktdaten in der letzten Woche ist mir etwas höchst Interessantes aufgefallen, das einen erstaunlichen Prognoseansatz für die nächsten Jahre liefert. Wie ich hier bereits häufiger geschrieben hatte, besteht die Möglichkeit, dass wir uns an den US-Märkten bereits in einer großen Seitwärtsbewegung befinden, die mit der 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung der 60er und 70er Jahre vergleichbar ist.

 

http://img7.imageshack.us/img7/2561/090609dow.gif

Featured Replies

Geschrieben

Aus Sicht der Analysten ist (wie soll es anders sein) nahezu jedes Szenario denkbar. :wub:

Das von Steffens beschriebene sehe ich als durchaus realistisch an. Die Welt hat 5 Jahre Zeit sich neu zu erfinden und dadurch vielleicht der Börse Nahrung und Anlass für Kurssteigerungen zu geben.

 

Andererseits wird derzeit nirgendwo das Kollabieren einer Wirtschaft eingepreist, die der Amerikaner schon gar nicht.

Was aber passiert, wenn Uncle Sam seine Kredite nicht mehr bedienen können, die Chinesen die Nerven verlieren, weil ihre Trilliarden US Bonds im Sekundentakt an Wert einbüßen, Investments in US Aktien für Ausländer unattraktiv werden, weil der Dollarkurs in den Keller rauscht ....was sind die Hochrechnungen dann noch wert....

 

 

 

Mal ein Beispiel aus der anderen Welt: In Simbabwe werden inzwischen Litfasssäulen mit Echtgeld tapeziert

 

 

Kurse zum Harare-Raufen | Inflation von 230 Millionen Prozent

Geschrieben
der von Whipsaw und mir (und sicher vielen anderen) hoch geschätzte Finanznewsletterjournalist Jochen Steffens hat folgende These aufgestellt:

 

Den Verfasser schätze ich auch, lese ich seit Jahren. Seitwärts kommt mir aber optimistisch vor, ein Abtaucher im Chart dürfte allemal drin sein.

 

Ansonsten ist Wachstum eigentlich nur eine Frage der Definition, es muss ja nicht immer quantitativ sein.

 

Lutz

Bearbeitet von whipsaw
Zitat gekürzt

Geschrieben

Gestern hatte ich mit meinem Prof (Dr. ökon.) mal gesprochen, er sagte, zur Zeit ist alles reine Spekulation. Ökonomie basiert auf Erfahrungswerten. Rauf und runter, nach dem oder dem Schema, typische Anzeichen sind...

Das klappt aber jetzt nicht mehr, da so eine Art von Krise noch nicht dagewesen ist.

 

Wobei ich persönlich finde, dass die Krise nicht soo schlimm ist. Karstadt/Kaufhof haben sich eh vom Prinzip her überlebt und waren eigentlich schon vor 2 Jahren fällig. Autohersteller gibt es zuviel, bzw. zuviel Herstellungskapazitäten.

Die Banken sind selbst schuld, die haben zusammen mit den Ratingagenturen Produkte entworfen (und die Agenturen haben die eigenen Produkte bewertet!!), die keiner versteht und die nur weiterverkauft worden sind, bis es nicht mehr ging. Die Banken hatten die letzten 2 Jahre Ami-Bürgern Kredite aufgeschwatzt über 350.000 $, obwohl der Mensch nur 30.000$ Jahreseinkommen hatte.

Gestern hat die US-Regierung einigen Banken die Rückzahlung der Staatshilfen genehmigt, es ging um um die 70 Milliarden Dollar. Die Banken haben noch genug Geld. Die toxischen Papiere können von den Banken gut abgeschrieben werden, 10% Abschreibung, dann hier und da, und schon sind die die Dinger los.

Geschrieben
Karstadt/Kaufhof haben sich eh vom Prinzip her überlebt und waren eigentlich schon vor 2 Jahren fällig. Autohersteller gibt es zuviel, bzw. zuviel Herstellungskapazitäten.

 

Klaro, alles richtig, alles nachvollziebar.

Einzig die wichtigste Komponente - der Mensch - oder in seiner ökonomischen Bedeutung - der Verbraucher = der, der den Warenkreislauf durch Konsum oder Erwerb sinnentleerter Investmentvehikel am Laufen hält - wird für meine Begriffe zu wenig Bedeutung geschenkt.

 

Was nutzt es "systemrelevante" Unternehmen zu retten, wenn das System selbst todkrank und nicht zu retten ist (etwas überzeichnet)

Geschrieben
Was nutzt es "systemrelevante" Unternehmen zu retten, wenn das System selbst todkrank und nicht zu retten ist (etwas überzeichnet)

Solange noch irgendwas in dem System reanimiert werden kann, wie teuer und aufwendig auch immer, wird das getan, vermute ich mal. Denn was danach kommen könnte - als Alternativsystem-, weiß keiner und die, die jetzt obensitzen, werden es dann vielleicht nicht mehr. D.h. der Untergang des aktuellen Systems wird sich noch so lange hinziehen wie sie es verhindern können.

Geschrieben

Das Problem mit den "systemrelevanten banken" ist, dass die Kommunen in noch mehr Ländern hochriskante Geschäfte mit den Banken eingegangen sind.

Das Prinzip: Eine Kommune kann keine eigene Abwasseraufbereitungsanlage samt Kanalisation betreiben (oder Müllentsorgung, oder...). Also haben die die Dinger gebaut und an die Amis verkauft. Die Amis jedoch haben die Teile dann an die Kommunen zurückvermietet (Prinzip PPP) Das ging sehr günstig, weil Amerika damals noch Steuerschlupflöscher diesbezüglich hatte. Tja, das wurde dann 2005(?) gestopft, und seitdem rechnet es sich nicht mehr. Würden die entsprechenden Banken pleite gehen, würden alle Anlagen dazu der Insolvenzmasse zufließen, und den Gläubigern. Die Kommunen hätten dann zwar eine Müllverbrennungsanlage zu stehen, aber...

So mal gaaaaanz grob und vereinfacht dargestellt.

Geschrieben
Wobei ich persönlich finde, dass die Krise nicht soo schlimm ist. Karstadt/Kaufhof haben sich eh vom Prinzip her überlebt und waren eigentlich schon vor 2 Jahren fällig. Autohersteller gibt es zuviel, bzw. zuviel Herstellungskapazitäten.

Die Banken sind selbst schuld, die haben zusammen mit den Ratingagenturen Produkte entworfen (und die Agenturen haben die eigenen Produkte bewertet!!), die keiner versteht und die nur weiterverkauft worden sind, bis es nicht mehr ging. Die Banken hatten die letzten 2 Jahre Ami-Bürgern Kredite aufgeschwatzt über 350.000 $, obwohl der Mensch nur 30.000$ Jahreseinkommen hatte.

 

Die Problematik besteht IMHO darin dass die Unternehmen durch die Entwicklung der letzten Jahre sehr wenig Eigenkapital haben. Aus BWL-Sicht sieht das ja im Hinblick auf Renditesteigerung auch vorteilhaft aus. Durch die Kredite (fällige Tilgungen und Zinsen) sind sie aber nun auf mindestens stabilen Umsatz angewisen, schon ein Rückgang um z.B. 10 Prozent kann der Genickbruch sein. Auf lange Zeit stabil ist so ein Konstrukt nicht.

 

Desweiteren wundert mich, dass nach Jahrzehnten wirtschaftlicher Blüte die Bürger so wenig Eigentum an den Produktionsmitteln haben. Die Prioritäten waren aus verschiedenen Gründen all die Jahre andere. Wenn mir nichts gehört muss ich mich aber nicht wundern wenn andere dann weitgehend schalten und walten wie sie wollen.

 

Lutz

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